Waiting For Louise präsentiert: Michaels Favoriten von 2018
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Michaels Favoriten 2018

Jahresrückblick etc.

abwarten ...
(20.04.2018)

Highlights des Jahres

Damien Jurado: "The Horizon Just Laughed" (Secretly Canadian, April 2018)
Witzigerweise diametral zu Okkervil River hat mich bei Damien Jurado beim ersten Hören vor allem der Klang der Keyboards (Hammond B3!!!) begeistert! Kein Rocksaxofon, dafür aber viele Gitarren. Insgesamt bleibt die Begleitung aber immer schön aufgeräumt, was ich im Moment sehr mag.
(12.05.2018)
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Locust Fudge: "Oscillation" (play loud!, April 2018)
In den 90ern gehörten Krite und Schneider aus der ostwestfälischen Provinz mit ihren diversen Bands (Speed Niggs, Hip Young Things, Great Tuna, Sharon Stoned) zu dem Besten, was es an Gitarrenmusik in deutschen Landen gab. Ihre beiden gemeinsamen Alben im Glitterhaus unter dem Namen Locust Fudge wurden 2014 auf Vinyl wiederveröffentlicht und ich konnte die beiden mit ihrem neuen japanischen Drummer im MUZ in Nürnberg live erleben. Jetzt gibt es doch tatsächlich ein neues Album, nur als Vinyl mit Bonus-CD erhältlich, das wunderbar den Zeitgeist vor einem Vierteljahrhundet einfängt, aber überhaupt nicht nostalgisch daherkommt. Es gibt tolle Gäste, die den künstlerischen (wenn schon nicht kommerziellen) Status der beiden gut verdeutlichen: die legendären amerikanischen Gitarristen J Mascis (Dinosaur Jr.) und Chris Brokaw (Come, Codeine, Dirtmusic), sowie die ebenso legendären deutschen Drummer Zappi Diermeier (Faust) und Wolfgang Seidel (Ton Steine Scherben).
(27.05.2018)
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Sly & Robbie meet Nils Petter Molvær feat. Eivind Aarset and Vladislav Delay: "Nordub" (Sony/Okeh, April 2018)
Hier haben wir mal ein gutes Beispiel dafür, dass ein Ding mehr als die Summer seiner Einzelteile ist bzw. zu sein verspricht: Sly & Robbie sind wahrscheinlich das beste, auf jeden Fall das bekannteste Rhythmusgespann des Reggae. Trotzdem habe ich mich noch nicht wirklich mit ihrer eigenen Musik beschäftigt. Auch von dem norwegischen Jazztrompeter Nils Petter Molvær kannte ich bisher nur sein Album "Khmer", das mir mal ein Freund kopiert hatte und auf dem Gitarrist Eivind Aarset auch bereits zu hören ist. Der Name des Klangtüftlers Vladislav Delay kam bisher nur als Produzent der finnischen Sängerin (mit äthiopischen Wurzeln) Mirel Wagner auf den Radar. Auf jeden Fall habe ich mir gesagt, dass das doch eine ziemlich spannende Mischung ist und mir das Album gefallen könnte. Ich kann sogar sagen: "Nordub" hat meine Erwartungen übertroffen!
(14.04.2018)
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Kim Richey: "Edgeland" (Yep Roc, April 2018)
Die Liste der Künstler, von denen ich mir ungehört neue Platten kaufen kann, ist inzwischen überschaubar geworden. Die Sängerin und Songschreiberin aus Nashville gehört definitiv auf diese Liste! Als Gäste sind unter anderem die Labelkollegen Chuck Prophet, Robyn Hitchcock und Pat Sansone (vom Duo The Autumn Defense, ausserdem natürlich im Hauptjob bei Wilco!), sowie Pat McLaughlin und der mir bislang unbekannte Mando Saenz dabei.
Typisch für Nashville ist auch, dass die meisten der Lieder im Team mit anderen Songwritern aus Nashville entstanden sind. Hier möchte ich neben den bereits als Mitmusiker genannten Prophet, McLaughlin und Saenz noch Al Anderson (Ex-NRBQ) und Nashville Gitarrenlegende Mike Henderson erwähnen.
(27.04.2018)
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Laura Veirs: "The Lookout" (Bella Union, April 2018)
Ganz oben auf meiner Liste von Künstlerinnen, von denen ich mir ungehört neue Platten kaufen kann, steht diese Lady. Jede ihrer Platten, die ich in den letzten Jahren angeschafft habe, fand sich anschließend in meinen Jahrescharts wieder, mehrmals sogar auf Platz 1. Auch das neue Album ist von dieser Qualität, was wohl neben Lauras Stimme und Songs vor allem an der Produktion ihres Gatten und Trommlers Tucker Martine liegt. Außerdem gibt es (erstmals?) sogar ein Juwel von einem Coversong zu hören: nichts weniger als "Mountains Of The Moon" von meinen alten Helden, den Grateful Dead, zu finden im Original auf deren Album "Aoxomoxoa"
(29.04.2018)
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Domenico Lanellotti: "The Good Is A Big God" (Luaka Bop, Mai 2018) * "Serra dos Órgãos" (LAB344, Juni 2017)
Brazil!
(23.07.2018)
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M. Walking On The Water: "Dogma 13" (Fuego, Mai 2018)
Diese Platte kann man/frau nur per ordern, weshalb das beste Album der Band seit längerem wohl kaum ein Verkaufshit wird. Sechs neue Akustikversionen von Liedern der ersten drei Alben, herausragend ist besonders der Opener "Pluto" vom gleichnamigen Album von 1989, sowie eine beeindruckende Version des Depeche Mode-Klassikers "Enjoy The Silence". Ich wusste gar nicht, dass ich 80er-Synthie-Pop mag ...
(12.06.2018)
The Sea And Cake: "Any Day" (Thrill Jockey, Mai 2018)
Schon seit längerem kann ich mich alle paar Jahre auf ein neues Album dieser Band aus Chicago freuen, das immer erfreulich vertraut und gleichzeitig spannend und frisch klingt. Im Grunde könnte ich einfach meine Worte zum letzten Album "Runner" wiederholen, also schaut dort einfach nach, wenn Ihr wollt. Deshalb hier nur kurz ein paar Worte über das, was hier anders ist als gewohnt: Bassist und Gründungsmitglied (wie alle Bandmitglieder!) Eric Claridge ist nicht mehr dabei, wird aber nur auf einem Titel durch Kontrabassist Nick Macri ersetzt. Bei manchen Liedern spielt Drummer/Toningenieur John McEntire stattdessen auf dem Keyboard, bei anderen wird ganz auf Bass verzichtet, ohne dass da etwas fehlen würde. Im Mittelpunkt stehen sowieso immer die eleganten Gitarren von Archer Prewitt und Sam Prekop, sowie der lakonische Gesang von Letzterem.
(26.05.2018)
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Phil Cook: "People Are My Drug" (Thirty Tigers/Psychic Hotline, Juni 2018)
Zweites Soloalbum des (Ex?-)Gitarristen von Megafaun und aktuellen Begleiters von MC Taylor bei Hiss Golden Messenger. Da hat jemand seinen Ry Cooder gut studiert, was nicht das schlechteste Vorbild ist ...
(13.07.2018)
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The Wave Pictures: "Brushes With Happiness" (Moshi Moshi, Juni 2018)
Ein tolles und besonders fleissiges Trio aus England, das ihr neuestes Werk an einem einzigen Tag und soweit ich es weiss auch ohne Overdubs aufgenommen hat. Von den weit mehr als 20 Alben und EPs in knapp 15 Jahren ist dieses leider erst mein drittes und gefällt mir besonders gut.
(20.07.2018)
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The Wood Brothers: "One Drop Of Truth" (Thirty Tigers/Honey Jar, Juni 2018)
Oliver und Chris Wood kommen zusammen mit ihrem Drummer Jano Rix auf dem neuen Album ganz ohne Unterstützung von außen aus: selbst produziert, keine Gastmusiker, nur Eigenkompositionen, keine (oder wenige?) Overdubs. Irgendwie der asketische Bastard aus Little Feat und The Band, also den Besten.
(04.07.2018)
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Neil & Liam Finn: "Lightsleeper" (Inertia/Lester, Aug. 2018)
Vater & Sohn machen eine Platte zusammen - im Rock'n'Roll ist das komischerweise nicht die allernormalste Vorgehensweise. Mir fallen auch nur wenige Beispiele ein. Die sind dann für meinen Geschmack mal nicht so gut wie erhofft, z.B. bei den Tweedies, oder aber überraschend gut wie Martin und Josh Ace, die meine alte Liebe Man immer noch mit viel Elan am Leben halten.
Zu Neil Finn muss ich nicht viel sagen. Aber auch sein Sohn Liam hat schon unter eigenem Namen tolle Musik veröffentlicht. Und ganz ohne Überraschungseffekt ist ihnen das auch zusammen gelungen. Überraschend ist vielleicht nur, dass das Ergebnis überhaupt nicht nach Crowded House klingt, denn "Lightsleeper" ist völlig entspannt an kommerziellen Interessen vorbei produziert worden.
Ach ja - vielleicht hat es ja der eine oder andere mitbekommen: Papa Neil ist jetzt bei Fleetwood Mac und ersetzt bzw. vertritt dort zusammen mit Mike Campbell von den Heartbreakers Lindsey Buckingham. Nicht zuletzt deshalb taucht in den Credits der CD (das Vinyl war mir zu teuer!) wohl Mick Fleetwood als Drummer auf, obwohl Liam ja selber ein fantastischer Drummer ist.
(22.09.2018)
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Tunng: "Songs You Make At Night" (Full Time Hobby, Aug. 2018)
Vor wenigen Monaten erschien bereits neue Musik von Mike Lindsay zusammen mit der wunderbaren Laura Marling unter dem Bandnamen Lump. Jetzt ist auch bei seiner alten Band Tunng sein alter Songwriting-Partner Sam Genders wieder mit an Bord. Nach wie vor ist die Band mit der Verquickung von Folk und Laptop beschäftigt, was mich in Allgemeinen eher selten interessiert. Bei Tunng klingt das aber immer richtig gut.
(23.09.2018)
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Willkommen zurück ...

The Green Apple Sea: "Northern Sky - Southern Sky" (K&F, Okt. 2010 * Hometown Caravan, März 2018)
In Kürze gibt es endlich ein neues Album dieser tollen Nürnberger Kapelle, ehemals aus dem Emsland (bzw. Münster bzw. Köln). Der Vorgänger "Northern Sky - Southern Sky" wurde von mir ja bereits zu meinem Album des Jahres 2010 gekürt und ist jetzt endlich als Schallplatte erschienen, die ich mir natürlich trotz der bereits in meinem Regal stehenden CD-Version anschaffen musste.
(16.03.2018)
Klaus Renft Combo: "Renft 1 und Renft 2" (SechszehnZehn, April 2018)
Die erste Band aus der DDR, über die auf diesen Seiten zu lesen ist. Demnächst mehr ...
(28.07.2018)

auch gut ...

Belle & Sebastian: "How To Solve Our Human Problems" (Matador , Jan. 2018)
Ab vergangenen Dezember hat die schottische Band monatlich eine EP mit jeweils fünf Lieder vorgelegt. Jetzt liege alle drei EPs als prächtige Vinylbox oder schnöde Einzel-CD vor.
(22.02.2018)
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Nils Frahm: "All Melody" (Erased Tapes, Jan. 2018)
Ich bin nicht in der Lage, die Musik des Berliner Tastenkünstlers einem Stil zuzuordnen. Aber zum Glück muss ich das auch gar nicht und bin mit den wunderbaren Klängen der Platte sehr zufrieden. Alles eben nur Melodie ...
(04.02.2018)
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John Surman: "Invisible Threads" (ECM, Jan. 2018)
Der englische Spezialist für die nicht ganz so gewöhnlichen Saxophone und Ähnliches (sprich: Sopransax, Baritonsax und Bassklarinette) liefert mit dem brasilianischen Pianisten Nelson Ayres und dem mir bislang unbekannten amerikanischen Vibraphonisten Rob Waring perfekte ECM-Musik ab. Wunderschön, aber leider nur als CD erhältlich ...
(11.02.2018)
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The Low Anthem: "The Salt Doll Went To Measure The Depth Of The Sea" (Joyful Noise, Feb. 2018)
Der Vorgänger "Eyeland" hatte ja die wunderbaren frühen Alben ("Oh My God, Charlie Darwin" und "Smart Flesh") um Elektronik und Krach erweitert und war mir, ehrlich gesagt, zu anstrengend. Das neue Album wollte ich deshalb zuerst auch ignorieren, habe dann aber trotzdem mal reingehört: Es gibt hier zwar so einiges Digitale zu hören, aber eben auch schöne Melodien und akustische Klänge - und keine irritierenden Lärmausbrüche. Ob ich's jetzt richtig gut finde? Das weiß ich noch nicht.
(18.04.2018)
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The Monochrome Set: "Maisieworld" (Tapete, Feb. 2018)
Die andere aktuelle Tapete-Aktion zur Rettung guter britischer Gitarrenmusik im noch jungen Jahr neben Peter Astor hat leider etwas länger gebraucht, bis sie der Postbote heute morgen bei mir abliefern konnte. Übrigenz und vorbildlicherweise wie immer bei Tapete als bezahlbares Vinyl inklusive CD für unter 20 Oiros!
(05.04.2018)
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Alela Diane: "Cusp" (AllPoints, März 2018)
Ein herzergreifend schönes Album der Sängerin, die hier erstmalig das Klavier als Basis der Lieder verwendet, dabei aber nie die Grenze zum Kitsch überschreitet.
(20.03.2018)
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Pete Astor: "One For The Ghost" (Tapete, März 2018)
Das Hamburger Tapete-Label, einst von Dirk Darmstaedter (mit-)gegründet, entwickelt sich in letzter Zeit zum Hort für ehemalige Helden britischer Gitarrenmusik, die vielleicht zu Hause nicht mehr die richtige Wertschätzung finden. Nach Bid und seiner Band The Monochrome Set, Lloyd Cole, Martin Carr (Ex-The Boo-Radleys) und Stephen Duffy mit The Lilac Time hat dort jetzt auch der ehemaliger Chef von den Weather Prophets sein musikalisches Zuhause gefunden.
(11.03.2018)
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The Decemberists: "I'll Be Your Girl" (Rough Trade/Capitol, März 2018)
Auch hier war der erste Höreindruck vor dem Kauf nicht so gut (neuer Produzent ..., Mainstream ..., mehr Keyboards als Gitarren ...). Dann habe ich dem Album aber doch noch eine zweite Chance gegeben. Die Songs und die Stimme von Colin Melloy reissen es letztendlich raus und sorgen für ein schönes Album. Auch wenn mir die Gitarren etwas fehlen und ich den alten Produzenten Tucker Martine doch sehr schätze.
(27.05.2018)
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David Kitt: "Yous" (All City, März 2018)
Nach dem 10-Zoll-EP "Still Don't Know" vom Januar gibt es nun das komplette Album des irischen Singer/Songwriters, den ich bisher nur durch eine vorzügliche Sammlung von Coversongs ("The Black And Red Notebook" von 2004) und seine Mitwirkung als unterstützender Gitarrist bei den Tindersticks kannte.
(29.03.2018)
Matthews' Southern Comfort: "Like A Radio" (MIG, März 2018)
Für die Musik von Iain Matthews habe ich immer etwas Platz in meinem Herzen (in meinem Ohr?), auch wenn da in den letzten Jahren nicht mehr soviel Neues kam. Immerhin ist der Mann ja auch schon über 50 Jahre im Geschäft, ich erwähne hier mal nur kurz die Bands Fairport Convention und Plainsong. Und im Rentenalter darf man es ja schließlich auch etwas ruhiger angehen. 1970, in der Frühphase seiner Kariere, hatte er mit der Band Matthews' Southern Comfort und Joni Mitchells "Woodstock" seinen einzigen Hit, bevor er die eigene Band verlassen hatte, die dann noch eine Zeit lang als Southern Comfort weitermachte. Seit einigen Jahren lebt Iain Matthews jetzt in den Niederlanden, wo er die Band auch mit heimischen Musikern wiederbelebt und mit ihnen jetzt seine nach meiner Zählung bereits dritte CD herausgebracht hat. Auf "Like A Radio" gibt es neben guten neuen Eigenkompositionen auch drei Neuaufnahmen von Coversongs, die bereits auf dem 1970er-Album "Later The Same Year" zu hören waren.
(03.03.2018)
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Jono McCleery: "Seeds Of A Dandelion" (Counter, März 2018)
Der britischer Singer/Songwriter, auf den mich Heino Walter aufmerksam gemacht hat, spielt auf seinem neuen Album ausschliesslich fremdes Liedgut, u.a. von Vater und Sohn Buckley, sowie Scott Walker und den Cocteau Twins, weshalb ich natürlich hier zugreifen musste!
(20.03.2018)
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Jonathan Wilson: "Rare Birds" (Bella Union, März 2018)
Das dritte Album des Gitarristen und Studiotüftlers kann man zumindest in der limitierten (?) Vinylversion nur als echtes Prachtwerk zu beschreiben: farbiges Doppelvinyl, satte 80 Minuten Musik, fettes Beiblatt, Poster, Aufkleber und sogar eine bedruckte Stofftragetasche.
Auch die Musik selber ist meist gut bis sehr gut, auf jeden Fall immer sehr interessant. Zwei, drei mal trifft es aber leider nicht meinen Geschmack, und zwar dann, wenn Jonathan Wilson wie Adam Granduciel von The War On Drugs klingt, der versucht, wie Bruce Springsteen in den 80ern zu klingen. Eben nicht mein Geschmack.
(11.03.2018)
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Yo La Tengo: "There's A Riot Going On" (Matador, März 2018)
Was soll ich sagen? Wenn man(n) sich die neue Platte einer Band ungehört kaufen kann, dann die von diesem grandiosen Trio aus Hoboken/New Jersey - auch wenn der Mann vom Glitterhaus das neue Werk tendentiell langweilig findet. Ich aber sage: perfekter Gitarren-Trance!
(20.03.2018)
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Josienne Clarke & Ben Walker: "Seedlings All" (Rough Trade, April 2018)
Das dritte Album des englischen Folk-Duos: so wie der Vorgänger ist es in jeder Hinsicht gelungen. Was ausserdem noch auffällt: Es klingt etwas mehr nach Singer/Songwriter und etwas weniger nach Folk. Neben Stimme und Songwriting wird Josienne als Saxofonistin und Blockflötistin immer interessanter, während ihr Partner zu einem immer besseren Gitarristen, Arrangeur und Tonmeister reift.
(28.04.2018)
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Guru Guru: "Rotate!" (Trance Music, April 2018)
Da es anscheinend keine Vinylversion geben soll, wollte ich mir die neue CD eigentlich am Samstag auf dem wunderbaren Konzert der Band in Dorsten kaufen. Dort hat Mani Neumeier dann aber doch eine Schallplattenveröffentlichung für den kommenden Monat angekündigt, auf die ich natürlich warten muss. Jetzt heißt es also: habt bitte noch etwas Geduld, bevor ich was Schlaues über "Rotate!" sagen kann ...
(29.04.2018)

Konzerthighlight: Treffpunkt Altstadt, Dorsten, 27.04.2018.
Vor fünf Jahren wurden mit dem Album "Electric Cats" noch schlappe 45 Jahre Guru Guru gefeiert und ich war alleine zum Konzert nach Dortmund gefahren. Um mir vorort nicht beim Warten die Füße in den Bauch stehen zu müssen traf ich dort mit der üblichen Verspätung erst um ca. halb Neun ein, um dann verwundert festzustellen, dass ich dadurch schon einen größeren Teil des Konzertes verpasst hatte - und zwar eines richtig gutes Konzertes. Ohne mich an dieses wichtige Detail erinnern zu können bin ich dieses Mal mit meinen W4L- bzw. Rusty Nails-Kumpanen Locke und Jörn rechtzeitig angereist, was eine richtig gute Idee unseres Trommlers war, denn die Gurus fingen auch zu ihrem 50sten wieder pünktlich an - und waren dabei gefühlt sogar noch besser als vor fünf Jahren!

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Tom Liwa: "Ganz Normale Songs" (Grand Hotel van Cleef, April 2018)
Vor etwa einem Jahr wurde das neue Album von Tom Liwa und seinen Flowerpornoes im Netz bereits angekündigt. Jetzt ist es zu meiner großen Freude da, auch wenn es nur unter dem Namen des Bandchefs daherkommt, aber immerhin sind alle seine Bandkollegen dabei.
Die "Ganz Normalen Songs" passen dieses mal auch auf eine Einzel-LP und haben alle extrem kurze Titel. Ob diese an den meisterlichen Vorgänger Umsonst & Draussen heranreicht kann ich noch nicht abschätzen, es ist auf jeden Fall sehr interessant und wurde Dank Produzent Tobias Levin auf jeden Fall richtig gut aufgenommen. Da konnte, wahrscheinlich zum ersten Mal, Liwas Musik mit dem Etat umgesetzt werden, die sie verdient. Das Plattenlabel unter den Leitung von Thees Uhlmann (Tomte) und Markus Wiebusch (Kettcar) scheint hier (relativ) viel Geld (und Liebe) hineingesteckt zu haben, ohne Liwa und seine Musik verbiegen zu wollen. So mag ich das.
(14.04.2018)
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Van Morrison & Joey DeFrancesco: "You're Driving Me Crazy" (Sony/Legacy/Exile, April 2018)
Herr Morrison ist in den letzten Jahren veröffentlichungstechnisch ja wieder sehr aktiv. Außer bei "Keep Me Singing", der letzten Platte vornehmlich mit neuen, eigenen Liedern, hat mich das aber nicht mehr so wirklich interessiert. Deshalb wollte ich "You're Driving Me Crazy", das dritte, kurz hintereinamder folgende Album mit Jazz- und Bluesklassikern, auch komplett ignorieren. Ein paar Gründe haben mich dazu bewogen, doch mal hineinzuhören und mir diese Doppelalbum (über 70 Minuten!) dann sogar zu kaufen: neben einigen Coversongs aus der genannten Kategorie werden hier vor allem eher unbekannte Songs des Meisters mit einer virtuosen Jazzband unter der Leitung des mir bislang unbekannten Hammond-B3-Organisten und Trompeters Joey DeFrancesco neu interpretiert. Dabei gefällt mir besonders gut die neue Version des"Astral Weeks"-Klassikers "They Way Young Lovers Do". Nur die Shuffle-Version des bekannten Titels "Have I Told You Lateely" finde ich genauso uninteressant wie das Original oder die Coverversion von Rod Stewart. Außerdem scheint der Meister auf seine alten Tage als Altsaxophonist immer besser zu werden und macht neben dem virtuosen Troy Roberts (an Tenor- und Sopransaxophon) dabei eine gute Figur. Ansonsten klingt vor allem die Hammond von Bandleader DeFrancesco wirklich toll.
(04.05.2018)
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Okkervil River: "In The Rainbow Rain" (ATO, April 2018)
Will Sheff und seine Band höre ich mir immer an, wenn es was Neues zu Hören gibt. Den Titel "In The Rainbow Rain" fand ich zuerst etwas ungelenk bzw. zu platt, vor allem wenn man sich das mal in's Deutsche übersetzt, aber dann war das Cover doch so schön und der erste Klangeindruck so gut, dass ich die Vinylversion geordert habe. Beim zweiten und dritten Hören finde ich jetzt aber die Keyboards und das Saxofon immer unangenehmer (so 80ermäßig), dass ich jetzt nicht weiß, ob das vielleicht doch ein Fehlkauf ist ...
(12.05.2018)
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Arctic Monkeys: "Tranquility Base Hotel + Casino" (Domino, Mai 2018)
Das erste Album, das ich mir von der Band gekauft habe, nachdem bisher nur ein paar ein paar 10-Zoll-EPs aus den Jahren 2009 bis 2011 aus den sicherlich inzwischen bekannten Gründen den Weg in meinen Plattenschrank gefunden haben. Warum gerade jetzt? Vor allem, weil die Musik inzwischen eher u mir passt und nicht mehr ganz so hektisch daherkommt ...
(12.06.2018)
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Courtney Barnett: "Tell Me How You Really Feel" (Marathon/Milk, Mai 2018)
Ist Courtney die Rettung des Indie-Gitarrenrocks oder einfach nur eine tolle Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin? Mich beeindruckt vor allem ihr Talent für lakonisch-brilliante Texte.
(12.06.2018)
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Ry Cooder: "The Prodigal Son" (Caroline/Perro Verde, Mai 2018)
Ry Cooders Musik weiß ich schon seit vielen Jahren zu schätzen. Mein Einstieg war 1979 das Album "Bop Till You Drop", zu meinem absoluten Favoriten wurde dann aber "Boomer's Story" von 1972, wovon ich blöderweise nur eine Cassetten-Kopie aus den 80ern mein Eigen nennen kann und das anscheinend aktuell als neues oder gebrauchtes Vinyl nicht zu einem vernünftiges Preis zu bekommen ist. Nach "Get Rhythm" von 1987 erschienen gefühlt fast nur noch Filmsoundtracks, für die ich mich auch ab und zu interessiert habe, aber allmählich verschwand der Meister der Slidegitarre von meinem Radar. Somit ist das jetzt mein erstes, neues Cooder-Album seit sehr vielen Jahren - und es klingt so gut, als hätte es da gar keine Unterbrechung gegeben.
(27.05.2018)
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Rita Coolidge: "Safe In The Arms Of Time" (Blue Elan, Mai 2018)
Darf man bei einer Lady vom Format von Rita Coolidge von einem gediegenen Alterwerk sprechen? Ich habe mich sehr auf diese Neuerscheinung gefreut, alles klingt so gut wie erhofft (bzw. erwartet), es gibt keine negativen Überraschungen durch überflüssige Versuche, Top Of The Pops zu sein. Ich bin also zufrieden. Aber eigentlich höre ich Rita nur gerne singen ...
(17.06.2018)
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The Green Apple Sea: "Directions" (Hometown Caravan/K&F, Mai 2018)
Das neue Album der inzwischen in Nürnberg beheimateten Band um den Sänger und Songschreiber Stefan Prange wurde ja bereits durch die nachträgliche Vinylveröffentlichung von "Northern Sky - Southern Sky", dem 2010er Meisterwerks (auf jeden Fall aus meiner Sicht!) der Band, im vergangenen Frühjahr angekündigt. Der Stil des neuen Albums ist durch die stärkere Verwendung der Keyboards von Christian Ebert etwas weg vom Folk in Richtung Pop verschoben, aber es gefällt mir trotzdem recht gut. Bei den Songs war für mich vor allem durch die ersten drei Lieder des letzten Albums ("Northern Sky", "Nightmares" und "Satelite Wings") die Messlatte für das neue Album so hoch gesetzt, dass mit einer weiteren Steigerung nicht gerechnet werden konnte - und auch nicht mußte. Schau'n wir also mal, wie sich das Album so entwickelt ...
(17.06.2018)
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Horse Feathers: "Appreciation" (Kill Rock Stars, Mai 2018)

Auch der von mir bislang sehr geschätzte Singer/Songwriter Justin Ringle aus Portland/Oregon hat jetzt plötzlich den Mainstream-Rock für sich entdeckt - auf jeden klingen die ersten Lieder des neuen Albums nicht mehr nach Folkclub, sondern irgendwie nach großer Bühne. Das sei ihm natürlich gegönnt, aber ich bin doch erst einmal etwas irritiert ...
(22.05.2018)

Beim zweiten Hörversuch assoziere ich nicht mehr Stadionrock, sondern eher 70er-Soul aus Memphis (Stax, Hi), was mich wieder versöhnlicher stimmt ...
(26.05.2018)

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Kassin: "Relax" (Luaka Bop, Mai 2018)
Brazil!
(04.08.2018)
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Sarah Louise: "Deeper Woods" (Thrill Jockey, Mai 2018)
Eine mir bislang unbekannte amerikanische Gitarristin mit Schwerpunkt auf dem 12saitigen Instrument, die mich aufgrund dieser Tatsache sowie ihres recht sperrigen Songmaterials und ihres ungewöhnlichen Einsatzes der eigenen Stimme an meinen alten Helden Tim Buckley, vor allem dessen Album "Starsailor", erinnert, ohne natürlich genauso zu klingen. Mein Vertrauen auf den guten Geschmack des Plattenlabels Thrill Jockey und ein kurzes Online-Reinhören in die ersten Lieder haben mich zum Kauf überredet, allerdinx ist mein Fazit nach zweimaligen Durchhören doch etwas ambivalent, schwankend zwischen toll und eher nervig. Ich setzte am besten auf einen weiteren Hörversuch zu einem späteren Zeitpunkt, vielleicht nicht unbedingt beim Autofahren, wo ich auch "Starsailor" eher selten geniessen kann ...
(17.06.2018)
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Ryley Walker: "Deafman Glance" (Dead Oceans, Mai 2018)
Völlig aus der Zeit gefallener Folkjazz des Gitarristen aus Chicago. Der neue Tim Buckley? Nee, aber immer noch der alte Ryley!
(12.06.2018)
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Kelly Willis: "Back Being Blue" (Thirty Tigers, Mai 2018)
Lange her seit der letzten Solo-LP ... und fast wäre diese schöne Platte in meinem Stapel für Neuzugänge verschütt gegangen. Mehr dazu demnächst ...
(01.09.2018)
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John Coltrane: "Both Directions At Once" (Universal/Impulse!, Juni 2018)
Bislang verschollene Aufnahmen vom 06.03.1963 auf dem legendären Impulse-Label!
(07.07.2018)
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Father John Misty: "God's Favorite Custumer" (Bella Union, Juni 2018)
Josh Tillman ist ziemlich fleissig, denn das Vorgängeralbum "Pure Comedy" ist gerade mal ein Jahr alt. Und genauso wie beim Vorgänger wollte ich mir das neue Album zuerst auch nicht kaufen, wobei ich nicht mehr weiß, woher meine geplante Zurückhaltung stammt. Wahrscheinlich war das irgend ein Review, irgendwo im WWW aufgeschnappt, den ich auch gar nicht wiederfinden kann. Der erste eigene Höreindruck vom neuen Album: alles etwas sparsamer umgesetzt als zuletzt und deshalb (vielleicht) sogar noch besser. Aber am besten abwarten und noch öfter hören ...
(17.06.2018)
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Charles Lloyd & The Marvels + Lucinda Williams: "Vanished Gardens" (Universal/Blue Note, Juni 2018)
Blue Note!
(08.07.2018)
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"Lump" (Dead Oceans, Juni 2018)
Spannendes Duo Projekt von Laura Marling und Mike Lindsay (Tunng) ...
(24.06.2018)
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Motorpsycho: "Roadwork Vol 5: Field notes, Europe 2017 - The Fantastic Expedition of Järmyr, Ryan, Sæther & Lo" (Stickman, Juni 2018)
Auf sechs Schallplattenseiten und gerade einmal sieben Liedern zwisch zwei und dreißig Minuten gibt es die aktuelle Motorpsycho-Besetzung (neben der Urgesteinen Bent Sæther und Hans Magnus Ryan sind das der neue Drummer Tomas Järmyr und der zusätzliche Gitarrist/Keyboarder Kristoffer Lo) von ihrer Europatournee Ende 2017 zu hören. Das Ergebnis kann man mit großartig nur unzulänglich beschreiben.
(14.08.2018)
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Kamasi Washington: "Heaven And Earth" (Young Turks, Juni 2018)
Und schon wieder so ein Monster von einem Album des begnadeten Saxofonisten, wie beim letzten Mal mit großer Band, großem Orchester und großem Chor. Allerdinx habe ich mir doch lieber die Doppel-CD für schlappe 14€ statt des 4fach-Vinyls für heftige 50€ gegönnt. Irgendwann hört auch bei mir der Spass beim Bezahlen auf, auch wenn das fette Vinylpaket sicherlich was hermacht ...
(24.06.2018)
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Cat Power: "Wanderer" (Domino, Juli 2018)
Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich doch noch mit dem neuen Album von Chan Marshall beschäftigt habe. Dabei kann ich gar nicht sagen warum, das so lange gedauert hat, denn ihren Alben haben mir eigentlich immer gut gefallen. Letztendlich ist das ja auch egal, denn jetzt, wo ich das Album doch zu hause habe, gefällt es mir in seiner Kargheit sehr gut. Fast alle (der wenigen) Instrumente hat sie selber gespielt und macht damit wieder einmal allen Leuten Mut, die vielleicht handwerklich nicht zur Musikerelite gehören, aber deren Ideen künstlerisch dennoch großartig sind.
Kleine Anekdote: ihre alte Plattenfirma Matador, deren Arbeit ich bisher immer sehr geschätzt habe (zum Künstlerkreis gehören u.a. Yo La Tengo!), hatte das Album als nicht kommerziell genug abgelehnt und ihr doch tatsächlich Adele als Orientierung empfohlen. Jetzt ist sie beim noch kultigeren Label Domino und zeigt dem alten Arbeitgeber den Stinkefinger, indem sie zwar nicht jene Adele, aber immerhin Lana Del Rey als Gastsängerin dabei hat.
(27.10.2018)
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Cowboy Junkies: "Reckoning" (Proper/Latent, Juli 2018)
Es ist selten, dass ich mal so darüber erfreut bin, wenn eine Band sich treu bleibt und quasi immer das Gleiche macht. Bereits vor etwa 30 Jahren, beim zweiten Album "The Trinity Session" hatten sie ihren Sound gefunden, basieren auf den Songs und der scheinbar monoton-stoischen Rhythmusgitarre von Michael Timmins und der Stimme seiner Schwester Margo Timmins. Für Farbtupfer (Leadgitarre, Keyboards, Geige) sorgen (wie immer) irgendwelche virtuosen (?) Gastmusiker, die toll spielen, ohne die der Zauber dieser Musik aber keinen Deut geringer wäre.
(19.08.2018)
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The Jayhawks: "Back Roads And Abandoned Motels" (Sony/Legacy, Juli 2018)
Auf dem neuen Album der Band gibt es zwar nur zwei wirklich neue, aber acht alteLieder, die Bandchef Gary Louris in den vergangenen Jahren als Kollaborationen mit anderen Künstlern geschrieben hat und die, wenn überhaupt, nur von diesen Kollegen aufgenommen wurden. Zu nennen sind zum Beispiel drei Lieder, die er zusammen mit den drei Dixie Chicks geschrieben hat. Zusätzlich hat es ein Lied von Golden Smog, dem Nebenprojekt von Louris und Bassist Marc Pearlman, in einer neuen Version auf die Platte geschafft.
Die Idee zu dem Album soll vom neuen Bandmitglied John Jackson (Gitarre, Geige,Mandoline) stammen, bei dem es sich wohl nicht um den Ex-Gitarristen von Bob Dylan mit gleichem Namen handelt, sondern um einen Mitarbeiter der neuen Plattenfirma der Band, der anscheinend bei der Bandbetreuung so gut war, dass er zum festen Teil der Truppe wurde und somit die Fronten gewechselt hat. Ach ja - die Platte ist gut geworden, bedingt wohl durch das Songmaterial mehr Folk und Pop als Rock. Ausserdem dürfen Drummer Tim O'Reagan und Pianistin Karen Grotberg auch mal erste Stimme singen, was die ja auch richtig gut können.
(28.07.2018)
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Boz Scaggs: "Out Of The Blues" (Universal/Concord, Juli 2018)
Wenn es darum geht, elegante Musik (Yacht-Rock?) und den Blues zusammenzubringen, ohne dass das peinlich und/oder blutleer wird, dann ist Boz Scaggs der richtige Mann! Dies ist nach "Memphis" von 2013 und "A Fool To Care" von 2015 bereits der dritte Teil in einer großartigen Reihe von (Cover-)Alben im Spätwerk dieses begnadeten Sängers, das offenbar so erfolgreich ist, dass sich auch wieder einer der großen Labels der Sache angenommen hat. Boz sei es gegönnt.
(19.08.2018)
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The Black Sorrows: "Citizen John" (Blue Rose, Sept. 2018)
Zuerst als Jo Jo Zep & The Falcons in den 70ern waren grandios, dann mit den Black Sorrows in den 80ern und 90ern: Jo Camilleris Musikkarriere hat mich immer interessiert und oft begeistert. In den 00er Jahren hat er dann unter den Namen Bakelite Radio ein paar CDs mit Coversongs herausgebracht, die aber selten den Weg über den großen Teich von Australien zu uns gefunden haben. Seit ein paar Jahren nennt er seine Begleitband wieder Black Sorrows (wo Jo Camilleri drin ist, da darf Black Sorrows draufstehen!) und bringt weitere CDs mit Coversongs heraus, die auch wieder bei uns veröffentlicht werden und deshalb manchmal auch den Weg in meinen Plattenschrank gefunden haben (z.B. "Endless Sleep" von 2015), doch jetzt gibt es sogar wieder ein Album ausschließlich mit eigenem Material (wie immer zusammen mit seinem Partner Nick Smith geschrieben), das er jetzt sogar live in Europa präsentiert hat, wie meine für meine Verhältnisse durchaus begeisterte Konzertkritik weiter unten ja belegt. "Citizen John" ist wunderbar altmodisch (besser: zeitlos) und knüpft nahtlos an Großtaten wie "Harley & Rose" an.
Was für ein Schlingel! Ich höre gerade das beim Konzert in der letzten Woche gekaufte Album und entdecke als versteckten Bonustrack am Ende der A-Seite - und auf dem Cover unerwähnt! - das bereits im Konzert gespielte "Silvio"! Schnell die Platte umgedreht: auch auf der B-Seite gibt am Ende ein Lied mehr als angekündigt und ich bin schon ganz gespannt ... ein toller Blues, den ich aber zu meiner Schande nicht sofort identifizieren kann ... es ist "Do I Move You" von Nina Simone (der Internetsuche sei gedankt!) (22.09.2018)

Konzerthighlight: Jugendzentrum Karo, Wesel, 10.09.2018.
Jo Camilleri im Karo! Das war schon eine riesige Überraschung, als dieser Gig angekündigt wurde, denn in der Heimat füllt der australische Sänger, Gitarrist und Saxophonist normalerweise deutlich größere Hallen als das putzige Karo. Bereits seit den späten 70ern kenne ich seine Musik, zuerst mit Jo Jo Zep & The Falcons, von denen wir uns damals gerne Inspirationen für das Bühnenrepertoire der Rusty Nails geholt haben, seit Mitte der 80er mit den Black Sorrows, die er vor ein paar Jahren wiederbelebt hat. Das Konzert vom Montag hatte eine großartige Mischung von Rock, Blues, Soul und Reggae, gespielt auf höchstem Niveau, wobei ich es normalerweise gar nicht so gut finde, wenn eine Band "jeden Stil" beherrscht, aber bei Jo passt das einfach. Es gab Hits zu Hören von den Falcons (z.B. "Honeydripper" und "The Shape I'm In") und natürlich von den frühen Black-Sorrows aus den 90ern (z.B. "The Chosen Ones" und "Ain't Love The Strangest Thing"), sowie geschmackvolle Coverversionen (z.B. "Silvio" von Bob Dylan/Robert Hunter und "Bright Side Of The Road" von Van Morrison.
(12.09.2018)

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Paul Simon: "In The Blue Light" (Sony/Legacy, Sept. 2018)
Das ist tatsächlich das erste Paul Simon-Album, das ich mir bereits bei der Veröffentlichung angeschafft habe! Ich bin zwar kein Fan, weiß die Qualität seiner Arbeit durchaus zu schätzen. Das hat bei mir aber selten mal zu einer Anschaffung gereicht, vor allem, weil ich seine wichtigen Alben immer bei irgend jemanden oder im Radio hören konnte, was mir dann meist gereicht hat. Einzig und alleine das kaum bekannte Album "One Trick Pony" von 1980 hatte ich mir mal selber gekauft (weil es eben keiner in meinem Umfeld hatte!). Die neue Platte enthält nur Neuinterpretationen älterer, eigener Lieder, die eher unbekannt sind und nach seiner Einschätzung einer Runderneuerung gut vertragen konnten. Dazu hat er sich die besten Jazzmusiker in's Studio eingeladen, was mich neugierig gemacht und letztendlich zum Kauf verführt hat, u.a.der rastlose Bill Frisell und die Schlagzeuglegenden Jach DeJohnette und Steve Gadd. Ausserdem war die Vinylausgabe ausnahmsweise mal nicht so überteuert wie bei manch anderem bekannten Künstler (hallo Neil F. und Neil Y.!). Das Ergebnis dieser Runderneuerung gefällt mir übrigenz sehr gut, mein Bauchgefühl hat mich also nicht betrogen. Nur: ob das jetzt auch dem typischen Simon & Garfunkel-Fan gefällt? Mir doch egal!
(23.09.2018)
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Spiritualized: "And Nothing Hurt" (Bella Union, Sept. 2018)
Die aktuelle Musik von J. Spaceman, wie sich Jason Pierce immer noch nennt, der mal vor vielen, vielen Jahren beim legendären Duo Spacemen 3 war, hat mit den damaligen wilden Klängen nicht mehr viel zu tun. Mag ich aber trotzdem immer noch ...
... und gegen Ende der Platte wird es doch noch etwas wilder und ich kann darin die alten Spacemen 3 wieder entdecken. Das mag ich natürlich auch.
(23.09.2018)
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Richard Thompson: "13 Rivers" (Proper, Sept. 2018)
Dreizehn Lieder, völlig unspektakulär umgesetzt, als wären das bloss Demos für die anstehenden Konzerte - das kann sich nur einer meiner Gitarrenhelden leisten!
(03.10.2018)
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The Chills: "Snow Bound" (Fire, Okt. 2018)
In den 80ern hat die Band aus Neuseeland um den Sänger und Gitarristen Martin Phillipps schon zeitlosen Gitarrenpop gemacht - und tut das immer noch ganz vorzüglich!
Noch 'ne kleine Anekdote: Bereits seit dem zweiten oder dritten Album (je nach Zählweise) "Submarine Bells" von 1990 fangen alle Albumtitel mit S und B an, wie mir gerade eben zum ersten Mal aufgefallen ist. Das scheint in Rezensionen aber irgendwie kein Thema zu sein. So was ist irgendwie nerdig - macht aber einem echten Künstler Spaß. Mir fallen da ansonsten noch die Go-Betweens ein, die eine zeitlang immer ein Doppel-L im Titel hatten.
(08.10.2018)
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David Crosby: "Here If You Listen" (BMG Rights, Okt. 2018)
Auf seine ganz alten Tage wird der Mann noch richtig fleißig! "Here If You Listen" ist eher ein Band- als ein Soloalbum, denn die anderen drei anderen Beteiligten, Jazzbassist Michael League, Bekka Stevens und Michelle Willis teilen sich mit ihm gleichberechtigt das Songwriting, spielen die meisten Instrumente und übernehmen auch große Teile des Gesangs. Es klingt auch alles wirklich gut und geht musikalisch schwer in Richtung solch meisterlicher Crosby-Originale wie "Guinnevere", ohne natürlich dessen Klasse erreichen zu können. Am Ende gibt es eine Neuaufnahme von Joni Mitchells "Woodstock", das Crosby ja schon einmal mit seinen alten Gesangskumpels aufgenommen hat. Gesanglich halten er und seine neuen Partner da durchaus mit, kompositorisch zeigt es aber auch, wo der Hammer hängt. Und da bleiben die neuen Lieder beim ersten Hördurchgang noch etwas blass.
(12.11.2018)
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Element Of Crime: "Schafe, Monster Und Mäuse" (Universal/Vertigo, Okt. 2018)
Diese Band wird mit den Jahren immer besser - und inzwischen ist ein neues Album auch Pflichtkauf für mich!
(28.10.2018)
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Amy Helm: "This Too Shall Light" (Yep Roc, CD: Sept., Vinyl: Okt. 2018)
Das zweite Soloalbum der Tochter von Libby Titus und Levon Helm wurde in wenigen Tagen in Kalifornien von Joe Henry live im Studio produziert und setzt fast durchgängig auf eher unbekanntes Fremdmaterial, das mit dem typischen Henry-Sound und mit dessen gewohnt hohem klanglichen Qualitätsstandard aufgenommen wurde. Es klingt beim ersten Hördurchgang vielleicht ein wenig unspektakulär (man kann auch sagen langweilig, wenn man gemein ist), wächst aber bei jedem Hören. Insgesamt doch ein schönes Album. Beim nächsten mal aber mit mehr eigenem Zeug und bitte wieder mit Dan Littleton (Ex?-Ida) an der Gitarre. Oder direkt eine neue Ida-Platte! Man darf ja wohl mal träumen ...
(25.11.2018)
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Kurt Vile: "Bottle It In" (Matador, Okt. 2018)
Der Ex-Kumpel vom Adam Granduciel bei The War On Drugs ist fleißig und arbeitet schnell: das neue Album ist sogar ein randvolles Doppelalbum geworden, knappe 80 Minuten lang und nur ein Jahr nach seiner Kollaboration mit Courtney Barnett erschienen, im inzwischen typischen Sound des Sängers und Gitarristen aus Philadelphia. Nicht so wuchtig wie die neuen Sachen seines alten Partners, aber eigentlich viel besser anzuhören.
Ach ja - das Cover scheint ein Fall für die Seite Cover The Cover zu sein, aber ich komme gerade nicht darauf, wo Kurt sich inspirieren ließ.
(28.10.2018)
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Rosanne Cash: "She Remembers Everything" (Universal/Blue Note, Nov. 2018)
Bereits das zweite Album von Johnnys Tochter beim legendären Jazzlabel - wobei sie natürlich auch dort keinen Jazz macht, sondern wie gehabt allerbeste Singer/Songwriter-Musik liefert. Aufgenommen zur einen Hälfte in ihren Wahlheimat New York mit Ehemann, Produzent und Multiinstrumentalist John Leventhal und zur anderen Hälfte mit und bei dem von mir hochgeschätzen Tucker Martine (Laura Veirs, The Decemberists) in Portland. Als singende und komponierende Gäste sind unter anderem Elvis Costello und Kris Kristofferson dabei.
(11.11.2018)
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Elvis Costello & The Imposters: "Look Now" (Universal/Concord, Nov. 2018)
Das hier ist das erste Album vom einzig wahren Elvis, das ich mir seit längerem gekauft habe. Das letzte Mal war wohl "Momofuku", immerhin auch schon 10 Jahre alt, wie ich gerade etwas überraschend feststelle. Angeblich hatte er geplant, für "Look Now" eine Mischung aus zwei seiner besten Alben seiner Vergangenheit aufzunehmen: "Imperial Bedroom" von 1982 mit den Attractions und "Painted From Memory" von 1998 im Duo mit Burt Bacharach. Zwar müsste ich mir diese alten Alben erst mal wieder anhören, um wirklich beurteilen zu können, ob ihm das gelungen ist, aber das neue Album ist auf jeden Fall richtig gut geworden. Es macht Spaß, ihm mal wieder dabei zuzuhören, wenn er das macht, was er richtig gut kann: gute Popmusik.
(17.11.2018)
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Erstellt: 20.04.2018 Letzte Aktualisierung: 10.12.2018 22:04 2088 Besucher seit dem 20.04.2018
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