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Michaels aktuelle Plattentipps

The Dream Syndicate: "Ultraviolet Battle Hymns and True Confessions" (Fire, Juni 2022)
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Lyle Lovett: "12th Of June" (Universal/Verve, Mai 2022)
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Archive: "Call To Arms & Angels" (Play It Again Sam/Dangervisit, April 2022)
Die echten Archive-Hardcorefans werden jetzt sicher fragen: wie kommt der Kerl nach all den Jahren plötzlich auf diese Band? Ganz einfach: kürzlich gab es bei WDR5, wo ich manchmal Wortbeiträge genieße um der tagesaktuellen Popmusik zu entgehen, spätabends eine komplette Sendung zum neuen Album, was mich neugierig gemacht hat. Die Entscheidung war nach ein paar weiteren YouTube-Videos schnell gefallen: die Platte muss her. Und hier gingen die kleineren Probleme bzw. Widrigkeiten los, denn es gibt zahlreiche Veröffentlichungsformate: von der "schlichten" Doppel-CD für schlappe 17 Oiro, über das "normale" Dreifach-Vinyl für knapp über 40 bis hin zum "Limited Deluxe Edition Box Set (White Vinyl)" für sage und schreibe 110 Toiros. Gerne hätte ich natürlich wenigstens die mittelteure Standardvinylversion geordert, aber auch das war mir dann zu teuer. Also lausche ich jetzt der CD-Ausgabe, die in einem ansehnlichen Pappcover daherkommt und, wenn ich mal ehrlich bin, völlig ausreicht, um diese schöne Musik kennenzulernen und zu geniessen.
(2022-06-27)
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Mathias Eick: "When We Leave" (ECM, CD: Sept. 2021 * Vinyl: März 2022)
Die neue Platte des norwegischen Trompeters (eigentlich: Multiinstrumentalisten) stammt zwar veröffentlichtungstechnisch betrachtet schon vom vergangenen September, aber wie so oft in letzter Zeit kommt das Vinyl mit mehrmonatiger Verspätung. Das ist aber nicht der Grund dieser noch spätere Lobpreisung, sondern es liegt daran, dass ich die Platte erst vor ein paar Wochen entdeckt habe, als ich mal gestöbert habe, was sich denn so bei ECM tut. Die Musik auf "When We Leave"? Perfekte ECM-Musik. Das ist natürlich als Lob gemeint: klanglichliche und musikalische Perfektion. Vielleicht einfach mal kurz die Instrumente, denn die Musiker seiner siebenköpfigen Band dürften hier kaum bekannt sei: Klavier, Geige, Bassgitarre, Pedal Steel, zwei Schlagzeuge (ganz ohne Overkill!) und der Chef an Trompete und einem kleinen Casio-Keyboard aus den 80ern.
(2022-06-27)
[ECM]
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Das Paradis: "Transit" (Grönland, Juni 2022)
Man(n) muss kein Grönemeyer-Fan sein, um die Arbeit seines Plattenlabels "Grönland" zu schätzen. Hier sind wichtige Krautrocksachen wieder veröffentlicht worden, zum Beispiel "Neu", aber auch der von mir hochgeschätzte Niels Frevert ist dort zu Hause. Hinter dem Paradis steckt der Leipziger Florian Sievert, der zuvor im Duo als "Talking To Turtles" auf Englisch unterwegs war, aber das ging irgendwie an mir vorbei. Seiner neue Platte habe ich, wie so einiges in letzter Zeit, beim unermüdlichen Klaus Fiehe auf 1Live entdeckt. Sonntagnachts ab 22 Uhr drei Stunden geballte Musik abseits des Mainstreams auf WDR1, wie es früher einmal hieß.
(2022-06-27)
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Husten: "Aus Allen Nähten" (Kapitän Platte, Juni 2022)
Deutschsprachige Allstarbands aus jüngerer Zeit, die musikalisch nicht enttäuschen oder langweilen, ja sogar begeistern? Da fallen mir drei Namen ein: zuerst mal "Kid Kopphausen" mit Gisbert zu Knyphausen und dem leider viel zu früh verstorbenen Niels Koppruch, die es deshalb natürlich nicht mehr gibt. Für "Die Höchste Eisenbahn" haben sich Francesco Wilking und Moritz Krämer gesucht und gefunden. Gisbert hat's dann noch mal gemacht und zwar zusammen mit dem Produzenten Moses Schneider und dem "Dünnen Mann" die Band "Husten" gegründet. Moses ist natürlich ein Star unter den deutschen Rockproduzenten (Tocotronic, Beatsteaks, etc.). Ob der "Dünne Mann" auch zu den Stars gezählt werden kann weiß ich nicht, soll aber mal egal sein, denn die drei haben in den Jahren vor Corona vier tolle EPs aufgenommen, immer mit einer bespielten Seite und einer geätzten Graphik auf der anderen, und jetzt mit mehr Zeit und etwas größerer Pause sogar ein ganzen Album, das (natürlich!) auch wieder ganz großartig geworden ist. Ach ja - Max Schröder trommelt in der Eisenbahn und beim Husten und wäre mit Olli Schulz als "Der Hund Marie" auch so etwas wie ein Star(trommler).
(2022-06-19)
[Kid Kopphausen | Die Höchste Eisenbahn | Wohin Wir Drehen (EP #3)]
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Simon Joyner: "Songs From A Stolen Guitar" (BB*Island/Grapefruit, Mai 2022)
Den Sänger und Songschreiber habe ich vor ein paar Jahren mit dem Album "Step Into The Earthquake" für mich entdeckt, obwohl er schon sehr viel länger dabei sein soll. Tolle Songs, manchmal etwas gewöhnungsbedürftiger Gesang, der sich nicht um die üblichen Gepflogenheiten für guten und "richtigen" Gesang kümmert, was Joyner und seine oft karge Musik für mich nur noch schöner und spannender macht. Auch das neue Album ist da nicht anders.
(2022-06-19)
[Step Into The Earthquake]
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M. Byrd: "Orion" (V2/Know Less, April 2022)
Hinter dem "Bandpseudonym" M.Byrd steckt der multiinstrumentell begabte Max Barth, der außer Schlagzeug und weiblichen Chorstimmen auf seiner Debüt-EP alles selber eingespielt hat. Kürzlich in der kurzweiligen und spannenden Radiosendung vom charmanten, aber leicht schrägen Klaus Fiehe auf 1Live entdeckt. Die verhallten Aufnahmen lassen schon erahnen, dass da jemand mit viel Talent sich bereit macht für die großen Bühnen. Um mal das böse Wort "Sta***rock" zu vermeiden. Gefällt mir (trotzdem?) sehr gut. Und hoffentlich kommt da noch mehr in Albumlänge. Oder machen die junden Leute heute keine Alben mehr? Immerhin ist "Orion" eine Vinyl-EP!
(2022-06-05)
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Guru Guru "Made In Switzerland" (guru-guru.com, Dez. 2021)

Konzerthighlight: Zeche Carl, Essen, 29.05.2022
Nach mehr als zwei Jahren Pause wollte ich am Sonntag zum ersten Mal seit langer Zeit wieder auf ein richtiges Konzert mit richtigen Muckern. Da passten natürlich Guru Guru in der Zeche Carl wie die Faust in den Magen. Zuletzt habe ich den Elektrolurch übrigenz 2018 in Dorsten gesehen (mein erstes Konzert überhaupt dort!). Und in der Zeche Carl in Altenessen war ich auch schon ziemlich lange nicht mehr.
Es war das beste Guru-Konzert seit vielen, vielen Jahren. Obwohl: GUT sind die eigentlich immer. Aber das war RICHTIG GUT. Ich habe mir auch ausnahmsweise mal ein CD gegönnt und mir ein Autogramm von Mani Neumeier geholt. So etwas mache ich sonst bei Konzerten ja eher nicht. Da gab es nach schönen Live-Konzerten gelegentlich auch Enttäuschungen bei den erworbenen Tonkonserven.
(04.06.2022)

[guru-guru.com]
Belle and Sebastian: "A Bit Of Previous" (Matador, Mai 2022)
Die schottische Band um den Sänger & Songschreiber Stuart Murdoch habe ich eigentlich immer schon gemocht, aber inzwischen (nach 25 Jahren?) ist die Band absolut zeitlos mit ihrer Musik. Balsam für meine Ohren und ein paar weitere Sinnes- und andere Organe.
(2022-06-18)
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Bouet: "Hollywood" (Stockroom Recordings, Mai 2022)
Christoph Bouet ist ein bekannter und anscheinend auch erfolgreicher deutscher Maler, von dem ich als Kunstbanause aber noch zuvor noch nie etwas gehört hatte. Kürzlich ist ein Artikel über ihn im Rolling Stone erschienen, in dem es aber um sein Hobby geht: Songs schreiben, aufnehmen und auf Platte zu veröffentlichen. Seine musikalischen Vorbilder dabei sind Bob Dylan, Neil Young und andere Singer/Songwriter der goldenen Ära der späten 60er bis frühen 70er. Das hat mich neugierig gemacht: "Hollywood" ist eine gelungene Platte, die sich nicht hinter den großen Vorbilden zu verstecken braucht. Und Christoph Bouet ist nicht nur ein guter Maler, sondern auch als Songschreiber, Sänger und Multiinstrumentalist begabt.
(2022-06-06)
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Spiritualized: "Everything Was Beautiful" (Bella Union, April 2022)
Spacemans "neue" Band ist jetzt auch schon eine ganze Weile dabei und die Hinweise auf seine alte, legendäre Band sollen hier mal nicht explizit kommen. Stattdessen (wie immer) ein Lob für das schöne Cover, das mal wieder an eine Pillenverpackung erinnern soll, dieses mal allerdings nur auf das Vinylcover aufgedruckt, aber ich werde das Cover meiner Platte natürlich nicht zerschnibbeln, um daraus eine Pillenschachtel zu basteln. Davon stehen bei mir altersgerecht schon genug herum. Aber vielleicht wäre das ja eine Idee für das nächste W4L-Cover, das im Herbst ansteht? Ach, jetzt habe ich doch glatt vergessen, etwas zur Musik zu sagen: wie immer leicht bombastischer Spacerock mit Gospelchoreinlagen. Und wie immer sehr hörenswert.
(2022-06-12)
[Ladies And Gentlemen We Are Floating In Space]
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Bonnie Raitt: "Just Like That" (Redwing, April 2022)
Bonnie Raitt ist schon verdammt lange dabei und macht jetzt ohne den kommerziellen Drucks eines Majorlabels anscheinend nur noch das, was sie mag - und das ist richtig gut! Sie hat schon immer auf Material anderer Autoren gesetzt, das oft extra für sie geschrieben wird. Ab und zu auch ein paar eigene Lieder. Dazu eine seit Jahrzehnten eingespielte Band. Eine richtig schöne, altmodische, besser gesagt: zeitlose Platte, die auch vor ein paar Jahrzehnten hätte erscheinen können! Da gibt's ein paar andere Kollegen aus der Zeit, die nix neues produzieren und nur noch als Oldie Shows unterwegs sind.
(2022-06-12)
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Wilko Johnson: "I Keep It To Myself: The Best Of Wilko Johnson" (Universal/Chess, Aug. 2017)
Nach schwerer Krankheit hat der Mann mit der Tele einen Lauf: Zusammenarbeit mit Roger Daltrey, neues Doppelalbum beim legendären Chess-Label ... Allerdings ist es pure Untertreibung, hier nur von einer Best-Of-Zusammenstellung zu reden, denn es handelt sich um exklusive Liveaufnahmen von 2008-2012 mit seinem wunderbaren Trio, Bassist Garth Watt-Roy und Drummer Dylan Bones. 90 Minuten bester Rhythm'n'Blues mit seinem einzigartigen Telesound, gespickt mit allen seinen Hits für Dr. Feelgood und die Solid Senders.
(2022-06-02)
[Dr. Feelgood]
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Flora Purim: "If You Will" (Strut, April 2022)
Eine meiner allerliebsten Jazzsängerinnen ist die Brasilianerin Flora Purim, deren Stimme ich zum ersten Mal auf Chick Coreas Meisterwerk "Return To Forever" von 1972 gehört habe. Seitdem bin ich Fan ihrer Musik, die sie meistens zusammen mit ihrem Mann Airto Moreira gemacht hat, die immer das Beste aus Jazz und Brasilien zusammenbringt. Dieses neue Album kam jetzt völlig überraschend: es klingt wieder so schön, wie ihre Soloplatten bei Milestone aus den 70ern (also ohne üble Keyboardsounds wie bei ein paar ihrer Platten aus den 80ern), die Songauswahl ist gut, die Stimme noch immer großartig, auch wenn ab und zu ihre Tochter Diana Purim unterstützend dazukommt mit zweiter und sogar auch erster Gesangsstimme, sowie ein paar gelungen Kompositionen. Die Perkussion liefert selbstverständlich Papa/Gatte Airto.
(2022-06-05)
[Return To Forever | Open Your Eyes, You Can Fly]
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Kurt Vile: "(watch my moves)" (Verve, April 2022)
Auch Indierocker Kurt ist jetzt endlich bei einer großen Plattenfirma! OK, Verve ist natürlich das coole Label für Jazz und etwas seltsames Zeug aus den Bereichen Rock und Folk bei der Firma Universal und gibt's mindestens schon seit den seligen Hippiezeiten, aber das ist natürlich trotzdem ein gewagter Schritt, denn irgendwie muss am Ende ja auch hier die Kasse stimmen. Und dann noch ein echtes Doppelalbum mit 2 x 40 Minuten! Das hat ihm in dem Laden dann zu unserem Glück niemand ausgeredet. Oder es ist nicht aufgefallen? Auf jeden Fall gibt es hier an die 80 Minuten nicht immer geniales, aber immer gutes und spannendes Zeug, dass Kurt in seiner unnachahmlichen, tiefenentspannten Art uns allen präsentiert. Klasse Platte!
(2022-06-05)
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Jerry Leger: "Nothing Pressing" (Warner/Latent, CD: März 2022 * Vinyl: April 2022)
Ein ganz vorzüglicher Singer/Songwriter aus Kanada, den ich erst kürzlich durch Zufall entdeckt habe! Tolle Lieder & interessante Texte. Die Klänge sind tief verwurzelt in den 70ern, zum Beispiel ist das einzige eingesetzte Tasteninstrument das Wurlitzer E-Piano. Bassist und Schlagzeuger haben sicherlich schon mal Neil Youngs "Harvest" Album gehört. Trotzdem ist das Album nicht altbacken oder nostalgisch, sondern klingt sehr frisch.
(2022-05-01)
[The Cowboy Junkies]
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The Jeremy Days: "Beauty In Broken" (Circushead, März 2022)
Ich muss gestehen, dass ich die Band zu ihrer großen Zeit in den späten 80ern ("Brand New Toy") zwar gehört und auch für "ganz gut" befunden habe, aber ich war kein Fan im engeren Sinne. Erst die Soloaktivitäten von Dirk Darmstaedter in den 00er und 10er Jahren unter dem "Bandetikett "Me & Cassity" haben mich wirklich überzeugt. Komischerweise scheint diese Reunion der alten Truppe (nur der Bassist von damals scheint nicht mehr dabei zu sein) heute kaum jemand zu interessieren. Dabei knüpft "Beauty In Broken" musikalisch und qualitativ nahtlos an die alten Erfolge an.
(2022-05-21)
[Me And Cassity]
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North Mississippi Allstars: "Set Sail" (New West, April 2022)
Den Namen der Band von Luther und Cody Dickinson, den Söhnen des legendären Musikers und Produzenten Jim Dickinson, kannte ich zwar schon, aber jetzt bin ich erst dazu gekommen, mich mit ihrer Musik zu beschäftigen: Rockmusik, die gleichzeitig alt (verwurzelt in den 60ern und 70ern) und sehr frisch klingt, mit Wurzeln in Blues, Country, Soul und Jazz. Wer mit anderen späten "Hippiebands" aus dem Süden der USA, also zum Beispiel der Tedeschi-Trucks-Band, den Black Crowes, Hiss Golden Messengers oder den Wood Brothers etwas anfangen kann, der ist hier richtig aufgehoben.
(2022-04-17)
[The Black Crows | Wood Brothers| Tedeschi Trucks Band| Hiss Golden Messengers]
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Aimee Mann: "Queens of the Summer Hotel" (SuperEgo, CD: Nov. 2021 * Vinyl:  Feb.  März  Apr. 2022)
Die CD gibt's bereits seit vergangenem November, doch ich bin ein so großer Fan, dass ich unbedingt die Vinylausgabe brauche. Die sollte eigentlich im Februar erscheinen, was dann auf den heutigen Freitag verschoben wurde. Inzwischen ist daraus der 1. April geworden. Was aber wahrscheinlich auch nur ein Aprilscherz ist.
(2022-03-18)

Gestern ist die Platte ENDLICH bei mir angekommen. Wunderschöne Musik. Aber irgendwie hat das alles viel zu lange gedauert. So als wenn man sein Weihnachtsgeschenk erst zu Ostern bekommt. OK - irgendwie ist das auch Jammern hohem Niveau.
(2022-04-02)

Die Jahrescharts 2021: Platz41im Rolling Stone!

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