Jahresrückblick
Das beste Go-Betweens-Album seit dem Comeback von 2000 konnte natürlich nur auf Platz 1 landen. Überraschungen sind wenige dabei: bei Hobotalk kam zu den sehr guten Songs der persönliche Eindruck von 2 Konzerten in Nürnberg und Wesel. Jazzsängerin Lizz Wright war mit bisher unbekannt und wäre das ohne die Coverversion von Neil Young's "Old Man" und Herb Alperts "Taste Of Honey" wohl auch geblieben. Shelby Lynne hat mich zuerst verwirrt und dann begeistert, nicht zuletzt wegen "Old Times Sake". Aimee Mann und Josh Rouse werden mit jeder neuen Platte besser. Paul Weller bleibt in Höchstform. Ryan Adams hat im Jahr 2005 die beeindruckende zahl von 3 Alben veröffentlicht (das dritte erscheint bei uns in Deutschland allerdinx erst am 06.01.2006) und wäre noch besser bewertet worden, wenn er nur mit einer "Mannschaft" angetreten wäre - schließlich ist er kein Brasilianer. Martha Wainwright hat vielleicht kein besseres Album als ihr Bruder Rufus veröffentlicht, aber es ist toll und näher an meinen gitarrenorientierten Gewohnheiten. Bei Neil Young überwiegt die Freude darüber, dass das neue Album um Klassen besser ist als seine letzten beiden furchtbaren Platten. Es enthält vielleicht nicht seine besten Lieder, aber sie ist wunderschön instrumentiert und mit Hingabe eingespielt.
Insgesamt war die Liste der Kandidaten deutlich länger als in den Vorjahren. Folgende Alben wurden in einer spontanen Entscheidung erstmal in die zweite Reihe gesetzt, aber es kann durchaus sein, dass ich das übermorgen schon wieder anders sehe:
The House Of Love hatten ein überraschendes, unspektakuläres und schönes Comeback, gefallen mir heute sogar besser als in den 80ern. Mit Archer Prewitt und Sam Prekop haben gleich zwei Ex-Musiker von der Kultband "The Sea And Cake" aus Chicago wunderbare Soloalben veröffentlicht. Maria McKee klingt immer noch sperrig, aber schon wieder wesentlich gelassener als zuvor. The Magic Numbers und Hal habe ich in Haldern zwar verpasst, bin aber durch schöne Alben ein wenig entschädigt. Das konventionelle Album "I'm Wide Awake, It's Morning" von Bright Eyes gefällt mir deutlich besser als die zeitgleich erschienene Computerplatte "Digital Ash ...". Danny George Wilson hatte ich bisher überhaupt nicht unter meiner Rechnung. Ach ja- Emmylou Harris hat sowohl das Bright Eyes, als auch das Neil Young-Album verschönert und soll angeblich in 2006 eine Duettplatte mit Mark Knopfler herausbringen. ich weiß aber noch nicht, ob ich mich darauf freuen soll ...
(01.01.2006)
Das Album des Jahres
| #1: The Go-Betweens: "Oceans Apart" (Tuition, April 2005) |
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PS: Beim mehrfachen Hören gewinnt das Album immer mehr. Vor allem
fällt auf, dass die beiden Ur-Go-Bee's Forster/McLennan mit Adele
Pickvance am Bass und Glenn Thompson am Schlagzeug eine ganz
ausgezeichnete Rhythmusgruppe dabei haben, die auch noch für zusätzliche
Keyboard-, Gesangs- und Gitarrenbeiträge zuständig sind! Vielleicht
dürfen die beiden ja das nächste mal auch mit auf das Frontcover? Der erwartete Sieger - und das zu Recht! 2005 war sogar eines der erfolgreichsten
Jahre überhaupt für die Band, denn mit "Finding
You" war sie erstmalig in den australischen Single-Charts.
Und auch wir können uns dem Charme der Nummer nicht entziehen und
haben sie bei W4L im Liveprogramm! |
weitere
Highlights Jahres (die Top 10)
| #2: Aimee Mann: "The Forgotten Arm" (V2/Superego, Mai 2005) |
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Je öfter ich das Album gehört hatte, desto besser gefiel
es mir, was vor allem an den ausgezeichneten Songs liegt! |
| #3: Hobotalk: "Notes On Sunset" (Glitterhouse, Juni 2005) |
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Nach weiterer Beschäftigung mit dieser Platte sehe ich jetzt etwas
klarer: Singer/Songwriter Marc Pilley hat mal wieder eine tolle
Platte hinbekommen, auf der die Lieder eine gewisse Zeit zum Reifen
brauchen, weshalb sie mich wohl auch nicht sofort überzeugt hatten,
dann aber schließlich doch noch ihre Magie entfalten. Marc Pilley ist
übrigenz der einzige, der von der alten Besetzung von "Beauty
in Madness" übrig geblieben ist. Trotzdem kann man nur
sehr geringe Unterschiede zwischen beiden Platten ausmachen. Damals
war mit dem bekannten (?) Produzenten David Botrill (Peter Gabriel,
David Sylvian, etc.) in einem größeren (?) Studio (Ridge Farm)
aufgenommen worden, während "Notes On Sunset" in Eigenregie
zu Hause in Schottland entstand. Und jetzt kommen wir zum einzigen "Schwachpunkt":
beide Hobotalk-Alben sind toll, aber eben auch recht ähnlich.
Aus dem Bauch heraus würde ich jetzt sagen, dass mir das ältere
besser gefällt. Aber - was soll's: vielleicht sehe ich das nach
dem Hobotalk-Konzert im Karo
ja schon wieder ganz anders! Da war mein Bauch wohl noch nicht fertig mit der Verdauung! Egal, ob
das Album jetzt besser ist als sein Vorgänger - auch hier haben
sich die schönen Lieder in meinem Hirn festgesetzt! |
| #4: Josh Rouse: "Nashville" (Rykodisc, Feb. 2005) |
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Eine solide Einschätzung, denn dieser Kandidat hat alle meine
Erwartungen erfüllt! |
| #5: Shelby Lynne: "Suit Yourself" (Capitol, Juni 2005) |
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... beim zweiten/dritten Hören gewinnt das Album dann doch noch.
Nur an eines kann ich mich weiterhin nicht gewöhnen: Shelby singt
mit ihrer wunderbaren und unverkennbaren Stimme auch alle Chorstimmen
und so manches "Duett", was sich für meine Ohren aber
wegen der einseitigen Klangfarbe etwas merkwürdig anhört:
ich würde ja auch kein virtuelles Duett von Emmylou Harris
mit sich selber hören wollen. Klingt irgendwie unnatürlich.
Und eigentlich darf so was nur Brian
Wilson. ... auch beim vierten/fünften Hören gewinnt das Album weiter,
so wie es bei guten Alben sein muss. Vor allem unter dem Kopfhörer
entwickelt es eine ungeahnte Kraft. Nur mein oben erwähntes Duett
kann ich nicht wieder finden, denn Tony Joe spricht nur mal kurz was
in's Mikro am Ende von "Rainy Night". Tja - das kann ich mir
jetzt nur so erklären, dass da der Wunsch Vater des Gedankens war,
während ich die CD beim ersten Hören als Einschlafmusik
verwendet habe (mach ich gerne!). Das eingebildete Duett war also im
wahrsten Sinne des Wortes nur ein "Wunschtraum"! Thema Inspiration für das W4L-Repertoire: Zwar nicht "A Rainy
Night In Georgia", aber "For Old Time Sake" wird morgen
sein Bühnenpremiere bei unserem Auftritt in Spellen haben! Und
"Suit Yourself" gefällt mir immer besser. Eine irre Geschichte! Wie man sich doch täuschen kann! Da wurde aus einer (nach meiner
ersten Meinung viel zu) wirren Platte doch glatt noch ein Meisterwerk!
Was lernen wir daraus? Man sollte eine Platte im wachen Zustand hören,
wenn man am nächsten Tag darüber etwas Sinnvolles schreiben
will! |
| #6: Paul Weller: "As Is Now" (V2, Okt. 2005) |
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Was gibt's zu hören? Nach der "Kreativpause" von 2004
(in der andere Leute nichts machen, aber Herr Weller mal so eben eine
tolle Platte mit Coverversionen raus haut) sind es diesmal wieder alles
Weller-Originale, die sogar live im Studio in "klassischer Besetzung"
(2 Gitarren, Bass, Drums) aufgenommen wurden, aufgepeppt durch gelegentliche
Bläser und Streicher. Mal sehr rockig, mal folky, und sogar funky
(natürlich in "Bring Back The Funk"), aber immer sehr
gut. |
| #7: Neil Young: "Prairie Wind" (Reprise, Sept. 2005) |
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Heute morgen habe ich mich nach dem Frühstück hurtig auf
meinen Roller geschwungen und bin zum Plattenladen gebrettert, um mir
mein Exemplar zu sichern. Die heutige Veröffentlichungs- (Un-)sitte
sind so genannte "Limited Editions" - mit zusätzlichem,
oft überflüssigem Bonusmaterial, meist zu einem stolzen Preis.
Auch "Prairie Wind" hat stolze 28,90 Euro gekostet, allerdings
besteht der Bonus aus einer DVD, die die Aufnahme aller 10 Lieder dokumentiert
(na ja- es wird wohl eher getürktes Playback sein, denn ich glaube
kaum, dass Mr. Young Gesang, Gitarre und Mundharmonika in einem Take
aufgenommen hat!) und einen schönen Eindruck von den Studioaufnahmen
vermittelt. Allerdinx handelt es sich dabei offensichtlich nicht um
den Film den der Regisseur Jonathan Demme ("Stop
Making Sense", "Das Schweigen der Lämmer") gedreht
hat, wie ich ursprünglich angenommen habe. Na ja - ein paar Lieder bleiben blass bzw. sind irgendwie nur "nett"
(oder soll ich mich trauen sie "naiv" zu nennen?), aber die
CD läuft jetzt schon einige Male auf meinem MP3-Player, während
ich auf meiner ermüdenden Heimreise vom Job in Nürnberg bin,
und ich finde "Prairie Wind" einfach nur schön, währen
draußen an mir der Spessart vorbeirauscht (keine Prairie, aber viele
Bäume!). Eine schöne Platte. Nicht mehr. Nicht weniger. Sicherlich
kein Meisterwerk - aber davon hat Mr Young ja schon mehr als genug für
eine einzelne Künstlerkarriere abgeliefert. Ach ja, in Nürnberg
habe ich im Hotelzimmer am Donnerstag die vernichtende Kritik im neuen
Musikexpress gelesen. Der Rezensent soll sich was schämen! |
| #8: Martha Wainwright (V2/Zoe, April/Nov. 2005) |
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'tschuldigung für die knappen Wort vom letzten mal, aber ich stand
mal wieder kurz vor'm Abflug und hatte nur gerade noch Zeit, mir die
CD auf meinen MP3-Player zu packen. Am Sonntag Abend war ich also mal
wieder beruflich unterwegs und hatte im Auto endlich Gelegenheit, mir
die Platte in Ruhe anzuhören. Und Ich muss sagen: die Platte ist
RICHTIG GUT und es ist völlig unverständlich, warum das Album
bei uns erst mit einer Verzögerung von 7 Monaten veröffentlicht
wird! |
| #9: Ryan Adams & The Cardinals: "Cold Roses" (Lost Highway, Mai 2005) |
"Heartbreaker" (2000)
und "Gold" (2001) waren genial.
Dann kamen in 2003 gleich drei Platten raus, von denen eine nervte ("Rock'n'Roll"),
die anderen beiden ganz nett waren ("Love
Is Hell" in 2 Teilen). In 2004 dann die geplatzte Tournee (ich
habe hier immer noch die bezahlte Karte für das abgesagte Köln-Konzert
liegen!). Danach herrschte erstmal Funkstille. Und jetzt plötzlich
und irgendwie "Out Of The Blue" dieses "Doppelalbum"
im Klappcover, das eigentlich auf eine CD gepasst hätte - aber so
ist es eben stilvoller! Ein Bekannter sprach von einem "Meisterwerk"
und Gitarrentönen, die an Jerry Garcia erinnern würden.
Ich war zwar skeptisch, aber eben doch auch etwas neugierig. Zwar war
mir schon immer klar, dass sich Ryan Adams wohl sehr gerne von seiner
Plattensammlung inspirieren lässt, die offensichtlich weiter zurückreicht,
als es sein Alter wohl vermuten ließe: Bisher verglich man ihn aber eher
mit Gram Parsons. Und jetzt Jerry Garcia?
Ich habe schon etwas gestutzt und las danach in einer Kritik sogar von
Vergleichen mit anderen San-Francisco-Bands wie Quicksilver Messenger
Service und Jefferson Airplane (bzw. deren prägnanten
Leadgitarristen Jorma Kaukonen und John Cipollina), ja sogar
mit Neil Young. Auf jeden Fall habe ich mir "Cold Roses"
natürlich schleunigst besorgt und muss sagen: eine richtig gute Platte,
auf der ich zwar nicht sofort solche Ohrwürmer wie auf "Gold"
höre, aber allein der erste Titel "Magnolia Mountain" ist
ein Hammer. Und die die Jerry Garcia-Zitate sind tatsächlich erkennbar!
Verantwortlich ist dafür der Gitarrist P.J. Bowersock, der
mir bisher unbekannt war. Soll aber irgendwas mit den Strokes zu
tun haben. Nach denen klingt er aber (zum Glück) nicht. Ach ja -
außerdem ist Mrs. Cindy Cashdollar dabei, die nicht nur einen tollen
Namen hat, sondern auch richtig gut an Lapsteel und Dobro ist und schon
Platten von Bob Dylan und Asleep
At The Wheel veredelt hat.(15.05.2005) |
| #10: Lizz Wright: "Dreaming Wide Awake" (Verve, Juni 2005) |
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Der gute Rest ...
| Bright Eyes: "I'm Wide Awake, It's Morning" (Saddle Creek, Jan. 2005) |
Conor Oberst hat vor ca. zwei Jahren mit "LIFTED
or The Story is in the Soil, Keep Your Ear to the Ground" (den
langen Titel musste ich natürlich erst wieder nachschlagen!) schon
einen kleinen Achtungserfolg bei uns erzielt. Danach war er permanent
in den einschlägigen Medien (Rolling Stone, ME/Sound, ...) zu finden.
Jetzt hat er unter seinem Band-Pseudonym Bright Eyes zwei Alben
gleichzeitig veröffentlicht, was ja im Grunde nichts besonderes mehr
ist: Im letzten Jahr taten das ja auch Guns ' n Roses, Bruce
Springsteen, Lambchop und Nick
Cave und gerade eben auch Peter Maffay (den konnte ich mir
jetzt nicht verkneifen!). Hier scheint jetzt aber kein Marketing-Konzept
dabei zu sein und die Alben werden auch nicht als günstiges Doppel
angeboten (kommt vielleicht noch!). "Digital Ash in A Digital Urn"
soll sehr elektronisch sein, während "I'm Wide Awake..."
eine akustisch/analog-elektrische, d.h. klassische, Singer/Songwriter-Platte
ist. Als ich erfuhr, dass das Album in beiden Musikbibeln des etwas-gehobeneren-aber-doch-nicht-ganz-so-krassen
Musikgeschmacks (natürlich der Rolling Stone und der Musik-Express)
Platte des Monats Februar wurde und sogar Emmylou Harris
bei mehreren Liedern mitsingt, war klar welches von den beiden Alben ich
mir als erstes zulegen würde. Diese leicht konservative Kaufentscheidung
für ein ungehörtes Album bestätigt sich jetzt beim Hören:
ein wirklich schönes Album mit guten Songs, die manchmal sogar an
Dylan zu Highway 61-Zeiten erinnern.
Gut klingen heutzutage ja viele Platten, aber die Qualität
und Haltbarkeit der Lieder ist oft nicht so toll. Der Stimme von
Conor Oberst lausche ich dabei auch sehr gerne. Sie klingt für mich
deutlich angenehmer als etwa die von dem anderen Liebling der Medien,
Adam Green. Conor Oberst hat auch die besseren Lieder. Und der anderen Platte werde ich auch noch eine Chance gebe. Auch Adam Green. Aber erstmal im Plattenladen anhören. Von wegen der Elektronik. Ich bin da ja ein bisschen altmodisch gestrickt. (03.02.2005) |
| E.S.T.: "Viaticum" (Act, Januar 2005) |
|
PS.: In Bezug auf das Label Act habe ich im letzten Jahr bei meiner Besprechung der neuen Platte von Julia Hülsmann also eigentlich richtig gelegen: "nach ECM das erste Jazzlabel aus Deutschland, dass mich mit seinem "Stallgeruch" auch auf andere seiner Künstler neugierig macht!" Was dann aber leider nicht dazu geführt hat, E.S.T. selber
zu entdecken. Aber egal. |
| Deke Leonard: "Freedom And Chain" (Angel Air, Jan. 2005) |
Da
lacht das Herz eines alten Man-Fans!
Zwar hat Deke inzwischen seine Stammtruppe verlassen, aber nicht im Streit,
sondern um nach ungefähr 25jähriger Unterbrechung sein 4. Soloalbum
aufzunehmen (der Vorgänger "Before
Your Very Eyes" wurde 1979 aufgenommen und 1981 veröffentlicht).
Bis auf den zur Zeit leider wieder erkrankten Micky Jones sind
auch alle alten Kumpanen der aktuellen Man-Besetzung
im Studio dabei gewesen: Langzeit-Bassist und zur Zeit einziger aktiver
Man-Musiker der ersten Generation Martin Ace, Drummer Bob Richards
und Keyboarder Gareth Llewellyn Thorington (oder so ähnlich).
Den Damenchor stellen Ehefrau Mary Hodge und Tochter Katy Leonard.
Bei Man handelt es sich um ein generationsübergreifendes
Familienunternehmen, was man auch daran erkennen kann, dass in der aktuellen
Besetzung die Gitarren von Mickeys Sohn George Jones (als Ersatz
für Deke) und Martins Sohn Josh Ace (als Ersatz für Mickey)
gespielt werden! Zwar klingt Dekes Musik heutzutage nicht mehr ganz so
zeitgemäß und frisch wie in den 70ern - aber sie ist immer
noch schön anzuhören. Und garantiert keine lahmarschige Oldie-Mucke!
Textlich geht es sogar deutlich rabiater als damals zur Sache: zwar habe
ich noch nicht alles genau mitbekommen, aber da wird die US-Politik in
"Guantanamo Bay" zu netten Ukulele-Klängen recht rüde
kritisiert und in "Palestina" Freiheit für eben jenes Volk
gefordert. Das alles wirkt zwar ein klein wenig naiv bzw. platt - aber
was sind das für Zeiten, in denen man sich für eine linke politische
Positionen schämen oder verstecken muss? Nun ja - auf jeden Fall
ist das vor allem für Manfans eine schöne Platte mit größtenteils
überdurchschnittlichen Songs und aus dieser Songschreiber-Perspektive
vielleicht sogar besser als die (leider spärlichen) Studioaufnahmen
von Man in den letzten Jahren.(18.03.2005) |
| Archer Prewitt: "Wilderness" (Thrill Jockey, Jan. 2005) |
Mr. Prewitt ist mir zwar noch als Gitarrist der bei uns leider ziemlich
unbekannt gebliebenen Chicago-Postrock-Bands The
Sea And The Cake und The Cocktails
in sehr angenehmer Erinnerung, aber es ist doch glatt an mir vorbei gegangen,
daß der Mann nach Ende dieser Bands nun schon sein drittes Soloalbum
vorlegt. Neugierig hat mich dann das schöne Covergemälde gemacht
(selbst gezeichnet vom Künstler!) und zum Kauf entschlossen war ich
schließlich durch den Hinweis in der Rezension, dass hier sehr häufig
das historische Mellotron zum Einsatz kommt und ansonsten Mr. Prewitt
seine besondere Lesart von "Popmusik" (hat nix mit Robbie Williams
oder dergleichen zu tun!) pflegt. Das ganze klingt jetzt natürlich
nicht wie bei den Moody Blues, wie
einer der Rezensenten behauptet, die ich SEHR mag (zumindest das alte
Zeug 1968-72). Ich finde eher, dass eine Ähnlichkeit zu "In
The Court Of The Crimson King" da ist - aber eigentlich ist diese
Musik sehr eigenständig, gleichzeitig schön und verschroben,
und braucht keinerlei Vergleiche. Und irgendwie ist wieder 1969.(02.02.2005) |
| The Chris Stamey Experience: "A Question Of Temperature" (Yep Roc, Jan. 2005) |
Chris Stamey hat in den 80ern zusammen mit Peter Holsapple bei
den legendären, aber (natürlich kommerziell) erfolglosen dB´s
gespielt und auch in Anton Fiers Projekt Golden Palominos
mitgewirkt. Inzwischen hört man eher was über seine Produzententätigkeit
(Whiskeytown, Caitlin Cary, etc.), als über eigene
Veröffentlichungen. Ich habe das auch alles nicht so genau verfolgt
- es gibt einfach zu viel (gute) Musik und zu viele Neuveröffentlichungen
- aber als ich jetzt mitbekam, dass er auf seiner neuesten CD von Yo
La Tengo begleitet wird musste ich natürlich zugreifen! Und irgendwie
klingt es natürlich nach den dB´s und nach Hobokens
bester Band. Neben einigen Stamey-Originalen (angeblich Neuaufnahmen von
alten Liedern - habe ich aber noch nicht überprüft) gibt es
auch ein paar schöne und SEHR geschmackvolle Coverversionen: "Politician"
von Cream, "Shape Of Things" von den Yardbirds,
"Venus" von Television
und ein Lied von Tift Merritt, die wie
Stamey aus dem Süden der USA stammt und auch schon für Yep
Roc aufgenommen hat.(10.04.2005) |
| Martha Wainwright: "Bloody Mother Fucking Asshole" (Drowned In Sound, Jan. 2005) |
Von Rufus´ kleiner Schwester gibt´s zwar
noch kein volles Album, aber schon mehrere EP´s: dieses mal sind
es 4 Songs zwischen Folk- und Krachgitarre mit gelegentlichen Bass- und
Keyboard-Farbtupfern. Wir können uns schon auf das für den April
angekündigte Vollalbum freuen. Vielen Dank noch mal an Loudon
Wainwright und Kate McGarrigle
als "Produzenten" von Martha und Rufus.(12.03.2005) |
| Elvis Costello & The Imposters: "The Clarksdale Sessions" (Lost Highway, Feb. 2005) |
In
Clarksdale, Missisppi, steht ein Bluesmuseum, das einem Schauspieler gehört,
dessen Name mir als Kino-Ignoranten gerade leider nicht einfällt.
Elvis fühlt sich am Nabel der Blues-Welt offensichtlich sehr wohl
und hat mit seinen Imposters dort live in einem Radio-Studio aus den Anfängen
des 20. Jahrhunderts gespielt. 7 Aufnahmen der Sessions werden hier im
"Delta-Verite"-Stil (Elvis Ausdruck für einen "losgelösten"
Aufnahmestil frei nach "Cinema Verite"- was immer das auch sein
mag) gebracht. Neben 5 Alternativ-Versionen zu Liedern von "Delivery
Man" wurden noch der Soulklassiker "Dark End Of The Street"
und mit "In Another Room" ein bisher ungehörtes Costello-Original
eingespielt. Man kann sich das Ganze jetzt als wunderschönes 10"-Vinyl
oder "nur" als Bonus zur CD-Neuauflage von "Delivery
Man" erstehen. Blöd für Elvis-Fans, die die CD vom
letzten Herbst schon besitzen, aber keinen Plattenspieler!(11.02.2005) |
| Jack Johnson: "In Between Dreams" (Brushfire, März 2005) |
Ich gestehe: ich habe vor ein paar Tagen TV Total geguckt, wo Jack
Johnson live gespielt hat. Nichts Spektakuläres, aber doch sehr schön.
Zwar ist die CD schon ein paar Wochen auf dem Markt und wird auch kräftig
beworben (sie stand vor einigen Wochen im CD-Supermarkt strategisch neben
den anderen "Newcomern" Adam Green und Rufus
Wainwright), aber mein Interesse war damals noch nicht geweckt. Da
ich sie jetzt aber schon im 2nd-Hand-Laden stehen sah und der positive
Eindruck aus der TV-Show noch frisch war, habe ich einfach mal einen "Spontankauf"
getätigt, sogar ohne reinzuhören. Ergebnis: eine sehr angenehme
Laidback-Musik, die ich sogleich mit Erfolg als "Einschlafmusik"
genutzt habe (das ist natürlich als Lob gemeint!). Wahrscheinlich
kein Kandidat für die Platte des Jahres - muss aber auch nicht sein!(15.05.2005) |
| John Butler Trio: "Sunrise Over Sea" (Lava, März 2005) |
|
Außerdem finde ich auch das Cover sehr schön, das an alte Jazz
und Bluesplatten erinnert: Der passt der platte Programmiererspruch
WYSIWYG ("What You See Is What You Get") doch ganz gut, denn
letztendlich wurde ich über die schöne Aufmachung aufmerksam.
Den Rockpalastauftritt hatte ich schon fast wieder vergessen! |
| Dr. Dog: "Easy Beat" (Park The Van, März 2005 * 2008) |
Auch dies ist ein Beispiel für die Renaissance der Schallplatte:
Mein Exemplar ist ein Vinyl-Reissue aus dem Jahr 2008, während
anscheinend drei Jahre zuvor bei der Erstveröffentlichung anscheinend
nur Bedarf für eine CD bestanden hatte.Dr. Dog stammen aus Philadelphia und spielen ... Rockmusik. Nicht mehr, nicht weniger. Für gestandene Mainstream-Rock-Fans einerseits sicherlich zu "indie" und zu "schrammelig", für puristische Alternative-Fans andererseits wahrscheinlich zu "normal": deshalb also genau richtig für mich. Mit ihre Spielfreude und ihre Kreativität erschaffen die fünf Burschen eine spannende Musik, die zwar weder einzigartig noch neu ist, an jeder Ecke klingen die späten 60er und früher 70er durch, aber eben doch (oder gerade deshalb?) begeistern kann. (11.04.2010) |
| Kettcar: "Von Spatzen Und Tauben, Dächern Und Händen" (Grand Hotel Van Cleef, März 2005) |
ja,
ja ich weiß! Diese Platte kommt hier ein bisschen spät, aber wie
Euch sicherlich aufgefallen ist, habe ich es nicht so sehr mit deutschen
Texten, weshalb ich diese Band zwar vom Namen her kannte, aber mich nie
dafür interessiert habe. Das hat sich dank der Hansen
Band geändert, bei der Kettcars Sänger Markus Wiebusch
als Gitarrist und Songschreiber mitwirkt. Wahrscheinlich regen sich jetzt
ein paar Spezialisten auf, aber für mich klingt das alles ein wenig
nach Wedding Present (wegen der Turbo-Schrammelgitarre),
die ich auch sehr mag und von denen es auch was neues in 2005 gab, das
ich doch auch glatt übersehen habe, wie mir gerade auffällt!(21.01.2006) |
| Sam Prekop: "Who's Your New Professor" (Thrill Jockey, März 2005) |
Kurz nach Archer Prewitt veröffentlicht auch
sein ehemaliger Bandkollege von The
Sea & Cake ein Soloalbum. dass man ebenfalls in die etwas merkwürdig
klingende Kategorie "Frickelgitarrenpop" einordnen könnte.
The Sea & Cake-Spezis wissen,
was ich meine. Die Unterschiede zu Prewitt sind
- zumindest auf den ersten Blick- minimal: kein Einsatz des Mellotrons,
eine andere Gewichtung des Gesangs (Sam Prekop war/ist wohl in
erster Linie Sänger und dann erst Gitarrist (auch wenn er im Gegensatz
zu Prewitt ein Gitarreninstrumental bringt!), während
bei jenem die Prioritäten umgekehrt sind) und des Gitarreneinsatzes
(auf "Who´s Your New Professor" kann man die Gitarren
von Prewitt und Prekop genießen!). Erwähnt werden sollen auch
noch die anderen Mitspieler, bei denen es sich um hochkarätiger Jazzer
aus Chicago handelt, die hier ihre eigenwillige Interpretation von "Rockmusuik"
abliefern: Trommler Chad Taylor, Bassist Josh Abrams und
Kornettspieler Rob Mazurek, alle drei von der mir bisher unbekannt
gebliebenen Band Chicago Underground. (26.03.2005) |
| Damon & Naomi: "The Earth Is Blue" (20.20.20 Records, April 2005) |
Spät,
aber nicht zu spät entdeckt! Galaxy
500 habe ich zwar immer gemocht
und war auch schon seit längerem im Besitz von zwei frühen CDs
von Damon Krukowski und Naomi Yang, der ehemaligen Rhythmusgruppe
dieser Band ("More Sad Hits"
von 1992 und "The Wondrous World Of Damon & Naomi" von 1995).
Aber erst vor kurzen entdeckte ich, dass die beiden im Jahr 2002 das Livealbum
"Song To The Siren" (natürlich mit genau diesem Tim-Buckley-Song!)
herausgebracht haben, das ich mir natürlich sofort angeschafft habe.
Und wenn ich dann erst einmal Feuer gefangen habe, dann bin ich gründlich. Seit wenigen Tagen habe ich auch dieses Album von 2005 zuhause, das ich vor zwei Jahren offensichtlich vollkommen übersehen hatte und bin jetzt hellauf begeistert! Wunderschöne, zart dahin gehauchte Schrammel-Popmusik. Und gerade soll sogar ein neues Album erschienen sein. Ich bin schon sehr gespannt. (02.10.2007) |
| Kaiser Chiefs: "Employment" (Polydor/b-unique, April 2005) |
Kennengelernt habe ich diese englische Band beim diesjährigen Haldern-Pop,
wo sie eine der Höhepunkte waren. Wunderbare, zeitlose Rockmusik,
die anders als viele der gerade angesagten englischen Bands nicht so furchtbar
nach den 80ern klingt. Das ganze Album ist voller Pophits in bester britischer
Tradition (von den Who und den Kinks bis hin zu den Clash
und Jam) und hat nur einen Fehler: es kann ein Konzert der Band
nicht ersetzen.(25.12.2005) |
| Kate Rogers: "Seconds" (Grand Central, April 2005) |
Wie
Ihr sicherlich wisst, stehe ich sehr auf Alben mit geschmackvollen, möglichst
obskuren Coverversionen, besonders gerne,
wenn sich gestandene Singer/Songwriter dem Werk ihrer Kollegen annehmen.
Da gab es ja in letzter Zeit die eine oder andere Perle zu entdecken (in
2004 waren das u. a. Alben von Paul Weller,
k.d. lang und Kathryn
Williams). Über Kate Rogers und ihr Album "Seconds"
weiß ich leider kaum etwas: eigentlich nur, dass sie auch auf mehreren
anderen Alben des Grand Central-Labels singt und dass das eigentlich ein
Hip-Hop-Label sein soll (oder Trip Hop?). Genaueres weiß man(n) aber nicht.
Deshalb hier die Anregung lieber über das Instrumentarium (fast durchgängig
akustisch: viel Gitarre und Kontrabass) und die Liedauswahl: u.a. "Big
Mouth Strikes Again" von den Schmidts aus Manchester, "Here
Comes Your Man" von den Pixies und "Broken Arrow"
von Neil Young (noch aus Buffalo
Springfield-Zeiten und garantiert nicht die typische Neil Young-Nummer
zum Covern!), aber auch neuere Sachen außerhalb meiner sonstigen Wahrnehmung
(z.B. von den Foo Fighters und Green Day)(18.09.2005) |
| The House Of Love: "Days Run Away" (V2, April 2005) |
|
Besonders erwähnenswert nach wiederholtem Hören ist übrigenz
die vorzügliche Gitarrenarbeit von Terry Bickers auf der
Platte. Wer mich kennt, weiß das ich für Gitarrendudler im allgemeinen
nichts übrig habe, aber hier wird kraftvoll, phantasievoll und
immer songdienlich mit einem WUNDERBAREN GITARRENSOUND musiziert! |
| I Am Kloot: "Gods And Monsters" (Echo, April 2005) |
Dieses Gitarrentrio aus Manchester hatte mich vergangenen Sommer in Haldern
so sehr begeistert, dass ich mir schnell die ersten beiden Alben zulegt
hatte: "Natural History"
von 2001 und "I Am Kloot"
von 2003 sind voller wunderbarer Hits. "Gods And Monsters" wurde
deshalb von mir auch schon seit Wochen freudig erwartet und natürlich
sofort bestellt. Hits wie "Favorite Sky" und "3 Feet Tall"
habe ich zwar beim ersten Hören noch nicht ausmachen können
- aber gute Platten wachsen ja bekanntlich langsamer. Und außerdem gibt´s
also Bonus zur limitierten Erstauflage eine DVD mit einem Livekonzert
von 2003 aus Manchester mit allen meinen Lieblinxsonx, 3 Videoclips (von
denen ich kaum glaube, dass sie bei MTV rotiert sind) und einem Interview,
bei dem sich der Sänger/Gitarrist John Bramwell auch nicht
so stieselig angestellt hat, wie beim Haldern-Interview. Der Mann kann
also doch lachen.(10.04.2005) |
| Okkervil River: "Black Sheep Boy" (Jagjaguwar, April 2005) |
Nicht mehr ganz neu, aber gerade eben erst entdeckt: die Band stammt aus
Austin/Texas und spielt eine eigenwillige countryfizierte Rockmusik, die
stark von der Stimme und den Songs ihres Chefs Will Sheff (ja,
schon gut - ein blöder Wortwitz) lebt. Als Einstieg habe ich dieses
Album aus dem Jahre 2005 gewählt, das nach der einzigen Coverversion
(natürlich von Tim Hardin)
benannt ist.(22.03.2008) |
| John Prine: "Fair & Square" (Oh Boy, April 2005) |
Vielleicht ein bisschen zu spät für diese Seite, aber ich habe
die Platte erst Anfang diesen Jahres gekauft und trotz der sofort erkennbaren
Qualität es irgendwie verpasst, sie Euch "zeitnah näher
zu bringen" - aber was soll´s? Sie läuft eben gerade mal
wieder im CD-ROM meines Rechners, während ich über technischen
Statistiken brüte, und jetzt soll nicht länger gewartet werden!Die Aufnahmen klingen zeitlos und lässig, vielleicht wirken sie etwas "altbacken" (manche Melodien ähneln einander doch sehr und die Sologitarre hat teilweise diesen vordergründig virtuosen, ich nenne es mal vorsichtig "Nashville-Mark Knopfler-Sound", den ich eigentlich überhaupt nicht mag, der aber vermutlich Chet Atkins geschuldet ist, den ich aber im Original kaum kenne), aber welcher Singer/Songwriter seiner Generation macht immer noch so gute Platten mit NEUEN Liedern, die zwar nicht mehr die "Relevanz" haben wie das Frühwerk, aber immer noch einfach GUT sind? Auf dieser Seite findet Ihr Kris Kristofferson, aber schon Jackson Browne ist nur durch eine - zugegebenermaßen tolle - Live-CD mit ALTEN Songs vertreten! (30.03.2006) |
| "The Wingdale Community Singers" (Plain Recordings, April 2005) |
Dieses Trio aus Brooklyn/New York habe ich neulich bei Youtube
entdeckt, als ich im Rahmen meiner Recherche für die Return
To Sender-Seite mal nachschauen wollte, was denn aus der Sängerin
und Songschreiberin Hannah Marcus geworden ist, von der dort ja
erstmalig zu hören war. Bei den Wingdale Community Singers arbeitet
sie mit dem bekannten Gitarristen David Grubbs (seit den 80ern
in zahlreichen Bands, u. a. bei Squirrel Bait und dem Duo Gastr
Del Sol, inzwischen Assistenz-Professor am Brooklyn-College!) und
dem Schriftsteller und "Hobby-Musiker" Rick Moody zusammen.Die jeweiligen Schwerpunkte ergeben sich aus ihren Stärken: Hannah Markus ist vor allem die Leadsängerin, Rick Moody für die meisten Texte verantwortlich, David Grubbs ist der "Musiker" unter den Dreien. Zu hören gibt es schönen, unspektakulären und doch kantigen Folkrock mit viel Gitarre und ohne allzu viel Rhythmus (gelegentlich mit Ex-Pere Ubu Tony Maimone am Kontrabass und Tontechniker Joel Hamilton am Schlagzeug). (16.06.2009) |
| The Go-Betweens: "Live In London" (tag, Mai 2005) |
|
Wer jetzt neugierig geworden ist, den muss ich leider etwas enttäuschen,
denn diese Doppel-CD ist ohne Vertriebsdeal nur auf dem bandeigenen
tag-Label erschienen und deshalb nicht im Fachhandel erhältlich,
auch nicht bei Time-Live oder QVC oder so, sondern nur bei den Shows
der Band: z.B. vor 2 Wochen in der Kulturfabrik in Krefeld. Da
gab's dann zwar keine Geigen und keine Oboe zu hören, aber es war
natürlich trotzdem ein wunderschönes Konzert! Die Band hat
ja schließlich mit "Oceans Apart" ein
richtig gutes neues Album abgeliefert - und weiß das auch: vor 2 Jahren
in Köln, zur Veröffentlichung von "Bright
Yellow Bright Orange", war dieses Selbstbewusstsein (keine
Arroganz!) noch nicht so klar zu spüren, obwohl selbstverständlich
(!) auch das eine klasse Show war. Immerhin konnten sie unseren W4L-Bassisten
Johannes und seine Freundin Heike,
welche die Band bislang gar nicht kannten, davon überzeugen, auch
diesesmal in Krefeld mit dabei zu sein. |
| Hal: "Hal" (Rough Trade, Mai 2005) |
Letzten Sommer in Haldern habe ich die Junx wohl aus Unwissenheit noch
ausgelassen, als sie dort schon am frühen Nachmittag aufgespielt
haben. Wenn ich mir diesen wunderbaren Pop des Debütalbums jetzt
aber anhöre, so kann ich das nur bedauern! Übrigenz erinnern
mich die irische Band, nicht zuletzt wegen der hohen Stimme des Sängers,
an die legendären Pavlov's Dog
oder - etwas aktueller - an das englische Duo Turin
Brakes! Erinnerungen an die Frühsiebziger-Beach-Boys sind
auch da (á la "Sunflower").
Zu dem Todd Rundgren-Vergleich in mehreren Rezensionen kann ich
nichts sagen, weil ich von Mr. Rundgren eigentlich nichts kenne. Vielleicht
haben die Leute aber auch nur voneinander abgeschrieben.(31.07.2005) |
| Maria McKee: "Peddlin' Dreams" (Cooking Vinyl/Viewfinder, Mai 2005) |
Die Dame ist schon seit den Lone
Justice-Tagen in den 80ern eine meiner allerliebsten Sängerinnen
und hat mir vor ungefähr 10 Jahren im Kölner Luxor auch
zu einem meiner schönsten Konzerterlebnisse verholfen. Wobei ich
zugeben muss, dass die Tatsache, dass ich nur wenige Meter vor ihr im
Publikum gestanden habe, sehr zu diesem Eindruck beigetragen hat. Leider
gibt es viel zu wenige Platten von ihr und die letzten beiden Alben hinterließen
leider keinen besonderen Eindruck bei mir. Aber jetzt stimmt wieder alles
und ich bin verzückt. Wobei ich zugeben muss, dass die Tatsache,
dass ich das CD-Booklet mit ihrem Bild beim Hören in den Händen
halte, sehr zu diesem Eindruck beigetragen hat (ich glaube, ich wiederhole
mich!).Ach ja - die Musik: sie lebt wie immer von dieser einzigartigen Stimme, wobei die musikalische Umsetzung dieses mal etwas schlichter ausgefallen ist als sonst: meist nur E- und A-Gitarren, Piano und Bass, ab und zu Schlagzeug, Lapsteel und Keyboards. Also nichts Besonderes, aber es tut der ganzen Sache sehr gut. Unter den eigenen Songs hat sich beim ersten Hören zwar noch kein Ohrwurm herauskristallisiert, was aber sicherlich noch passieren wird. Am Ende der CD gibt es dann noch zwei sehr unterschiedliche Coverversionen (ihr wisst: ich liebe Coverversionen!): Neil Youngs "Barstool Blues" vom Zuma-Album, nur mit spärlichen und kraftvollen Pianoakkorden von Frau McKee selbst begleitet und eine alte Soulnummer "(You Don´t Know) How Glad I Am", die ich bislang nur von Delaney & Bonnie & Friends kannte. (01.06.2005) |
| Smog: "A River Ain't Too Much In Love" (Domino/Drag City, Mai 2005) |
Bereits im Frühjahr erschienen, aber erst jetzt gehört: Bill
Callahan ist nach Austin umgezogen und spielt jetzt noch ruhiger als
vorher auf seinen zahllosen Platten (von denen ich die wenigsten kenne).
Außerdem heißt sein Projekt jetzt "Smog" und nicht "(Smog)",
was ich aber nicht verstehen muss oder interpretieren möchte. Zur Orientierung: der Mann galt als Großmeister des Homerecordings und klingt ein wenig wie eine Kreuzung aus Bonnie "Prince" Billie (Will Oldhams spröde Songs) und Lambchop (Kurt Wagners Stimme). Eine schöne, sehr ruhige Platte. So was kann ich im Moment sehr gut hören. (17.12.2005) |
| Turin Brakes: "Jackinabox" (Mai 2005) |
Dieses britische Duo stand bislang eigentlich nicht auf meiner Rechnung,
warum auch immer. Dieses mal bin ich aber dabei und muss feststellen,
dass die beiden hier eine sehr überzeugende Arbeit abgeliefert haben.
Ich nenne das jetzt mal "Singer/Songwriter-Pop (fast) ohne Grenzen",
mit vielen Zutaten, die ich schätze (Akustikgitarren, alte Analogsynthesizer,
etc.) und einer besonderen Gesangsstimme, die man entweder lieben oder
hassen muss (siehe auch Hal und natürlich Pavlov's
Dog). Eine meiner wenigen Berührungspunkte mit dem aktuellen
Geschehen in der (englischen) Popmusik.(31.07.2005) |
| Loudon Wainwright III: "Here Come The Choppers" (Evangeline, Mai 2005) |
Loudon W. der Dritte (im Begleittext auch nur kurz und liebevoll "Third"
genannt) liefert uns das dritte tolle Wainwright-Album des Jahres (der
Kalauer musste jetzt sein!). Begleitet nur von den Allerbesten der Branche
(Gitarrist Bill Frisell, Steeler Greg Leisz, Bassist David
Piltch und unser aller Lieblinxdrummer Jim Keltner) liefert
er auch eines der besten LW3-Alben der letzten Jahre ab. Ich muss allerdinx
zugeben, dass ich seit ungefähr 10 Jahre seine Arbeit nicht mehr
ganz so intensiv verfolgt habe. Zuerst gab's letztes Jahr das tolle Konzert
in Duisburg (bereits mit Frisell und Leisz!), dann der kommerzielle
Erfolg von Sohn Rufus - jetzt war ich natürlich wieder etwas
neugieriger und muss sagen: Rufus ist schon ziemlich klasse, aber Papa
Loudon ist doch noch eher mein Fall: mehr Folk/Singer/Songwriter und weniger
Operette. Also einen ganzen Tacken "normaler". Vielleicht werde
ich ja auch nur alt... Wenn nur nicht das für meinen Geschmack unpassende
Cover wäre. Aber wie schon gesagt: ich werde wohl allmählich
zu alt...(11.06.2005) |
| John Hiatt: "Master Of Disaster" (New West, Juni 2005) |
Auf das Album musste ich ein bisschen warten, aber es hat sich gelohnt:
es liegt nach meinem Geschmack sogar über dem gewohnt hohen Qualitätsstandard,
den alle Hiatt-Alben der letzen Jahre (Jahrzehnte?) hatten. Dieses mal
ohne seine Stammband (die Goners mit Sonny Landreth), aber mit
der kompletten Dickinson Familie aus Memphis, samt deren Anhang
(Vater Jim als Produzent und gelegentlicher Keyboarder und die
Söhne Luther und Cody an Gitarre bzw. Schlagzeug. Am
Bass die Memphis-Legende David Hood, der wohl schon so ziemlich
überall gespielt hat, zuletzt auch bei Frank
Black.Ach ja - meine erste Sack-CD, oder wie das heißt. Wahrscheinlich wegen dem Cover im sackleinenfarbenen Design. Oder so. (01.08.2005) |
| Robyn Hitchcock: "Spooked" (Proper, Juni 2005) |
Erst spät entdeckt: bereits vor zwei Jahren erschien diese Kooperation
des ehemaligen Sängers der Soft
Boys mit Gillian Welch und David Rawling. Meist akustisch
und immer spärlich instrumentiert. Wenn neben Akustikgitarren und
E-Piano mal wirklich Bass und Schlagzeug benötigt werden erledigt
das Gillian Welch meist selber, die ja bereits auf ihrem letzten
Album "Soul Journey"
trommelte. Als Gast kommt bei zwei Liedern Bassist Joey Spampinato
von den legendären NRBQ zum Einsatz.(12.08.2007) |
| Ida: "Heart Like A River" (Polyvinyl, Juni 2005) |
Erst kürzlich habe ich die New Yorker Band Ida für mich entdeckt.
Ich war so angetan von diesem feinen, unspektakulären und doch so ungewöhnlichen
"Wohlklang", dass ich mich natürlich noch weiter mit dem Backkatalog
der Band beschäftigt habe. Und weil mir auf der "My
Dark EP" vor allem die Liveversion vom "Late Blues"
so besonders gut gefallen hat, habe ich mir als erstes dieses Studioalbum
mit der Nummer besorgt. "Heart Like A River" finde ich jetzt
sogar noch besser als die "My
Dark EP" und "Lovers
Prayers", das neue Album von 2008. Da gibt es jetzt noch
viel zu entdecken!
(11.12.2008)
|
| The Posies: "Every Kind Of Light" (Rykodisc, Juni 2005) |
Eine Wiedervereinigung der angenehmen Art! Vor ungefähr 10 Jahren
war die aus Seattle stammende Band um die beiden Sänger, Gitarristen
und Songschreiber Ken Stringfellow und Jon Auer inmitten
des "Grunge" für die Abteilung "Gitarrenpop"
zuständig und hatte etwa mit "Frosting
On The Beater" ein ganz vorzügliches Alben abgeliefert.
Dann wurde es etwas ruhiger um die Band, man verdiente sich sein Geld
u. a. als Tourmusiker für R.E.M. oder machte Soloalben (von denen
ich allerdinx keines kenne). Auer und Stringfellow unterstützten
sogar Alex Chilton und Jody Stephens bei deren Rückkehr
als Big Star: von 1993 gibt
es ein schönes Livealbum. Mitte (Ende?) der 90er war dann auch mit
den Posies Schluss. Jetzt haben sich die beiden alten Köpfe der Band
mit einer neuen Rhythmusgruppe zur Weiterarbeit unter dem alten Namen
entschlossen und dabei dieses schöne Album zustande gebracht. Und
in wenigen Tagen soll es sogar das erste Studioalbum
von Big Star seit ca. 30 Jahren geben! Ich bin schon ganz gespannt...(03.10.2005) |
| Patricia Vonne: "Guitars & Castanets" (CoraZong, Juni 2005) |
Ich
muss gestehen, dass mir Mrs. Vonne vor dem Konzert im Weseler JZ Karo
am vergangenen Samstag völlig unbekannt war. Auch das im Programmheft
abgebildete Plattencover hatte mich nicht wirklich neugierig gemacht.
Hingegangen bin ich zum Konzert schlich und einfach, weil sonst nichts
los war und ich mich bislang immer darauf verlassen konnte, dass mein
guter Freund Mathias Schüller bei der Auswahl der Bands geschmacklich
immer auf der richtigen Seite war. Was ich dann zu sehen und hören
bekam, war dann eine Überraschung der besonderes angenehmen Art,
denn bei Mrs. Vonne aus Austin, Texas, handelt es sich um eine ganz wunderbare
Sängerin, Songschreiberin und äußert attraktive junge Dame, die mit
einer der größten Portionen Charme, die der kleine Konzertsaal in Wesel
je gesehen hat, die Herzen aller anwesenden im Sturm erobert hat. Die Musik ist eine Schnittmenge ihres musikalischen Erziehung im Grenzgebiet Mexico/USA mit erdigem Rootsrock á la Steve Earle, punkigen Elementen (sie mag vor allem die Cruzados und soll auch mal bei Tito & Tarantula mitgemacht haben), also GUITARS auf der einen Seite, aber auch mexikanischer Folklore und spanischem Flamenco auf der anderen Seite: eben CASTANETS. Die sie selber im Konzert übrigenz ganz meisterlich spielte. Als dort dann sogar eine Flamenconummer im Reggaerhythmus gespielt wurde und es mir TROTZDEM GUT GEFIEL, dacht ich kurz, dass ich vielleicht nur völlig becirct war von der gewinnenden Art der Dame - aber NEIN: das Lied kam völlig selbstverständlich daher und war einfach gut! (19.11.2005) |
| Danny George Wilson: "The Famous Mad Mile" (Fargo, Juni 2005) |
Über das Internet haben sich bei mir in letzter Zeit so einige Kontakte
entwickelt, wo man sich musikalisch austauscht, wobei auch ich dann immer
wieder auf neue Sachen gebracht werde, die ich sonst möglicherweise
nie kennen gelernt hätte. So brachte mich Heino Walter z.B.
auf den in Australien geborenen, aber in England lebenden (und aufgewachsenen?)
Sänger und Gitarristen Danny Wilson, der hier sein akustisches Debüt
vorlegt, aber ansonsten in der mir ebenfalls unbekannten (in England aber
doch wohl populären) Band Grand Drive singt.Ich behaupte mal: eines der besten akustischen Singer/Songwriteralben seit langem! Mit tollen Männlein/Weiblein-Gesangsduetten in der Tradition von Gram und Emmylou (es singt die mir bisher ebenfalls unbekannte Amerikanerin Jess Klein). Produziert und aufgenommen "over four Saturdays in June/July 2003" vom Multiinstrumentalisten Simon Alpin, der ansonsten bei der amerikanischen Band Willard Grant Conspiracy Gitarre spielt (und den ich deshalb wahrscheinlich im vergangenen Jahr im JZ Wesel auch schon live gesehen habe!), der aber scheinbar Engländer ist. Oder was auch immer. (31.07.2005) |
| Frank Black: "Honeycomb" (Juli 2005) |
Der Pixies-Sänger ging nach Nashville um dort (fast) eine
Country-Platte zu machen! Als alter Fan habe ich da natürlich wieder
reingehört, während ich mit dem wüsten Punkrock, den er
in den letten Jahren mit den Catholics veröffentlicht hat,
leider nichts anfangen konnte und es von den Pixies selber seit der Wiedervereinigung
"nur" eine Live-DVD, aber kein neues Material gibt. "Honeycomb" ist "klassisch-nashville" live im Studio eingespielt und hat allen Beteiligten offenbar viel Spaß gemacht (mit dabei u.a. Steve Cropper, Reggie Young und Buddy Miller an den Gitarren!!!) und ist eine extrem lässige Angelegenheit. Von den neuen Liedern ist beim ersten Hören zwar kein Hit vom Kaliber der alten Pixies-Kracher auszumachen, aber mit "Dark End Of The Street" gibt's einen schönen Soul-Klassiker in einer Neuaufnahme. (31.07.2005) |
| Los Hermanos: "Quatro" (Sony, Juli 2005) |
Brazil!(13.02.2009) |
| John Scofield: "That's What I Say" (Verve, Juli 2005) |
Einer
meiner seltener gewordenen Spontankäufe, d.h., das Album stand eigentlich
nicht auf meiner Einkaufsliste: John Scofield mag ich zwar sehr als Jazzgitarristen
("Au Go Go" von 1997 mit
Medeski/Wood/Martin ist der Hammer!), aber ich kenn mich mit Ray
Charles nicht sonderlich aus (ist deutlich vor meiner Zeit!). Es geht
hier nämlich um eine Vorbeugung vor dem im letzten Jahr verstorbenen
Sänger und Pianisten. Aber ich fand seinen Auftritt in der Sitcom
"Die Nanny" als Lover der Großmutter eigentlich immer ziemlich
witzig (oops - jetzt ist mein Ruf als ernsthafter Musikkritiker wohl ruiniert!).
Aber zurück zur Platte: die Kritiken waren nicht sonderlich positiv, aber weil dies bereits eine billige 2nd-Hand-CD war, habe ich einfach mal rein gehört und stelle fest: tolle Songs (komponiert von oder aus dem Repertoire von Ray Charles), toller Sound, tolle Musiker in einer ungewöhnlichen Mischung (nicht nur die "Üblichen Verdächtigen", aber u. a. Dr. John, Warren Haynes, Aaron Neville, Mavis Staples, John Mayer, David "Fathead" Newman, Steve Jordan und Willie Weeks). (01.08.2005) |
| Black Rebel Motorcycle Club: "Howl" (RCA, Aug. 2005) |
Ich muss gestehen, dass ich die beiden (?) alten Platten der Band nicht
wirklich kenne. Irgendwie zwischen den ganzen Strokes, Libertines und
wie sie alle heißen, ging das irgendwie an mir vorbei. An ein Stück
auf einer Rolling-Stone-Heft-CD glaub ich mich erinnern zu können
- und dass mir das zu "krachig" war. Jetzt ist das neue Album
da, bekam nur mäßige Kritiken, u. a. weil plötzlich Akustikgitarren,
Harmonikas und Dobros im Spiel waren. Für einen solchen Ansatz von
Folklore scheint die Band den meisten Kommentatoren wohl nicht "authentisch"
genug zu sein. Mir ist das natürlich völlig wurscht und der
etwas "dezentere" neue Ansatz kommt mir gerade recht. Ein schönes
Album mit schönen Liedern, dass auch locker nach 1968 gepasst hätte
...(14.10.2005) |
| The Magic Numbers (EMI/Heavenly Recordings, Aug. 2005) |
In Haldern hab ich sie zwar verpasst, weil ihr Auftritt von der Hauptbühne
in das Spiegelzelt verlegt wurde, aber ich war aufgrund der Vorhabinformationen
neugierig: zwei Geschwisterpärchen aus Trinidad (?) machen Folkrock
bzw. Gitarrenpop und werden anscheinend wegen der Leibesfülle der Junx
und Mädelz mit den Mamas & Papas in Verbindung gebracht,
bei denen zumindest eine der Mütter dick war. In beiden Bands wird
mehrstimmig gesungen (aber: wer tut das in der Popmusik nicht?). Wenn
ich die Platte jetzt höre kann ich nur feststellen, dass es sich
um angenehmen Gitarrenpop mit Ecken und Kanten handelt, wo mehr einstimmig
als mehrstimmig gesungen wird und mich überhaupt nichts an "California
Dreaming" erinnert. Allerdinx kenne ich auch kaum ein anders Lied
dieser Gesangstruppe. Und Folkelement finde ich außer der gelegentlichen
Geige auch keine. Einfach nur eine schöne, unspektakuläre Platte!(03.10.2005) |
| Nickel Creek: "Why Should The Fire Die?" (Sugar Hill, Aug. 2005) |
Im letzten Jahr habe ich das dritte Album einer der besten jungen Bluegrassbands
doch glatt verpasst, aber jetzt beim stöbern im Nürnberger Zweitausendeins-Laden
doch noch entdeckt. Ich will über die Band an dieser Stelle gar nicht
mehr viele Wort verlieren. Nur soviel: es handelt sich eigentlich um keine
typische Bluegrassplatte, auch wenn das rein akustische Instrumentarium
noch darauf hindeutet: Gitarre, Mandoline, Fiedel, Kontrabass und Banjo.
Im Mittelpunkt stehen stattdessen die Songs der drei Musiker Chris
Thiele, Sean Watkins und Sarah Watkins, die vielleicht
(noch) nicht die Klasse von Bob Dylan haben (einzige Coverversion
ist Dylans wunderbares "Tomorrow Is A Long Time"), mich in ihrer
Direktheit und "Ehrlichkeit" aber doch sehr beeindruckt haben.
Neben dem wie gehabt virtuosen Instrumentalspiel der drei und ihrem Bassisten
Mark Schatz.(29.01.2006) |
| Son Volt: "Okemah And The Melody Of Riot" (Sony/Legacy/Transmit Sound, Aug. 2005) |
Warum Jay Farrars neue Platte wieder wie früher unter dem
Namen "Son Volt" veröffentlicht wurde und nicht als Soloalbum,
liegt sicherlich nicht an den Mitmusikern, denn das sind alles neue Leute
(Brad Rice aus dem Ryan Adams-Umfeld, Canyon-Trommler Dave Bryson,
der bereits beim letzten Live-Soloalbum dabei war, und der mir unbekannte
Bassist Andrew Duplantis), sondern eher am wieder rockigeren, elektrischen
Klang, wohingegen die Soloalben gleichzeitig "experimenteller"
und auch akustischer waren - und schlechte Kritiken erhielten, was ich
nicht so richtig nachvollziehen konnte. Böse Zungen sprechen deshalb
jetzt von (bösen) rein kommerziellen Gründen, weil das Etikett
"Son Volt" eben ein besserer Markenname als "Jay Farrar"
ist. Wie dem auch sei - das Album ist nämlich ziemlich klasse geworden.
Außerdem ist es mir ziemlich egal, wo die CD letztendlich im Regal einzusortieren
sein wird! Außerdem hat man mit Sony dieses mal einen ungleich besseren
Vertriebsweg als zuletzt gefunden (das soll nichts gegen das tolle Blue
Rose-Label aus Süddeutschland sagen, wo das letzte Jay Farrar-Soloalbum
erschienen ist!)(02.09.2005) |
| Richard Thompson: "Front Parlour Ballads" (Cooking Vinyl, Aug. 2005) |
Mein alter Held zurück mit einem kleinen Meisterwerk! "Klein"
in der Hinsicht, dass bis auf gelegentliche Trommeleinlagen von Debra
Dobkin und ein paar eigener E-Gitarren-, Mandolinen und Akkordeon-Overdubs,
es eigentlich nur um seine Songs, seine Akustikgitarre und seine Stimme
geht. Ich hatte fast vergessen, was für ein toller Folkgitarrist
der Mann ist!Und wenn ich jetzt unbedingt noch ein Haar in der Suppe finden soll: nicht zum ersten Mal ein scheußliches Cover, dass hoffentlich niemanden vom Kauf abhält. In diese Kategorie gehören sicherlich auch "Amnesia" von 1988 (mit Richard im Clownskostüm und einem Kerl, der sich gerade rasiert), vielleicht das ansonsten tolle Album "Rumour & Sigh" von 1991 (Richard mit Gitarre als Kinderbild), aber sicherlich "Mirror Blue" von 1994 (Richard mit Gitarre als Wachsfigur) (19.08.2005) |
| Laura Veirs: "Year Of Meteors" (Nonesuch, Aug. 2005) |
Das fünfte Album der Sängerin, die ich leider erst seit "Saltbreakers",
Album #6, auf dem Radar habe ... (22.03.2010) |
| The Walkabouts: "Acetylene" (Glitterhouse, Aug. 2005) |
Das neue Album unserer alten Helden ist richtig gut - und damit war ja
eigentlich nicht zu rechnen. Geschweige, dass es überhaupt ein neues
Album gibt, denn die beiden Hauptprotagonisten Chris Eckman und
Carla Torgerson wurden bei ihren Soloveröffentlichungen der
letzten Jahre doch eigentlich schon unter dem Etikett "Ex-Walkabouts"
verkauft!(31.07.2005) |
| Ryan Adams & The Cardinals: "Jacksonville City Nights" (Lost Highway, Sept. 2005) |
Unglaublich der Mann! Einerseits ärgere ich mich sehr darüber,
dass bereits zum zweiten Mal die Tournee abgesagt wurde (für das
Köln-Konzert vom letzten Jahr sitze ich hier immer noch auf der Konzertkarte!).
Andererseits diese tollen Alben! Für das aktuelle Jahr wurden gleich
drei angekündigt: "Cold Roses"
erschien im vergangenen Mai und war eine geniale Verbeugung vor dem 70er-Jahre-Singer-Songwriter-Rock
und hatte sogar witzige Referenzen an Jerry Garcia und Neil
Young., verantwortlich dafür der Gitarrist J.P.Bowersock,
der auch jetzt wieder dabei ist. Im Grunde fehlt von den Cardinals
vom Jahresanfang nur die Steelgitarristin Cindy Cashdollar, die
durch den mir unbekannten Jon Graboff ersetzt wurde. Was gibt es
ansonsten für Veränderungen gegenüber "Cold
Roses" zu berichten? Weniger E-Gitarre (ich erkenne beim ersten
Hören keine Jerry- oder Neil-Zitate), mehr Akustikgitarre und mehr
Pedalsteel. Also klingt's insgesamt etwas mehr nach Country und weniger
nach Rock. Besser oder schlechter? Keine Ahnung. Und, da beide Alben gut
sind, eine völlig unwichtige Frage! Ach ja, als verkaufsförderndes Argument vielleicht noch der Hinweis auf ein Duett mit Norah Jones, die ich zuletzt so schön schüchtern und verklemmt im Video vom Gram Parsons Tribute-Konzert zusammen mit Keith Richard erleben konnte. Oder der Hinweis auf die einzige Coverversion auf dem schmalen Grat zwischen Kitsch und genialer Kunst: den Standard "You Were Always On My Mind" kennt man ansonsten hauptsächlich von Elvis Presley oder Willie Nelson. Das hat (fast) die gleiche Qualität wie Neil Youngs Bearbeitung von "Oh Lonesome Me", damals auf "After The Goldrush"! (25.09.2005) |
| Devendra Banhart: "Cripple Crow" (XL, Sept. 2005) |
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Seine alten (Hardcore-)Fans soll der Mann angeblich vergrault haben,
weil er nicht mehr alleine oder im kleinen Kreis zu Hause, sondern mit
sehr vielen Freunden in den legendären Bearsville-Studios
in Woodstock aufgenommen hat. Das ist NICHT dort, wo mal dieses
historische Festival war, sondern dort, wo Bob Dylan mal lebte,
sich mit dem Motorrad langlegte und mit The Band die Basement
Tapes aufnahm. Ach ja - Music From
Big Pink stammt auch daher. |
| Big Star: "In Space" (Rykodisc, Sept. 2005) |
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| Dirk Darmstaedter: "Coming Up For Air" (Tapete, Sept. 2005) |
Nach mehreren Alben unter dem Pseudonym Me
And Cassity und einer Duettplatte
mit Bernd Begemann, gibt's jetzt endlich was Neues unter eigenem Namen.
Warum hier eine neue "Vermarktungsstrategie" gewählt wurde,
ist mir zwar nicht ganz klar, aber auch völlig unerheblich, denn
der Ex-Frontmann der Jeremy Days
hat eine ganz vorzügliche Singer/Songwriter-Platte (oder sagt man:
"Erwachsenen-Pop"?) hinbekommen, die bis auf die Schlagzeugspuren
komplett von und bei ihm zu Hause aufgenommen wurde! Als Bonus ist in
der Erstauflage eine CD mit fünf extrem geschmackvollen Coverversionen
dabei, die ein bisschen das musikalische Terrain abstecken: Songs von
Neil Hannon (The Divine Comedy), Mike Scott (Waterboys),
Lyle Lovett, Paul Westerberg (Replacements) und Carole
King. Eine gute Mischung für den Feinschmecker.(11.10.2005) |
| Element Of Crime: "Mittelpunkt Der Welt" (Polydor, Sept. 2005) |
Das Album auf dieser Seite vorzustellen hatte ich fast wieder vergessen,
dabei weiß ich gar nicht warum, denn es ist richtig gut geworden! Als
es im September erschien, hat mich die Qualität dieser Neuveröffentlichung
einer der langlebigsten deutschen Bands (das erste Album stammt immerhin
von 1986!) doch ein wenig überrascht, denn ich hatte da eigentlich
nichts Besonderes erwartet. Doch was passiert? Element Of Crime, die Band
um Sven Regener, der inzwischen als Bestseller-Buchautor wahrscheinlich
mehr verdient als mit seiner Musik, hat ein zeitloses, unspektakuläres
und souveränes Meisterwerk hingelegt, das mehr als deutlich zeigt,
dass diese Band in ihrer eigenen Liga spielt, völlig unabhängig
davon, ob deutschsprachige Rockmusik gerade mal wieder im Trend liegt
(Wir Sind Helden, etc.) oder nicht.(25.12.2005) |
| Freakwater: "Thinking Of You" (Thrill Jockey, Sept. 2005) |
Mein
liebstes Country-Mädel-Duo, dieses mal mit Unterstützung von
Musikern der Band Califone. |
| Jerry Garcia: "Legion Of Mary" (The Jerry Garcia Collection Vol. 1) (Rhino, Sept. 2005) |
Die Menge der posthum veröffentlichten Live-CDs von und mit Jerry
Garcia wird immer unüberschaubarer, aber ab und zu leg ich mir doch
die eine oder andere zu. Dieses mal hat mich eine seltenere Besetzung
der Jerry Garcia Band gereizt, die sich Herbst 1974 bis Sommer
1975 auch nicht so, sondern Legion Of Mary nannte, wahrscheinlich
aus Tarnungsgründen, um weiter in kleineren Clubs spielen zu können.
Zum Kern um Organist Merl Saunders und Bassist John Kahn
kamen der ehemalige Elvis-Presley-Trommler Ron Tutt und erstmalig
Saxofonist Martin Fierro, während es sich beim Liedmaterial
um Jerry´s typische Auswahl an Covers handelt (Dylan, Soul), die wie bei
einer Jazzband nur Vehikel für lange Soli sind. Das ist zwar nur
was für Fans, aber doch schön anzuhören: durchgängig
lange und relaxte Jams in hervorragender Soundqualität.(05.01.2006) |
| Julia Hummer & Too Many Boys: "Downtown Cocoluccia" (Strange Ways, Sept. 2005) |
Wir wollen gar nicht viel über das "Schauspielerin glaubt Musik
machen zu müssen" Ding zu reden, denn ich kenne sowieso keinen
ihre Filme. Die Musik klingt ein wenig nach Bob Dylan (tolle Mundharmonika
von Julia, selbst gespielt!) und Lou Reed. Julia singt mit zarter
Stimme und NICHT auf Englisch, was im Moment ja mal wieder das Ding der
Stunde ist. Die Platte kommt beim tollen Label Strange Ways heraus,
von dem ich lange nix mehr gehört habe. Bei den "Too many Boys"
ist mit Christoph Uhe (Speedniggs, Locust Fudge, Sharon Stoned)
ein alter Bekannter dabei, von dem ich auch lange nix gehört habe.
Und irgendwie erinnert mich das Ganze ja an eine Platte von (nicht lachen!)
Vanessa Paradis, die damals von Lenny
Kravitz produziert wurde, auf der sich ja mit "Waiting For My man"
auch was von Lou Reed befand. Und ist die nicht auch Schauspielerin?(17.12.2005) |
| Eugene Kelly: "Man Alive" (Cherry Red/Rev-Ola, Sept. 2005) |
Vor knapp drei Jahren schrieb ich zur EP "Older
Faster" des ehemaligen Vaselines-Sängers, dass es
hoffentlich bald ein ganzes Album mit diesen wunderschönen schottischen
Folksongs gäbe. Leider wartete ich dann vergeblich und hatte den
guten Mann inzwischen schon fast wieder vergessen.Letzte Woche habe ich mir seit Ewigkeiten mal wieder eine Fahrt zum ehemals besten Plattenladen der Welt in Köln gegönnt und dort zufällig diese nun auch schon wieder fast ein Jahr alte CD entdeckt und natürlich sofort eingepackt. Zwar hat das Cover einen völlig anderen Stil, aber die Musik ist die gleiche wie auf der alten EP. Es befinden sich sogar alle vier alten Lieder auch auf der neuen CD wieder, nach dem ersten Höreindruck sogar in identischer Version (ein Grund, warum ich mir normalerweise keine Maxis kaufe!). Alles klingt wunderschön ... jetzt kommt natürlich das ABER, denn die neuen Lieder sind zwar alle sehr schön, aber die 4 alten gefallen mir auch im neuen Zusammenhang am besten. Zumindest bin ich jetzt über Albumlänge nicht mehr ganz so begeistert wie zuvor. Somit würde also zum Glücklichsein die alte EP weiterhin völlig ausreichen. Vielleicht hatte ich beim Hören aber auch nur schlechte Laune oder mangelnde Konzentration? Man muss Mr. Kelly sicherlich noch eine zweite Chance geben... (02.08.2006) |
| Bettye LaVette: "I´ve Got My Own Hell To Raise" (Epitaph/Anti, Sept. 2005) |
Das
Rezept ist nicht neu: man/frau nehme eine nicht ganz so bekannte Soulsängerin,
Songs von Songschreibern der ersten Liga (Joan Armatrading, Aimee
Mann, Lucinda Williams, u.a.), eine kleine, aber feine Band
(u.a. mit Keyboarderin Wendy Coleman, die mal bei Prince
dabei war, und Bluesgitarrist Doyle Bramhall II) und lasse das
Ganze von Joe Henry zu einem leckeren Gericht zusammenkochen. Da
hat bei Solomon Burkes "Don´t
Give Up On Me" von 2002 schon mal sehr gut funktioniert und tut
es auch hier wieder!(04.02.2006) |
| Thelonius Monk Quartet with John Coltrane: "At Carnegie Hall" (Blue Note, Sept. 2005) |
Wahnsinn! Ein neues Album von Monk und Trane, zwei der wichtigsten
Jazzmusiker aller Zeiten und auch zwei meiner absoluten Favoriten! Die
Aufnahmen stammen von einem Wohltätigkeitskonzert in der New Yorker
Carnegie Hall vom 29.11.1957 und wurden erst kürzlich in einem verstaubten
Archiv entdeckt. Geniale Musik - und ein fantastischer Sound!(05.11.2005) |
| Bonnie Raitt: "Souls Alike" (Capitol, Sept. 2005) |
Vielleicht
nicht mehr ganz so spannend, wie in den 70ern, als sie noch bei Warner
war und noch nicht ganz so populär wie seit ihrem Durchbruch mit
"Nick Of Time" Ende
der 80er, aber zumindest ist "Souls Alike" ein Album, das man
sich gut anhören kann - und so was kann ich über das Spätwerk
der meisten ihrer Altersgenossen nicht sagen (auch über das 2005er-Werk
von Van Morrison hab ich bislang geschwiegen, uninteressant wie
es nun mal ist!). Außerdem hab ich die Lady im Sommer 2004 live im Bonn
im "Vorprogramm" von Van The Man gesehen - und das war
schlichtweg sensationell, wie sie da gesungen und gleichzeitig mit dem
Bottleneck gearbeitet hat!(Herbst 2005) |
| Jackson Browne: "Solo Acoustic Vol. 1" (EMI/Inside Recordings, Okt. 2005) |
Ich hatte den Mann gar nicht mehr auf meiner Rechnung, denn die wenigen
Alben der letzten Jahre fand ich eigentlich nur noch irgendwie "OK", ehrlicher
ausgedrückt sogar ziemlich uninteressant. Die überraschend positiven
Kritiken über dieses Livealbum haben mich dann aber doch dazu gebracht,
mir die neue Platte zu besorgen - und ich finde sie einfach nur wunderschön,
weil Jackson Browne einfach Unmengen fantastischer Lieder hat. Und mit
"Fountain Of Sorrow" ist sogar mein Lieblingslied von ihm dabei,
das ich damals im Nightflight von Alan Bangs zum ersten mal gehört
und mit meinem alten Nordmende-Kassettenrekorder aufgenommen hatte. Einfach
nur schön ... Und "Late For
The Sky" ist nach wie vor eine meiner Lieblingsplatten aller
Zeiten.(04.03.2006) |
| Vashti Bunyan: "Lookaftering" (Fat Cat, Okt. 2005) |
Eine britische Folksängerin, die nach 35 Jahren Pause ihr 2. Album
veröffentlicht! Ich muss gestehen, dass ich bis vor kurzem noch nie
was von der Frau gehört habe, auch die Wiederveröffentlichung
des ersten, von Joe Boyd produzierten und mit Fairport Convention-Musikern
eingespielten Album vor fünf (?) Jahren, ging komplett an mir vorbei.
Jetzt habe ich aber zugegriffen und finde, dass das eine wunderschöne,
ruhige Musik ist. Ob das jetzt tatsächlich die Klasse von Sandy
Denny, Linda Thompson und Beverley Martyn hat, womit
gerne verglichen wird? Keine Ahnung, wahrscheinlich nicht, was aber auch
völlig egal ist. Meist gibt es nur Gesang und Akustikgitarre, viel Klavier (vom mir unbekannten Produzenten Max Richter gespielt), ab und zu Streicher, Blockflöte, E-Gitarre oder Harfe. Die Dame hat viele Fans unter der neuen Generation der "Hippiefolker", von denen Devendra Banhart bei einem Lied zu hören ist. Von den alten Weggenossen ist aber nur Robert Kirby an Trompete und Waldhorn dabei, der legendäre Orchesterarrangeur der ersten beiden Nick Drake-Alben. (17.12.2005) |
| Hansen Band: "Keine Lieder Über Liebe" (Universal/Grand Hotel Van Cleef, Okt. 2005) |
"Dürfen
Schauspieler singen" (Teil 2). Jürgen Vogel darf das,
trotz einer gar nicht so besonders tollen Stimme, genauso wie Julia
Hummer, denn die "Hansen Band" spielt einen tollen Gitarrenrock
(dabei sind "echte Musiker" von Kettcar und Tomte)
und schreibt gute Songs, die mir sogar gefallen, obwohl sie in deutsch
sind. Eigentlich eine reine "Retortenband", wie bei "Still
Crazy" und "Almost Famous", denn sie wurde eigentlich nur
für den (gleichnamigen?) Spielfilm gegründet, aber es wurde
eine "richtige" Tournee mit "richtigen" Konzerten
vor "echtem" Publikum gespielt. Soll toll gewesen sein und kann
man im Film wahrscheinlich gut nachempfinden.(30.12.2005) |
| Hawkwind: "Take Me To Your Leader" (Hawkwind Records, Okt. 2005) |
Da bin ich jetzt schon ein bisschen stolz drauf: meine erste selbst gekaufte
Langspielplatte, im zarten Alter von 14 Jahren, war "Space
Ritual" von Hawkwind. Und nix von Slade, Sweet,
Middle Of The Road oder T.Rex, die ich alle zuvor in einer
kurzen und heftigen Phase zwar auch ganz gerne gehört habe und von
denen ich auch einige Singles besaß. Aber richtig los ging es bei mir
eben mit Hawkwind, die ich im Gegensatz zu den anderen genannten
Kapellen auch nach über 30 Jahren immer noch hören kann, ohne
rot zu werden. Und das Schöne ist: die Junx um Dave Brock
machen immer noch interessante Musik, immer noch diesen bekifften "Spacemetal"
mit viel Synthesizern (die früher mal "Audio Generatoren"
hießen und nur blubberten, die jetzt aber sicherlich auch bei Hawkwind
digitalisiert sind). Gibt's was Neues zur neuen Platte (die Nr. 37? Nr. 41? Nr. 55?) zu sagen? Eigentlich nichts. "Business As Usual" in der Minimalbesetzung der letzten Jahre, von deren Livequalitäten ich mich schon überzeugen konnte, mit Captain Brock an der Gitarre und den Keyboards, Alan Davey am Original-Lemmy-Rickenbacker-Bass und mit Orginal-Lemmy-Mikrophonständereinstellung (Kenner wissen, was ich meine!) und ebenfalls an den Keyboards und Trommler Richard Chadwick. Die Eröffnungsnummer "Spirit Of The Age" ist sogar eine Neuauflage eines Liedes der Band aus den späten 70ern (vom Album "Quark, Strangeness & Charm"), bei zwei Stücken hilft Ex-Mitglied Simon House an Geige und Keyboard aus, bei einem Lied "singt" Lene Lovich, bei zweien Arthur Brown ("Fire"). Es gibt sogar einen Saxofon-Spieler - aber leider heißt der nicht Nik Turner. Es bleibt die Frage: Ist die Platte gut? Oder relevant in heutigen Popmusikzeiten? Ist mir ziemlich egal, denn als einziger nicht kiffender bekennender Hawkwind-Fan habe auf jeden Fall meinen Spaß bei der CD! (21.10.2005) |
| Curt Kirkwood: "Snow" (Little Dog, Okt. 2005) |
Das Album steht schon seit November in meinem Plattenregal, aber damals
war ich ein wenig enttäuscht bzw. unbeeindruckt. Jetzt hab ich es
noch mal rausgekramt und in Ruhe gehört und finde es doch noch ganz
schön. Und einem alten Helden muss man ja doch immer eine Extrachance
geben. Mit Neil Young und Ryan Adams (OK. Ryan ist noch
nicht so alt, sieht aber schon so alt aus!) war ich ja auch geduldig.Curt Kirkwood kennen wahrscheinlich nicht viele von Euch mit Namen, denn als Sänger und Gitarrist der Meat Puppets hatte er zwar Insider-Kultstatus, war aber nie kommerziell erfolgreich. Ein großer Meat Puppets-Fan war auf jeden Fall Kurt Cobain, weshalb Curt & Kurt damals bei Nirvanas MTV-Unplugged-Konzert miteinander musiziert haben, was dann wohl sein kleiner Augenblick der großen Aufmerksamkeit war. (12.01.2006) |
| Tom Liwa: "Glauberg/California" (Normal/Return To Sender, Okt. 2005) |
Zwar "nur" eine Mailorder-Only-Veröffentlichung außerhalb
der Reihe, aber doch eine sehr schöne! Tom Liwa, einziger relevanter
Popmusikkünstler aus Duisburg (wer faselt da was von Peter Bursch
und Kim Merz?) und ehemaliger Kopf der Flowerpornoes
liefert uns hier in 70 Minuten über 20 Lieder, wovon ungefähr
die Hälfte von Randy California stammt, dem leider viel zu
früh verstorbenen Sänger und Gitarristen der Band Spirit.(17.12.2005) |
| Jeb Loy Nichols: "Now Then" (Tuition, Okt. 2005) |
Das neue Tuition-Label aus Mainz hat meine Hochachtung. Natürlich
vor allem wegen der Go-Betweens. Aber
eben auch weil sie einen alten Bekannten unter Vertrag haben, den ich
im Oktober in Nürnberg zusammen mit meiner Lieblinxband live erleben
konnte. Jeb Loy Nichols war mal in den 90ern Chef der Fellow
Travellers, die eine unnachahmliche Mischung aus Country, Reggae und
Soul spielten. Auch auf seinem neuen Soloalben ist das nicht viel anders:
es haben sich höchstens die Akzente ein klein wenig weg aus Jamaika
in Richtung Nashville bzw. Memphis verschoben. Mark Nevers von
Lambchop hat in Nashville produziert,
der legendäre Southern-Soul-Songwriter Dan Penn singt einmal
und auch die liebreizende Lorraine Morley aus alten Fellow
Travellers-Tagen ist zu hören. Schöne Platte.(10.01.2006) |
| "Dream Brother: The Songs Of Tim + Jeff Buckley" (Full Time Hobby, Okt. 2005) |
Na, das passt jetzt aber wirklich gut! Kaum habe ich mit meinem alten
Kumpel Frank Preuß beschlossen, dass wir ein kleines Tim
Buckley-Cover-Projekt starten, gibt es auch schon eine neue Tribute
CD! Nach "Sing A Song For You" von 2000 ist es meines Wissens
nach auch erst die zweite Kompilation zu dem Thema. Und, wie der Name
schon sagt, werden hier nicht nur Songs vom Vater, sondern auch vom Sohn
interpretiert: Die Ähnlichkeiten von beiden in musikalischer und
biografischer Hinsicht sind dermaßen groß (und sollen hier nicht weiter
ausgewalzt werden), dass ich mich wundere, warum bisher niemand auf diese
Idee gekommen ist. Von den Beteiligten (weitestgehend britischen?) Künstlern
und Bands sind mir eigentlich nur The Magic Numbers
und Kathryn Williams geläufig,
aber alle Beiträge sind gut oder klingen zumindest interessant. Von
den 7 Liedern des Vaters werden Frank und ich am 10.12.2005 im
Weseler JZ Karo übrigenz auch drei spielen: "I Must Have
Been Blind", "Song To The Siren" und "Buzzin' Fly".
(13.11.2005) |
| Edith Frost: "It's A Game" (Drag City, Nov. 2005) |
|
Na ja - je öfter ich die CD höre, desto spröder wirkt
das Ganze. Irgendwie langweilig. Und genauso wie bei Cat
Power muss ich fragen: Wo sind bloß die guten Melodien? |
| Guru Guru: "In The Guru Lounge" (SPV/Revisted, Nov. 2005) |
|
Ach, was bin ich wieder gemein - und deshalb zurück zum eigentlichen
Thema: Das neue Guru Guru-Album müsste wohl ungefähr das 25.
sein, aber da fehlt mir der Überblick. Mani Neumeier hat seit einigen
Jahren eine konstante Besetzung mit ein paar Ehemaligen zusammen: Saxofonist/Gitarrist
Roland Schaeffer, Bassist Peter Kühmstedt und Gitarrist
Luigi Archetti. Zusammen spielen sie eine vollkommen eigenständige
Musik, die irgendwo zwischen Rock, Jazz, Witz und Trance liegt. Klingt
vielleicht komisch. Ist aber so. |
| Bobby Hebb: "That's All I Wanna Know" (Tuition, Nov. 2005) |
In
Düsseldorf (!) mit deutschen Jazzern aufgenommenes und beim aktuellen
Label der Go-Betweens veröffentlichtes
Spätwerk des Komponisten von einem der größten Hits aller Zeiten,
natürlich "Sunny". Dass dieses hier erst sein drittes Soloalbum
ist (sein Debütalbum "Sunny" stammt immerhin bereits von
1966!) kann man höchstens dadurch erklären, dass er mit diesem
Lied vielleicht genug verdient hat. Oder damit, dass er selber zwar nicht
schlecht singt, aber dann doch nicht so gut wie die ganzen Leute, die
"Sunny" in den letzten 40 Jahren gecovert haben (nachzuhören
hier in einer neuen Duettversion mit der mir unbekannten Astrid North).
Oder damit, dass er als Farbiger Sänger und Songschreiber aus Nashville
mit Wurzeln in Country und Soul leider zwischen allen Stühlen sitzt
und nirgendwo richtig in die Schublade passt. Trotzdem ist das hier eine
schöne, leicht altmodische Soulplatte. Und leider die einzige, die
von ihm zur Zeit auf dem Markt ist.(23.09.2006) |
| Wilco: "Kicking Television - Live In Chicago" (Nonesuch, Nov. 2005) |
Ein
gerade erst erschienenes Livealbum direkt auf meiner Seite "LiveClassics"
zu ehren wäre vielleicht etwas verfrüht, aber die Platte ist
wirklich toll: zum einen klingt sie unglaublich gut, um anderen spielt
die Band ausgesprochen gut. Das ist definitiv keine Alibiveröffentlichung
zum Vertragsende oder eine überflüssige Nettigkeit für
das Weihnachtsfest...(08.12.2005) |
| Brandi Carlile (Columbia/Red Ink, Juli/Dez. 2005) |
Auf das Debütalbum der jungen Sängerin aus der Gegend um Seattle
bin ich über Glitterhouse gestoßen, wo das Album als US-Import seit
Dezember angeboten wird, allerdings stammt es wohl schon vom Sommer des
mittlerweile vergangenen Jahres, wobei die Lieder sogar bereits im Jahr
2004 aufgenommen wurden. Da die Platte WIRKLICH GUT ist, weiß ich im Moment
noch gar nicht, ob sie nicht sogar noch ihren Platz in der Bestenliste
2005 finden sollte. Oder sogar erst in 2006, wenn das Album hier vielleicht
doch noch "richtig" veröffentlicht wird? Na ja - ich denke,
dass das völlig unwichtig ist gegenüber der schönen Musik,
bei der sich aller Kritiker (zu recht) wundern, wie eine so junge Dame
mit ihrer Band als Debüt etwas dermaßen zeitloses, abgehangenes,
unspektakuläres und perfektes hinbekommen konnte...Die Musik ist, wie schon angedeutet, "klassische" Singer/Songwriter-Musik, die ihre Wurzeln im Country der 60er und Pop der 70er hat. In Brandis Stimme kann man neben ihrer Liebe zu Patsy Cline aber auch Einflüsse "modernerer" Rockmusik hören. Vergleich mit Jeff Buckley und Thom Yorke aufgrund der ähnlichen Gesangsphrasierung sind da gar nicht so abwegig, auch wenn es hier nie wie bei Radiohead klingt. Schau´n wir mal, wie diese Platte noch wächst ... (08.01.2006) |
| Hobotalk: "End Of Another Day EP" (Dez. 2005) |
|
Die CD bitte hier bestellen: www.hobotalk.com |
| Mist: "Bye Bye" (Astro, 2005) |
|
PS: Vielleicht liegt's mit dem fehlenden Bekanntheitsgrad in Deutschland ja am Namen der Band? Immerhin ist er für deutschsprachige Ohren nicht ganz so irritierend wie z.B. der des amerikanischen Gitarristen Richie Kotzen. Und wieder gibt es ein paar Punkte beim Zoten-Limbo! |
| Laura Cantrell: "Humming By The Flowered Vine" (Matador, 2005) |
Diese
schöne Platte hatte ich fast übersehen! Vor etwa zwei Jahren
war mir das damals ebenfalls nicht mehr neue Album "When
The Roses Bloom Again" von 2002 ja ebenfalls schon verspätet
aufgefallen, aber "Humming By The Flowered Vine" tauchte dann
leider nicht auf meinem Radar auf. Jetzt habe ich es zu einem relativ
günstigen Preis gefunden und spontan eingepackt: tolle Songs (50%
Eigenes, dazu Lieder von Lucinda Williams, Dave Schramm und anderen, mir
meist unbekannten Autoren), eine wunderschöne Instrumentierung, irgendwo
zwischen Folk und Country, aber vor allem eine der schönsten Stimmen,
die mir in letzter zeit untergekommen sind.(17.06.2007) |
| William Fitzsimmons: "Until When We Are Ghosts" (2005) |
Das Debütalbum, komponiert, aufgenommen und veröffentlicht in Eigenregie
von William, nur mit ein klein wenig Unterstützung durch Chorgesang von
Stacy Simmerman.
"In the early parts of 2005 I felt strangely stirred
and compelled to write songs for the first time in my life, although
I had never done so before. The following collection is the result of
that effort. (17.01.2009)
|
| Michael Penn: "Mr. Hollywood Jr., 1947" (Mimeograph, 2005 * Sony, 2007) |
Natürlich mag ich ihn nicht, weil er bis auf zwei Buchstaben genauso
heißt wie ich oder seine Frau Aimee
sogar den gleichen Nachnamen trägt, sondern weil es sich um einen
ganz fantastischen, leider völlig unterbewerteten Singer/Songwriter
handelt. Sein aktuellstes Album stammt leider auch schon wieder von 2005,
wurde aber immerhin zwei Jahre später mit einer Bonus-CD mit Liveaufnahmen
und einem schönen Video wiederveröffentlicht. Aber auch dieses
Paket wird bereits schon wieder für knapp 10 Oiris beim Internethändler
meines Vertrauens verramscht. Freut mich als Käufer, hat der Mann
aber natürlich nicht verdient.Noch ein paar Worte zur Musik? "Homerecording" auf allerhöchstem Niveau und in der gleichen Spielklasse wie seine Frau. Die beiden sollten mal was zusammen veröffentlichen! (08.09.2009) |
| << 2004 | Oben | 2006 >> |
| Erstellt: 07.07.2005 | Letzte Aktualisierung: 01.06.2010 18:15 | 7734 Besucher seit dem 07.07.2005 |
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Hinter
dem Kürzel E.S.T. verbirgt sich das zur Zeit wohl angesagteste
europäische Jazztrio, das offiziell nicht mehr als Esbjörn
Svensson Trio firmiert. Neben Bandleader (?) und Pianist Esbjörn
Svenson sind Bassist Dan Berglund und Schlagzeuger Magnus
Öström dabei. Berglund und Öström
begleiteten Nicolai Dunger auf seiner wundervollen Platte "
Da
lacht das Herz eines alten
In
Clarksdale, Missisppi, steht ein Bluesmuseum, das einem Schauspieler gehört,
dessen Name mir als Kino-Ignoranten gerade leider nicht einfällt.
Elvis fühlt sich am Nabel der Blues-Welt offensichtlich sehr wohl
und hat mit seinen Imposters dort live in einem Radio-Studio aus den Anfängen
des 20. Jahrhunderts gespielt. 7 Aufnahmen der Sessions werden hier im
"Delta-Verite"-Stil (Elvis Ausdruck für einen "losgelösten"
Aufnahmestil frei nach "Cinema Verite"- was immer das auch sein
mag) gebracht. Neben 5 Alternativ-Versionen zu Liedern von "
Der
Australier John Butler spielt im Sitzen alles, was Saiten hat,
möglichst ungewöhnliches Gerät, und vor allem mit dem
Bottleneck, weshalb ein Vergleich mit Ben Harper gar nicht so
abwegig ist. Wegen der Rastalocken und der für meine Ohren zumindest
nach Jamaika klingenden Aussprache und der politischen Themen in den
Texten könnte man auch sagen, dass es sich um eine Mischung aus
Ry Cooder und Bob Marley handelt (oder eher Peter Tosh
und David Lindley? Letzter hat's ja auch gelegentlich mit dem
Reggae!). Ansonsten muss man sagen: virtuoses Gitarrenspiel, gute Songs
und eine klasse Rhythmusgruppe mit dem E- und A-Bassisten Shannon
Birchall und dem Trommler Michael Barker (Ex-
ja,
ja ich weiß! Diese Platte kommt hier ein bisschen spät, aber wie
Euch sicherlich aufgefallen ist, habe ich es nicht so sehr mit deutschen
Texten, weshalb ich diese Band zwar vom Namen her kannte, aber mich nie
dafür interessiert habe. Das hat sich dank der
Spät,
aber nicht zu spät entdeckt!
Wie
Ihr sicherlich wisst, stehe ich sehr auf Alben mit geschmackvollen, möglichst
obskuren Coverversionen, besonders gerne,
Am
27. Juni des vergangenen Jahres, kurz vor Beginn der Aufnahmen zu "
Dieses britische Duo stand bislang eigentlich nicht auf meiner Rechnung,
warum auch immer. Dieses mal bin ich aber dabei und muss feststellen,
dass die beiden hier eine sehr überzeugende Arbeit abgeliefert haben.
Ich nenne das jetzt mal "Singer/Songwriter-Pop (fast) ohne Grenzen",
mit vielen Zutaten, die ich schätze (Akustikgitarren, alte Analogsynthesizer,
etc.) und einer besonderen Gesangsstimme, die man entweder lieben oder
hassen muss (siehe auch
Ich
muss gestehen, dass mir Mrs. Vonne vor dem Konzert im Weseler JZ Karo
am vergangenen Samstag völlig unbekannt war. Auch das im Programmheft
abgebildete Plattencover hatte mich nicht wirklich neugierig gemacht.
Hingegangen bin ich zum Konzert schlich und einfach, weil sonst nichts
los war und ich mich bislang immer darauf verlassen konnte, dass mein
guter Freund Mathias Schüller bei der Auswahl der Bands geschmacklich
immer auf der richtigen Seite war. Was ich dann zu sehen und hören
bekam, war dann eine Überraschung der besonderes angenehmen Art,
denn bei Mrs. Vonne aus Austin, Texas, handelt es sich um eine ganz wunderbare
Sängerin, Songschreiberin und äußert attraktive junge Dame, die mit
einer der größten Portionen Charme, die der kleine Konzertsaal in Wesel
je gesehen hat, die Herzen aller anwesenden im Sturm erobert hat.
Einer
meiner seltener gewordenen Spontankäufe, d.h., das Album stand eigentlich
nicht auf meiner Einkaufsliste: John Scofield mag ich zwar sehr als Jazzgitarristen
("
Das neue Album unserer alten Helden ist richtig gut - und damit war ja
eigentlich nicht zu rechnen. Geschweige, dass es überhaupt ein neues
Album gibt, denn die beiden Hauptprotagonisten Chris Eckman und
Carla Torgerson wurden bei ihren Soloveröffentlichungen der
letzten Jahre doch eigentlich schon unter dem Etikett "Ex-Walkabouts"
verkauft!
Mein
liebstes Country-Mädel-Duo, dieses mal mit Unterstützung von
Musikern der Band Califone.
Das
Rezept ist nicht neu: man/frau nehme eine nicht ganz so bekannte Soulsängerin,
Songs von Songschreibern der ersten Liga (Joan Armatrading,
Vielleicht
nicht mehr ganz so spannend, wie in den 70ern, als sie noch bei Warner
war und noch nicht ganz so populär wie seit ihrem Durchbruch mit
"
"Dürfen
Schauspieler singen" (Teil 2). Jürgen Vogel darf das,
trotz einer gar nicht so besonders tollen Stimme, genauso wie
Na, das passt jetzt aber wirklich gut! Kaum habe ich mit meinem alten
Kumpel Frank Preuß beschlossen, dass wir ein kleines Tim
Buckley-Cover-Projekt starten, gibt es auch schon eine neue Tribute
CD! Nach "Sing A Song For You" von 2000 ist es meines Wissens
nach auch erst die zweite Kompilation zu dem Thema. Und, wie der Name
schon sagt, werden hier nicht nur Songs vom Vater, sondern auch vom Sohn
interpretiert: Die Ähnlichkeiten von beiden in musikalischer und
biografischer Hinsicht sind dermaßen groß (und sollen hier nicht weiter
ausgewalzt werden), dass ich mich wundere, warum bisher niemand auf diese
Idee gekommen ist. Von den Beteiligten (weitestgehend britischen?) Künstlern
und Bands sind mir eigentlich nur
Vor
Mani Neumeier habe ich absolute Hochachtung. Er ist bereits 65
Jahre alt und nach wie vor Deutschlands bester Rocktrommler. Seine Band
Guru Guru besteht, wenn man gelegentliche kreative Pausen unterschlägt,
bereits seit 1968 und produziert immer noch spannende Rockmusik. Vielleicht
nicht mehr so relevante wie in den frühen 70ern, aber deutlich
bessere als alle anderen überlebenden deutschen Bands aus jenen
vergangenen "Krautrock"-Zeiten. Vielleicht erinnert Ihr Euch
noch an das Rockpalast-Krautrock-Special vom letzten Jahr? Guru Guru
waren stark und witzig wie immer, Birth Control (die ja nie mein
Ding waren, auch wenn ich selbstverständlich "Gamma Ray"
toll finde!) überraschend gut oder zumindest richtig gut rockend,
der Rest eigentlich nur peinlich: Epitaph (schlechte Altherrenrocker),
Amon Düül II (Renate Knaup-Krötenschwanz' Gesang
tat in den Ohren weh!), Jane (mega-peinlich wie immer) und Karthago
mit einem spielfreudigen (?) Ingo Bischoff, der irgendwie auf
Herbie Hancock machte und vielleicht besser zu Guru Guru gepasst hätte
(wo er ja auch mal mitgemischt hat) und einem eher altbackenen Joey
Albrecht, bei dem die Gitarrengottpose nicht mehr so toll wirkte
ohne seine lange blonde Matte.
In
Düsseldorf (!) mit deutschen Jazzern aufgenommenes und beim aktuellen
Label der
Ein
gerade erst erschienenes Livealbum direkt auf meiner Seite "
Hier
muss jetzt mal ein bischen Werbung gemacht werden! Diese "Zwischendurch-Mini-CD"
wird ab kommendem Monat über die Homepage der Band erhältlich
sein. Eurer Wäppmeister ist allerdinx schon seit dem Auftritt der
Band in Nürnberger K4 vom vergangenen Oktober stolzer Besitzer
eines handsignierten Exemplars, denn Marc Pilley hatte schon
ein paar "handgefertigte" CDs dabei.
Tja
- eine wirklich ungewöhnliche Entdeckung! Mist stammen aus
Holland und machen irgendwie - man traut es sich kaum zu sagen oder
weiter zu spezifizieren - Rockmusik, bzw. sind das Bandvehikel
des Singer/Songwriters Rick Treffers. Entdeckt habe ich Mist
beim Stöbern im Internet, wobei ich nicht mehr weiß, wonach ich
damals eigentlich gesucht hatte. Ich betone "damals", weil
es locker mehrere Monate gedauert hat, bis die CD nach der Bestellung
in einem einigermaßen günstigen Webshop endlich bei mir eingetrudelt
ist.
Diese
schöne Platte hatte ich fast übersehen! Vor etwa zwei Jahren
war mir das damals ebenfalls nicht mehr neue Album "
Das Debütalbum, komponiert, aufgenommen und veröffentlicht in Eigenregie
von William, nur mit ein klein wenig Unterstützung durch Chorgesang von
Stacy Simmerman.