Louise präsentiert: Michaels aktuelle Plattentipps

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Michaels aktuelle Plattentipps

Die ersten Platten des aktuellen Jahres sind wegsortiert und findet Ihr hier!
(01.05.2018)

Spiritualized: "And Nothing Hurt" (Bella Union, Sept. 2018)
Die aktuelle Musik von J. Spaceman, wie sich Jason Pierce immer noch nennt, der mal vor vielen, vielen Jahren beim legendären Duo Spacemen 3 war, hat mit den damaligen wilden Klängen nicht mehr viel zu tun. Mag ich aber trotzdem immer noch ...
... und gegen Ende der Platte wird es doch noch etwas wilder und ich kann darin die alten Spacemen 3 wieder entdecken. Das mag ich natürlich auch.
(23.09.2018)

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Paul Simon: "In The Blue Light" (Sony/Legacy, Sept. 2018)
Das ist tatsächlich das erste Paul Simon-Album, das ich mir bereits bei der Veröffentlichung angeschafft habe! Ich bin zwar kein Fan, weiß die Qualität seiner Arbeit durchaus zu schätzen. Das hat bei mir aber selten mal zu einer Anschaffung gereicht, vor allem, weil ich seine wichtigen Alben immer bei irgend jemanden oder im Radio hören konnte, was mir dann meist gereicht hat. Einzig und alleine das kaum bekannte Album "One Trick Pony" von 1980 hatte ich mir mal selber gekauft (weil es eben keiner in meinem Umfeld hatte!). Die neue Platte enthält nur Neuinterpretationen älterer, eigener Lieder, die eher unbekannt sind und nach seiner Einschätzung einer Runderneuerung gut vertragen konnten. Dazu hat er sich die besten Jazzmusiker in's Studio eingeladen, was mich neugierig gemacht und letztendlich zum Kauf verführt hat, u.a.der rastlose Bill Frisell und die Schlagzeuglegenden Jach DeJohnette und Steve Gadd. Ausserdem war die Vinylausgabe ausnahmsweise mal nicht so überteuert wie bei manch anderem bekannten Künstler (hallo Neil F. und Neil Y.!). Das Ergebnis dieser Runderneuerung gefällt mir übrigenz sehr gut, mein Bauchgefühl hat mich also nicht betrogen. Nur: ob das jetzt auch dem typischen Simon & Garfunkel-Fan gefällt? Mir doch egal!
(23.09.2018)

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Neil & Liam Finn: "Lightsleeper" (Inertia/Lester, Aug. 2018)
Vater & Sohn machen eine Platte zusammen - im Rock'n'Roll ist das komischerweise nicht die allernormalste Vorgehensweise. Mir fallen auch nur wenige Beispiele ein. Die sind dann für meinen Geschmack mal nicht so gut wie erhofft, z.B. bei den Tweedies, oder aber überraschend gut wie Martin und Josh Ace, die meine alte Liebe Man immer noch mit viel Elan am Leben halten.
Zu Neil Finn muss ich nicht viel sagen. Aber auch sein Sohn Liam hat schon unter eigenem Namen tolle Musik veröffentlicht. Und ganz ohne Überraschungseffekt ist ihnen das auch zusammen gelungen. Überraschend ist vielleicht nur, dass das Ergebnis überhaupt nicht nach Crowded House klingt, denn "Lightsleeper" ist völlig entspannt an kommerziellen Interessen vorbei produziert worden.
Ach ja - vielleicht hat es ja der eine oder andere mitbekommen: Papa Neil ist jetzt bei Fleetwood Mac und ersetzt bzw. vertritt dort zusammen mit Mike Campbell von den Heartbreakers Lindsey Buckingham. Nicht zuletzt deshalb taucht in den Credits der CD (das Vinyl war mir zu teuer!) wohl Mick Fleetwood als Drummer auf, obwohl Liam ja selber ein fantastischer Drummer ist.
(22.09.2018)

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Tunng: "Songs You Make At Night" (Full Time Hobby, Aug. 2018)
Vor wenigen Monaten erschien es bereits neue Musik von Mike Lindsay zusammen mit der wunderbaren Laura Marling unter dem Bandnamen Lump. Jetzt ist auch bei seiner alten Band Tunng sein alter Songwriting-Partner Sam Genders wieder mit an Bord. Nach wie vor ist die Band mit der Verquickung von Folk und Laptop beschäftigt, was mich sonst eher selten interessiert. Bei Tunng klingt das aber immer richtig gut.
(23.09.2018)

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The Black Sorrows: "Citizen John" (Blue Rose, Sept. 2018)
Zuerst als Jo Jo Zep & The Falcons in den 70ern waren grandios, dann mit den Black Sorrows in den 80ern und 90ern: Jo Camilleris Musikkarriere hat mich immer interessiert und oft begeistert. In den 00er Jahren hat er dann unter den Namen Bakelite Radio ein paar CDs mit Coversongs herausgebracht, die aber selten den Weg über den großen Teich von Australien zu uns gefunden haben. Seit ein paar Jahren nennt er seine Begleitband wieder Black Sorrows (wo Jo Camilleri drin ist, da darf Black Sorrows draufstehen!) und bringt weitere CDs mit Coversongs heraus, die auch wieder bei uns veröffentlicht werden und deshalb manchmal auch den Weg in meinen Plattenschrank gefunden haben (z.B. "Endless Sleep" von 2015), doch jetzt gibt es sogar wieder ein Album ausschließlich mit eigenem Material (wie immer zusammen mit seinem Partner Nick Smith geschrieben), das er jetzt sogar live in Europa präsentiert hat, wie meine für meine Verhältnisse durchaus begeisterte Konzertkritik weiter unten ja belegt. "Citizen John" ist wunderbar altmodisch (besser: zeitlos) und knüpft nahtlos an Großtaten wie "Harley & Rose" an.
Was für ein Schlingel! Ich höre gerade das beim Konzert in der letzten Woche gekaufte Album und entdecke als versteckten Bonustrack am Ende der A-Seite - und auf dem Cover unerwähnt! - das bereits im Konzert gespielte "Silvio"! Schnell die Platte umgedreht: auch auf der B-Seite gibt am Ende ein Lied mehr als angekündigt und ich bin schon ganz gespannt ... ein toller Blues, den ich aber zu meiner Schande nicht sofort identifizieren kann ... es ist "Do I Move You" von Nina Simone (der Internetsuche sei gedankt!) (22.09.2018)

Konzerthighlight: Jugendzentrum Karo, Wesel, 10.09.2018.
Jo Camilleri im Karo! Das war schon eine riesige Überraschung, als dieser Gig angekündigt wurde, denn in der Heimat füllt der australische Sänger, Gitarrist und Saxophonist normalerweise deutlich größere Hallen als das putzige Karo. Bereits seit den späten 70ern kenne ich seine Musik, zuerst mit Jo Jo Zep & The Falcons, von denen wir uns damals gerne Inspirationen für das Bühnenrepertoire der Rusty Nails geholt haben, seit Mitte der 80er mit den Black Sorrows, die er vor ein paar Jahren wiederbelebt hat. Das Konzert vom Montag hatte eine großartige Mischung von Rock, Blues, Soul und Reggae, gespielt auf höchstem Niveau, wobei ich es normalerweise gar nicht so gut finde, wenn eine Band "jeden Stil" beherrscht, aber bei Jo passt das einfach. Es gab Hits zu Hören von den Falcons (z.B. "Honeydripper" und "The Shape I'm In") und natürlich von den frühen Black-Sorrows aus den 90ern (z.B. "The Chosen Ones" und "Ain't Love The Strangest Thing"), sowie geschmackvolle Coverversionen (z.B. "Silvio" von Bob Dylan/Robert Hunter und "Bright Side Of The Road" von Van Morrison.
(12.09.2018)

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Kelly Willis: "Back Being Blue" (Thirty Tigers, Mai 2018)
Lange her seit der letzten Solo-LP ... und fast wäre diese schöne Platte in meinem Stapel für Neuzugänge verschütt gegangen. Mehr dazu demnächst ...
(01.09.2018)
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Motorpsycho: "Roadwork Vol 5: Field notes, Europe 2017 - The Fantastic Expedition of Järmyr, Ryan, Sæther & Lo" (Stickman, Juni 2018)
Auf sechs Schallplattenseiten und gerade einmal sieben Liedern zwisch zwei und dreißig Minuten gibt es die aktuelle Motorpsycho-Besetzung (neben der Urgesteinen Bent Sæther und Hans Magnus Ryan sind das der neue Drummer Tomas Järmyr und der zusätzliche Gitarrist/Keyboarder Kristoffer Lo) von ihrer Europatournee Ende 2017 zu hören. Das Ergebnis kann man mit großartig nur unzulänglich beschreiben.
(14.08.2018)
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Cowboy Junkies: "Reckoning" (Proper/Latent, Juli 2018)
Es ist selten, dass ich mal so darüber erfreut bin, wenn eine Band sich treu bleibt und quasi immer das Gleiche macht. Bereits vor etwa 30 Jahren, beim zweiten Album "The Trinity Session" hatten sie ihren Sound gefunden, basieren auf den Songs und der scheinbar monoton-stoischen Rhythmusgitarre von Michael Timmins und der Stimme seiner Schwester Margo Timmins. Für Farbtupfer (Leadgitarre, Keyboards, Geige) sorgen (wie immer) irgendwelche virtuosen (?) Gastmusiker, die toll spielen, ohne die der Zauber dieser Musik aber keinen Deut geringer wäre.
(19.08.2018)
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