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Michaels Favoriten 2019

Jahresrückblick etc.


(??.??.2019)

Highlights des Jahres

Michael Chapman: "True North" (Paradise Of Bachelors, Febr. 2019)
Der knorrige alte Mann aus England (so kam er mir bereits in den 70ern vor!) hat mit seinem großen Fan Steve Gunn und der Hilfe von ein paar Legenden (Sängerin Bridget St. John und Pedal-Steel Meister BJ Cole) ein ausgezeichnetes, neues Album aufgenommen.
(2019-02-16)
[Bridget St. John | Steve Gunn]
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Cass McCombs: "Tip Of The Sphere" (Anti, Febr. 2019)
Ein Singer/Songwriter aus San Francisco, der zwar schon seit einigen Jahren dabei ist, den ich aber erst kürzlich für mich entdeckt habe! Das neue Doppelalbum ist in jeder Hinsicht gelungen und erinnert in vielen Momenten an die großen Singer/Songwriter-Alben der 70er, ohne einen Moment nostalgisch daher zu kommen. Man könnte es aber vielleicht auch so formulieren: Cass McCombs vereint in sich die erzählerischen Qualitäten eines Bill Callahan und die rockmusikalische Visionen eines Adam Granduciel (The War On Drugs), ohne wie diese zu klingen. Das jamartige Lied "Rounder" könnte auch von den Grateful Dead aus der "Blues For Allah"-Phase mit Keith Godcheaux an den Tasten stammen. Die abschließende, scheppernde Endlosrille nervt dann allerdings ein klein wenig. Trotzdem wäre es auf jeden Fall schade gewesen, wenn ich das Album verpasst hätte!
(2019-02-17)
[Bill Callahan | The War On Drugs | Blues For Allah]
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Robert Forster: "Inferno" (Concord/Fantasy, März. 2019)
Ein neues Album eines meiner Helden - das ist natürlich ein Pflichtkauf! Neune gute neue Songs hat Robert Forster in Berlin bei seinem alten Bekannten Victor van Vugt aufgenommen, unterstützt u.a. von seiner Frau Karin Bäumler an Geige & Glockenspiel, Tindersticks- Drummer Earl Harvin, Ex-Blumfeld, Kante- und Türen-Keyboarder Michael Mühlhaus und dem australischen Bassisten Scott Bromley. Fünf Lieder davon zusammen mit fünf Klassesongs von Grant McLennan - und wir hätten ein neues Go-Betweens-Meisterwerk. Das kann es natürlich nie mehr geben, aber man darf ja wohl noch mal etwas träumen ...
(2019-03-03)
[The Go-Betweens | Grant McLennan | Tindersticks | Die Türen]

Konzerthighlight: Gleis 22, Münster, 03.05.2019
Gestern war ich zum ersten Mal seit längerem in dem Club, in dem auch die Ballade von Blitzen Trapper und den Scorpions spielt, um dort einen meiner größten musikalischen Helden zu sehen - besser gesagt: zu hören, denn im vollen Club und mit meinen alten, morschen Knien konnte ich mir nur ganz hinten in der letzen Reihe einen Stuhl suchen. Trotzdem war es ein tolles Konzert, sogar mit kompletter Band: statt wie vor ein paar Jahren nur Solo bzw. im Duo mit seiner Gattin Karin Bäumler dieses Mal mit Scott Bromley, dem Bassisten der Platte, als Leadgitarristen und einer mir unbekannten schwedischen (!) Rhythmusgruppe, wobei aber die ruhigen Momente überwogen und viele, live selten gespielte alte Go-Betweens-Lieder auf der Setliste standen: z.B. die Single-B-Seite "Don't Let Him Come Back" von 1979 und "The Core Of A Flame" vom Album Liberty Belle ....

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Mekons: "Deserted" (Glitterbeat, März 2019)
Die Mekons im Glitterhaus! Potzblitz! Die Band zu loben ist wohl nicht notwendig - und mir bleibt nur eine Frage: warum werden sie als gestandene Rock'n'Roller beim weltmusikalischen Sublabel Glitterbeat veröffentlicht? Aber eigentlich ist das ja auch völlig egal. Dann habe ich bei der Rezension nur einmal kurz gestutzt:
"er (Langford) singt mehr als sie (Timms), beide gern zusammen"
So wie ich das heraushöre ist das nicht Jon Langford, sondern Tom Greenhalgh, der hier zu meiner großen Freude zu gesanglicher Höchstform aufläuft.
(2019-04-08)
[Jon Langford | Sally Timms]
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The Pearlfishers: "Love & Other Hopeless Things" (Marina, April 2019)
David Scott aus Schottland (woher sonst?) hat mit seiner Band schon einige Kostbarkeiten beim Hamburger Label herausgebracht. Musik in der Brian-Wilson-Tradition, die ich mir bei Neuerscheinung ungehört kaufen kann - Enttäuschung ausgeschlossen. Leider soll das die letzte Veröffentlichung vom wunderbaren Label Marina gewesen sein, was natürlich sehr schade. Wahrscheinlich kann man mit solchen Perlen kein Geld verdienen - ich entschuldige mich natürlich für das platte Wortspiel.
(2019-05-05)
[Brian Wilson | Caroline Now! The Songs Of Brian Wilson And The Beach Boys]
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Bill Callahan: "Shepherd In A Sheepskin Vest" (Drag City, Juni 2019)
Bill Callahan gehört für mich inzwischen in die Reihe von Künstlern, von denen ich mir ungehört das neue Album anschaffen kann, ohne Angst vor einem Fehlkauf haben zu müssen. Da ich ja gerade mit meiner W4L-Gang selber im Studio bin, fällt mir auch hier an "Shepherd ..." ein wunderbares Detail dieser Produktion auf: athmosphärische, live eingespielte Basictracks, bestehend aus den Akustikgitarren von Bill und seinem Langzeitpartner Matt Kinsey und dem Bass von Studiotüftler Brian Beattie, gelegentlich ergänzt von Schlagwerk oder einer Steelgitarre. Danach haben sich Bill und Brian hingesetzt und einige geschmackvolle, aber nie übertriebene Overdubs eingespielt, meist mit alten, analogen Tasteninstrumenten. Ich bin mal gespannt, was wir das selber so hinbekommen ...
(2019-06-21)
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Willkommen zurück ...

Tom Zé: "Estudando O Samba" (Continental, 1975 * Mr. Bongo, März 2019)
[Brasil!] (30.03.2019)
Don Cherry: "Black Rice" (EMI, 1975 * A&M/Horizon, 1977 * Universal/A&M, Mai 2019)
1975 in Italien bei EMI als "Don Cherry", wahrscheinlich mit wenig Resonanz, erstmalig veröffentlicht, dann 1977 in den USA unter dem Titel "Black Rice" bei der Jazzsparte Horizon vom großen Label A&M, galt dieses Album lange als mehr oder wenig rarer Jazzklassiker. Vor ein paar Jahren konnte ich eine CD-Wiederveröffentlichung ergattern, doch jetzt gibt es ENDLICH dieses grandiose Album wieder auf Vinyl. Das Lob dafür muss sogar an Universal gehen, eine der größten Plattenfirmen weltweit, die wohl die Rechte am A&M-Backkatalog hat. Ach ja - auch EMI und A&M sind selber längst Geschichte - letzteres ebenfalls Dank Universal. Zurück zur Musik: Unbedingt erwähnenswert ist neben Cherrys Gesang (!) und seinem Spiel auf Trompete und Klavier noch das spektakuläre Basspiel von Charlie Haden.
(2019-05-19)
[Charlie Haden]
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auch gut ...

Steve Gunn: "The Unseen In Between" (Matador, Jan. 2019)
Zum ersten mal kam mir der Name Steve Gunn als Produzent der späten Alben von Michael Chapman unter, obwohl es schon zahlreiche Soloalben gibt, die ich aber bisher nicht gehört habe. Es gibt spannenden, leicht psychedelischen Folkrock zu hören, produziert von dem ebenfalls von mir geschätzten und auf gleichem Terrain unterwegs befindlichen James Elkington.
(2019-03-23)
[Michael Chapman| James Elkington]
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Loretta: "The Stars My Destination" (Treibender Teppich, Jan. 2019)
Das neue Vinyl-Only-Doppelalbum von Stuttgarts bestgehütetstem Geheimnis gibt es nicht im Handel, sondern nur direkt bei der Band oder bei Bandcamp. Die eine Hälfte wie gewohnt zu Hause im Ländle von Drummer und Tonmeister Bernhard Hahn produziert, die andere Hälfte von Sänger und Songschreiber Andeas Sauer in Köln bei und mit den wunderbaren Locas In Love aufgenommen. Da muss doch unbedingt mal ein Doppelgig beider Bands in Köln her, damit ich sie mir mal wieder anhören kann (wer wissen will, warum mir der Weg nach Stuttgart zu anstrengend ist, der lese vielleicht mal meinen Konzertbericht von 2009!).
(2019-01-27)
Nachtrag: Das Album gibt es jetzt doch im Handel - und zwar bei Glitterhouse!
(02.03.2019)
[Bandcamp | Glitterhouse | Locas In Love | Konzertbericht von 2009]
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Die Türen: "Exoterik" (Caroline/Staatsakt, Jan. 2019)
"Das schwierige fünfte Album!" spricht der selbsternannte Experte vom Sticker dieses Dreifach-Vinyl-Only-Albums. Das nenne ich dann mal eine wirklich coole Selbstsicherheit!
(27.01.2019)
Endlich habe ich die Zeit gefunden, mir dieses monströse Werk auf sechs Schallplattenseiten mal komplett anzuhören. Außer dass es vielleicht etwas lang geraten ist, gefällt es mir recht gut. Es bietet zwar keine "richtigen Songs" mit klassischem Aufbau, sondern nur editierte Jamsessions und hat auch keine "richtigen Songtexte", sondern nur kurze, knappe Parolen, aber irgendwie mag ich das sehr. Die Berliner Band mit Wurzeln im westfälischen Borken hat sich ihren eigenen Kosmos (samt Plattenlabel!) erschaffen und kann dort anscheinend machen, was sie will!
(2019-02-10)
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"Better Oblivion Community Center" (Dead Oceans, Febr. 2019)
Hinter dem etwas sperrigen Bandnamen verstecken sich Conor Oberst, den man/frau von zahlreichen Solo- und Projektalben und natürlich von seinem ersten Bandprojekt Bright Eyes kennt, sowie die junge Sängerin Phoebe Bridgers, von der es bislang nur ein Soloalbum aus dem Jahre 2017 gibt. Zusammen habe sie neue Songs geschrieben und dieses wunderschönes Album aufgenommen!
(2019-03-23)
[Phoebe Bridgers | Conor Oberst | Bright Eyes | Dawes]
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Moritz Krämer: "Ich Hab' Einen Vertrag Unterschrieben 1 & 2" (Tapete, Febr. 2019)
Das zweite Soloalbum eines der beiden Lokführer auf der Höchsten Eisenbahn habe ich mir, inzwischen eine Ausnahme, nur auf CD angeschafft, da mir die Vinylversion mit fast doppeltem Preis doch deutlich zu teuer war. Die Platte ist ganz ausgezeichnet, Songs und Stimme wie immer vom Allerbesten. Ich überlege nur noch, ob das Album auch ein Fall für die Ugly Covers ist.
(2019-02-16)
[Die Höchste Eisenbahn | Ugly Covers]
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Mercury Rev: "The Delta Sweete Revisted" (Bella Union, Febr. 2019)
Die wunderbare Band aus dem Upper State New York scheint nur noch ein Studioprojekt zu sein, bestehend aus Sänger Jonathan Donahue, Gitarrist Grasshopper und dem neu dazugekommenen Keyboarder Jesse Chandler, der zuvor bei der ebenfalls wunderbaren Band Midlake (gibt's die eigentlich noch?) gespielt hat. Als Thema hat sich die Band das Album "The Delta Sweete" der Country/Soul-Sängerin und Songschreiberin Bobbie Gentry vorgenommen, wobei die Lieder nicht von Jonathan Donahue, sondern von der coolsten Liste an Gastsängerinnen gesungen werden, u.a. Norah Jones, Hope Sandoval, Beth Orton, Lucinda Williams, Rachel Goswell (Slowdive), Vashti Bunyan, Marissa Nadler, Phoebe Bridgers und Laetitia Sadier (Stereolab). Trotzdem findet der AllMusicGuide das Album irgendwie nur so einigermaßen gelungen. Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen, denn das Ergebnis ist toll. Außerdem werde ich mir natürlich schleunigst die Orignalvorlage besorgen!
(2019-02-16)
[Norah Jones | Hope Sandoval | Beth Orton | Lucinda Williams | Slowdive | Vashti Bunyan | Marissa Nadler | Phoebe Bridgers | Lætitia Sadier]
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Motorpsycho: "The Crucible" (Stickman, Febr. 2019)
Nur ein Vinylscheibe von knapp 40 Minuten und nur drei Lieder - aber die haben es in sich! Ich habe keine Ahnung, wie diese Band es schon seit drei Jahrzehnten schafft, (fast) jedes Jahr ein gutes bis sehr gutes Album herauszuhauen! Dieses Mal gibt es besonders viel Mellotron zu hören und Snahs Gitarre ist in absoluter Topform!
(2019-02-17)
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Jessica Pratt: "Quiet Signs" (City Slang, Febr. 2019)
Auch das dritte Album der Sängerin aus San Francisco ist wieder sehr spärlich instrumentiert. Zu ihrer eigenwilligen Stimme und Akustikgitarre gibt es nur ein paar Overdubs mit den gleichen Zutaten, wie es auch Joni Mitchell in ihrer Anfangszeit gemacht hat, dazu ein paar Farbtupfer von wenigen Gastmusikern mit Keyboards und Flöte. Das knapp halbstündige Ergebnis ist ganz wunderbar gelungen, genauso kurz und (fast) so gut wie Pink Moon, das dritte Album meines großen Helden Nick Drake.
(2019-02-16)
[Joni Mitchell | Pink Moon]
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Tedeschi Trucks Band: "Signs" (Concord/Fantasy, Febr. 2019)
Das ist aktuell das beste, was es in der Sparte "Mainstream-Rock" aktuell gibt, wenn das denn eine sinnvolle Kategorie für diese 12köpfige Band gibt. Drei Bläser, drei Chorsänger, zwei Drummer, zwei Gitarristen (die beiden Chefs), nur je ein Keyboarder und ein Basser (wenn auch mit Tim Levebre einer der sowohl am Kontrabass besten Jazzer und gleichzeitig besten Rockbassgitarristen!) haben zusammen mit einem Streichquartett und noch ein paar handverlesenen Gästen (Warren Haynes, Doyle Bramhall II, Oliver Wood, Marc Quiñones) ein überraschend aufgeräumtes, songorientiertes Album aufgenommen.
(2019-02-24)
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William Tyler: "Go West" (Merge, Febr. 2019)
Der geniale Gitarrist war mal bei der Band Lambchop und macht schon seit einigen Jahre tolle Alben mit instrumentaler Gitarrenmusik, irgendwo zwischen John Fahey und Indie-Rock. Jetzt hat er mit Bassist und Produzent Brad Cook (Megafaun, Phil Cook) und dem auf diesen Seiten schon öfter erwähnten Tonmischer und Produzenten Tucker Martine erstmals ein Bandalbum aufgenommen. Als Gast ist auf einem Titel sogar Jazzlegende Bill Frisell mit dabei.
(2019-02-16)
[Lambchop | Megafaun | Phil Cook | Bill Frisell]
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The Comet Is Coming: "Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery" (Universal/Impulse!, März 2019)
[Impulse! | Hawkwind]
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Stella Donnelly: "Beware Of The Dogs" (Secretly Canadian, März 2019)
Das gelungene Langspiel-Debüt der jungen australischen Sängerin und Songschreiberin bei einem der zur Zeit nach meinem Geschmack besten US-Labels (u.a. Damien Jurado und The War On Drugs), irgendwo zwischen Folk und Pop und immer sehr charmant ...
(2019-06-16)
[Damien Jurado | The War On Drugs]
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Die Regierung: "Was" (Caroline/Staatsakt, März 2019)
Bereits die zweite, wunderbare Platte von Tilman Roßmy mit seiner alten Band nach dem 2017er-Comeback! Zu verdanken haben wir das dem von mir hochgeschätzen Label Staatsakt der Berliner Band "Die Türen".
(2019-03-25)
[Tilman Roßmy | Die Türen]
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Son Volt: "Union" (Thirty Tigers/Transmit Sound, März 2019)
Seine alte Band Uncle Tupelo, zusammen mit Jeff Tweedy, fand ich immer gut. Dann gingen beide als Sänger und Songschreiber eigene Wege mit den Nachfolgebands Son Volt bzw. Wilco. Dabei schien der ehemalige Bassist Jeff Tweedy seinem alten Gitarren-Kollegen den Rang abzulaufen, denn Wilco sind eine fantastische Band mit unglaublichen Songs und überragenden Solisten, während Son Volt immer Jay Farrar mit sehr guten, aber letztendlich austauschbaren Begleitern bleiben wird. In den letzten Jahren kamen aber von Tweedy & Kollegen keine weiteren Großtaten, während Farrar unermüdlich, wenn auch etwas traditioneller als sein alter Kumpel, seine eigene Spielart von "Americana" pflegt. Und "Umion" gefällt mir richtig gut, während ich mich an das letzte tolle Wilco-Album kaum erinnern kann. Aber eigentlich haben weder Tweedy noch Farrar diese Vergleiche nach so vielen Jahren noch nötig.
(2019-04-16)
[Uncle Tupelo | Wilco]
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The Apartments: "Live At L'Ubu" (Talitres/Riley, April 2019)
Peter Walsh mit großer Besetzung live in Frankreich, kurz nach der Veröffentlichung des letzten Studioalbums "No Song, No Spell, No Madrigal", gab es kürzlich als limitiertes und nicht gerade billiges Doppelvinyl beim Record Store Day. Dort bin ich natürlich nicht gewesen: ich bin zwar oft Samstags im Plattenladen, aber nicht dann, wenn zweimal im Jahr die Jäger der künstlich erzeugten zukünftigen Sammlerstücke diese Orte überfallen. Zu meinem Glück fanden aber nicht alle der 1000 Exemplare an diesem Tag im April ein neues Zuhause, sodass ich die Platte jetzt ganz regulär bei meinem Onlinehändler des Vertrauens bestellen konnte. Und noch etwas zur Musik: Peter Walschs Lieder sind natürlich über jeden Zweifel erhaben, aber eingespielt von einem 7köpfigen Ensemble, mit brillantem Sound aufgenommen und gepresst auf schwarzem Gold ist das natürlich noch einmal eine ganz andere Sache. Dafür kann man(n) dann doch ab und zu mal knapp unter 30 Oiro ausgeben.
(2019-05-19)
[No Song, No Spell, No Madrigal]
Nik Turner: "The Final Frontier" (Cleopatra/Purple Pyramid, April 2019)
Hawkwinds legendärer Saxofonist Nik Turner macht auf seine alten Tage (fast 80 ist der Mann!) die bessere Hawkwind-Musik als sein alter Kumpel Dave Brock, unterstützt von den Musikern der Band Hedersleben, die zwar nicht aus dem Harz stammen, aber dort ihre Retro-Spacerock-Band gegründet haben.
(2019-06-25)
[Hawkwind | Hedersleben]
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Weyes Blood: "Titanic Rising" (Sub Pop, April 2019)
Hinter dem "Bandnamen" Weyes Blood versteckt sich die kalifornische Sängerin und Songschreiberin Natalie Mering, von der ich zuvor noch nie gehört hatte. Ihr neues, viertes (?) Album ist ziemlich gut geworden - da habe ich bisher wohl eindeutig etwas verpasst. Wichtigster musikalischer Unterstützer im Studio war Jonathan Rado von der Band Foxygen, die ebenfalls einen exzellenten Ruf hat und die bislang ebenfalls komplett an mir vorbeigegangen ist.
(2019-05-04)
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Flying Lotus: "Flamagra" (Warp, Mai 2019)
Steven Ellison ist der Neffe von Alice Coltrane und einer der begabtesten Produzenten im Grenzbereich Jazz/Hip Hop. Ich habe ansonsten mit "Drumcomputermusik" ja wenig bis nichts zu tun, aber hier bin ich, wie schon beim Vorgängeralbum "You're Dead" begeistert. Wie immer mit seinem Kumpel Thundercat an der Riesenbassgitarre mit viel zu vielen Saiten für Normalsterbliche.
(2019-06-06)
[Alice Coltrane | Thundercat]
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Calexico / Iron & Wine: "Years To Burn" (City Slang, Juni 2019)
Nach fast 15 Jahren konnten Sam Beam (Iron & Wine) und das Calexico-Duo Joey Burns und John Convertino ihre Zusammenarbeit wieder aufnehmen und waren im vergangenen Dezember für vier Tage in Nashville im Studio, unterstützt von ein paar Musikern aus ihren jeweiligen Tourbands (Bassist Sebastian Steinberg und Keyboarder Rob Burger von Iron & Wine, sowie Trompeter Jacob Valenzuela und Steelgitarrist Paul Niehaus von Calexico). Eine gute Platte mit Ansage kam dabei heraus.
(2019-06-16)
[Calexico | Iron & Wine]
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Chris Robinson Brotherhood: "Servants Of The Sun" (Silver Arrow, Juni 2019)
Die Band um Ex-Black Crowes Sänger Chris Robinson und Gitarrist Neal Casal ist extrem fleißig: seit dem 2012er Debüt "Big Moon Ritual" ist "Servants Of The Sun" bereits das siebte Studioalbum, dazu kommen mehrere Livealben, die ich aber nicht kenne. Bei der CRB-Truppe wird gerne die große Nähe zu den Vorbildern von den Grateful Dead hervorgehoben. Durchaus zu Recht, aber ob das auch immer passt? Der Mann vom All Music Guide sieht hier Ähnlichkeiten zum Spät70er-Werk der Dead namens "Shakedown Street" und findet dass "the Grateful Dead got bogged down by their flirtations with funk and disco", während die "CRB ... a bit too sharp and weathered to repeat that mistake" sei. Nun ja - ich finde, dass die Dead da keinesfalls festgefahren waren, denn trotz Disco-Funk-Anleihe sind "Terrapin Station" und "Shakedown Street" tolle Alben. Außerdem ist die CRB weder "zu scharf" noch "zu verwittert", um diese angeblichen Fehler zu wiederholen. Rezensentengeschwätz, was sich aber eben gut liest. Im Übrigen habe ich erstmals bei der CRB auf das Vinyl verzichtet und mir nur die CD angeschafft, die mit knapp 16€ weniger als die Hälfte gekostet hat.
(2019-06-28)
[The Black Crowes | Neal Casal | Terrapin Station | Shakedown Street]
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Geht so ...

#1: ???: "???" (???, ???)

(??.??.????)
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Erstellt: 11.02.2019 Letzte Aktualisierung: 14.08.2019 20:43 507 Besucher seit dem 11.02.2019
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