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Michaels aktuelle Plattentipps

Die ersten Platten des aktuellen Jahres sind wegsortiert und findet Ihr hier!
(24.03.2019)

JD Souther: "Tenderness" (CD: Sony Masterworks, Mai 2015 * Vinyl: Music On Vinyl, Dez. 2015)
Singer/Songwriter-Pop auf allerhöchstem Niveau mit viel Jazzgefühl - sagt der Fan dazu. Andere würden das vielleicht Fahrstuhlmusik oder sogar YACHTROCK oder AOR nennen. Mir ist das egal, denn ich mag seine Stimme und seine Lieder. In den 70ern war er Sidekick der Eagles und als Songschreiber für viele Leute aktiv, u.a. Linda Ronstadt. Nach einer langen Pause ist "Tenderness" bereits sein drittes Album, das ich fast verpennt hätte! Produzent Larry Klein hat das alles grandios inszeniert und mit seiner Hausband einspielen lassen, dazu kamen ein paar seiner anderen Klienten mit gelungenen Gastauftritten: Jazzsängerin Lizz Wright und unser heimischer Trompetenstar Till Brönner.
(2019-05-19)
[Eagles | Linda Ronstadt | Lizz Wright | Till Brönner]
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The Apartments: "Live At L'Ubu" (Talitres/Riley, April 2019)
Peter Walsh mit großer Besetzung live in Frankreich, kurz nach der Veröffentlichung des letzten Studioalbums "No Song, No Spell, No Madrigal", gab es kürzlich als limitiertes und nicht gerade billiges Doppelvinyl beim Record Store Day. Dort bin ich natürlich nicht gewesen: ich bin zwar oft Samstags im Plattenladen, aber nicht dann, wenn zweimal im Jahr die Jäger der künstlich erzeugten zukünftigen Sammlerstücke diese Orte überfallen. Zu meinem Glück fanden aber nicht alle der 1000 Exemplare an diesem Tag im April ein neues Zuhause, sodass ich die Platte jetzt ganz regulär bei meinem Onlinehändler des Vertrauens bestellen konnte. Und noch etwas zur Musik: Peter Walschs Lieder sind natürlich über jeden Zweifel erhaben, aber eingespielt von einem 7köpfigen Ensemble, mit brillantem Sound aufgenommen und gepresst auf schwarzem Gold ist das natürlich noch einmal eine ganz andere Sache. Dafür kann man(n) dann doch ab und zu mal knapp unter 30 Oiro ausgeben.
(2019-05-19)
[No Song, No Spell, No Madrigal]
Don Cherry: "Black Rice" (EMI, 1975 * Universal/A&M, Mai 2019)
1975 in Italien bei EMI als "Don Cherry", wahrscheinlich mit wenig Resonanz, erstmalig veröffentlicht, dann 1977 in den USA unter dem Titel "Black Rice" bei der Jazzsparte Horizon vom großen Label A&M, galt dieses Album lange als mehr oder wenig rarer Jazzklassiker. Vor ein paar Jahren konnte ich eine CD-Wiederveröffentlichung ergattern, doch jetzt gibt es ENDLICH dieses grandiose Album wieder auf Vinyl. Das Lob dafür muss sogar an Universal gehen, eine der größten Plattenfirmen weltweit, die wohl die Rechte am A&M-Backkatalog hat. Ach ja - auch EMI und A&M sind selber längst Geschichte - letzteres ebenfalls Dank Universal. Zurück zur Musik: Unbedingt erwähnenswert ist neben Cherrys Gesang (!) und seinem Spiel auf Trompete und Klavier noch das spektakuläre Basspiel von Charlie Haden.
(2019-05-19)
[Charlie Haden]
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The Pearlfishers: "Love & Other Hopeless Things" (Marina, April 2019)
David Scott aus Schottland (woher sonst?) hat mit seiner Band schon einige Kostbarkeiten beim Hamburger Label Marina herausgebracht. Musik in der Brian-Wilson-Tradition, die ich mir bei Neuerscheinung ungehört kaufen kann - Enttäuschung ausgeschlossen.
(2019-05-05)
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Weyes Blood: "Titanic Rising" (Sub Pop, April 2019)
Hinter dem "Bandnamen" Weyes Blood versteckt sich die kalifornische Sängerin und Songschreiberin Natalie Mering, von der ich zuvor noch nie gehört hatte. Ihr neues, viertes (?) Album ist ziemlich gut geworden - da habe ich bisher wohl eindeutig etwas verpasst. Wichtigster musikalischer Unterstützer im Studio war Jonathan Rado von der Band Foxygen, die ebenfalls einen exzellenten Ruf hat und die bislang ebenfalls komplett an mir vorbeigegangen ist.
(2019-05-04)
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Lætitia Sadier Source Ensemble: "Find Me Finding You" (Drag City, März 2017)
Stereolab gehörten lange zu meinen absoluten Favoriten. Nach dem Ende (bzw. dem Pausenbeginn, das ist nicht so ganz klar) der Band vor etwa 10 Jahren habe ich es leider versäumt, in das Solowerk der Sängerin Laetitia Sadier hineinzuhören. Jetzt zum dritten (?) Album habe ich das endlich nachgeholt - und bin total begeistert! Die alte Magie von Stereolab ist immer noch da, vielleicht sogar besser denn je. Herrlich. Außerdem gibt es jetzt noch einiges aufzuarbeiten.
(2019-04-20)
[Stereolab]
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Son Volt: "Union" (Thirty Tigers/Transmit Sound, März 2019)
Seine alte Band Uncle Tupelo, zusammen mit Jeff Tweedy, fand ich immer gut. Dann gingen beide als Sänger und Songschreiber eigene Wege mit den Nachfolgebands Son Volt bzw. Wilco. Dabei schien der ehemalige Bassist Jeff Tweedy seinem alten Gitarren-Kollegen den Rang abzulaufen, denn Wilco sind eine fantastische Band mit unglaublichen Songs und überragenden Solisten, während Son Volt immer Jay Farrar mit sehr guten, aber letztendlich austauschbaren Begleitern bleiben wird. In den letzten Jahren kamen aber von Tweedy & Kollegen keine weiteren Großtaten, während Farrar unermüdlich, wenn auch etwas traditioneller als sein alter Kumpel, seine eigene Spielart von "Americana" pflegt. Und "Umion" gefällt mir richtig gut, während ich mich an das letzte tolle Wilco-Album kaum erinnern kann. Aber eigentlich haben weder Tweedy noch Farrar diese Vergleiche nach so vielen Jahren noch nötig.
(2019-04-16)
[Uncle Tupelo | Wilco]
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Mekons: "Deserted" (Glitterbeat, März 2019)
Die Mekons im Glitterhaus! Potzblitz! Die Band zu loben ist wohl nicht notwendig - und mir bleibt nur eine Frage: warum werden sie als gestandene Rock'n'Roller beim weltmusikalischen Sublabel Glitterbeat veröffentlicht? Aber eigentlich ist das ja auch völlig egal. Dann habe ich bei der Rezension nur einmal kurz gestutzt:
"er (Langford) singt mehr als sie (Timms), beide gern zusammen"
So wie ich das heraushöre ist das nicht Jon Langford, sondern Tom Greenhalgh, der hier zu meiner großen Freude zu gesanglicher Höchstform aufläuft.
(2019-04-08)
[Jon Langford | Sally Timms]
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The Comet Is Coming: "Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery" (Universal/Impulse!, März 2019)
Ein tolles, neues Jazz-Trio (Sax, Drums, Keys) mit einem Sound irgendwo zwischen Miles Davis und … tja … vielleicht Hawkwind? Ich habe keine Ahnung, was das ist, finde den Sound aber wirklich klasse. Und dann kam das Album auch noch bei einem der legendärsten Jazzlabel aller Zeit heraus!
(2019-03-27)
[Impulse! | Hawkwind]
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"Better Oblivion Community Center" (Dead Oceans, Febr. 2019)
Hinter dem etwas sperrigen Bandnamen verstecken sich Conor Oberst, den man/frau von zahlreichen Solo- und Projektalben und natürlich von seinem ersten Bandprojekt Bright Eyes kennt, sowie die junge Sängerin Phoebe Bridgers, von der es bislang nur ein Soloalbum aus dem Jahre 2017 gibt. Zusammen habe sie neue Songs geschrieben und dieses wunderschönes Album aufgenommen!
(2019-03-23)
[Phoebe Bridgers | Conor Oberst | Bright Eyes | Dawes]
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Robert Forster: "Inferno" (Concord/Fantasy, März. 2019)
Ein neues Album eines meiner Helden - das ist natürlich ein Pflichtkauf! Neune gute neue Songs hat Robert Forster in Berlin bei seinem alten Bekannten Victor van Vugt aufgenommen, unterstützt u.a. von seiner Frau Karin Bäumler an Geige & Glockenspiel, Tindersticks- Drummer Earl Harvin, Ex-Blumfeld, Kante- und Türen-Keyboarder Michael Mühlhaus und dem australischen Bassisten Scott Bromley. Fünf Lieder davon zusammen mit fünf Klassesongs von Grant McLennan - und wir hätten ein neues Go-Betweens-Meisterwerk. Das kann es natürlich nie mehr geben, aber man darf ja wohl noch mal etwas träumen ...
(2019-03-03)
[The Go-Betweens | Grant McLennan | Tindersticks | Die Türen]

Konzerthighlight: Gleis 22, Münster, 03.05.2019
Gestern war ich zum ersten Mal seit längerem in dem Club, in dem auch die Ballade von Blitzen Trapper und den Scorpions spielt, um dort einen meiner größten musikalischen Helden zu sehen - besser gesagt: zu hören, denn im vollen Club und mit meinen alten, morschen Knien konnte ich mir nur ganz hinten in der letzen Reihe einen Stuhl suchen. Trotzdem war es ein tolles Konzert, sogar mit kompletter Band: statt wie vor ein paar Jahren nur Solo bzw. im Duo mit seiner Gattin Karin Bäumler dieses Mal mit Scott Bromley, dem Bassisten der Platte, als Leadgitarristen und einer mir unbekannten schwedischen (!) Rhythmusgruppe, wobei aber die ruhigen Momente überwogen und viele, live selten gespielte alte Go-Betweens-Lieder auf der Setliste standen: z.B. die Single-B-Seite "Don't Let Him Come Back" von 1979 und "The Core Of A Flame" vom Album Liberty Belle ....

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Tedeschi Trucks Band: "Signs" (Concord/Fantasy, Febr. 2019)
Das ist aktuell das beste, was es in der Sparte "Mainstream-Rock" aktuell gibt, wenn das denn eine sinnvolle Kategorie für diese 12köpfige Band gibt. Drei Bläser, drei Chorsänger, zwei Drummer, zwei Gitarristen (die beiden Chefs), nur je ein Keyboarder und ein Basser (wenn auch mit Tim Levebre einer der sowohl am Kontrabass besten Jazzer und gleichzeitig besten Rockbassgitarristen!) haben zusammen mit einem Streichquartett und noch ein paar handverlesenen Gästen (Warren Haynes, Doyle Bramhall II, Oliver Wood, Marc Quiñones) ein überraschend aufgeräumtes, songorientiertes Album aufgenommen.
(2019-02-24)
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Motorpsycho: "The Crucible" (Stickman, Febr. 2019)
Nur ein Vinylscheibe von knapp 40 Minuten und nur drei Lieder - aber die haben es in sich! Ich habe keine Ahnung, wie diese Band es schon seit drei Jahrzehnten schafft, (fast) jedes Jahr ein gutes bis sehr gutes Album herauszuhauen! Dieses Mal gibt es besonders viel Mellotron zu hören und Snahs Gitarre ist in absoluter Topform!
(2019-02-17)
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Cass McCombs: "Tip Of The Sphere" (Anti, Febr. 2019)
Ein Singer/Songwriter aus San Francisco, der zwar schon seit einigen Jahren dabei ist, den ich aber erst kürzlich für mich entdeckt habe! Das neue Doppelalbum ist in jeder Hinsicht gelungen und erinnert in vielen Momenten an die großen Singer/Songwriter-Alben der 70er, ohne einen Moment nostalgisch daher zu kommen. Man könnte es aber vielleicht auch so formulieren: Cass McCombs vereint in sich die erzählerischen Qualitäten eines Bill Callahan und die rockmusikalische Visionen eines Adam Granduciel (The War On Drugs), ohne wie diese zu klingen. Das jamartige Lied "Rounder" könnte auch von den Grateful Dead aus der "Blues For Allah"-Phase mit Keith Godcheaux an den Tasten stammen. Die abschließende, scheppernde Endlosrille nervt dann allerdings ein klein wenig. Trotzdem wäre es auf jeden Fall schade gewesen, wenn ich das Album verpasst hätte!
(2019-02-17)
[Bill Callahan | The War On Drugs | Blues For Allah]
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