Ich weiß nicht, ob ich mich als überzeugter Nichtraucher überhaupt
zu diesem Thema äußern sollte, aber mit Charlie
Mingus und Johnny Hartman haben mich gleich
zwei cool dreinblickende, qualmende Impulse-Künstler auf die Idee
gebracht. Dann fielen mir auch noch Dinosaur Jr.
und der gute alte Bobby Bland ein. Und auch hier
gilt: nur gute Platten sollen Erwähnung finden!
(31.01.2010)
| Art Farmer: "Crawl Space" (CTI, 1977) |
Eine
der besseren CTI-Platten von einem der besten Flügelhornspieler weit
und breit. Vier lange & relaxte Nummern, eingespielt mit den allerbesten
Jazzern: Jeremy Steig (Flöte), Steve Gadd (Schlagzeug),
Will Lee & George Mraz (Bass), Dave Grusin (Tasten)
und Eric Gale (Gitarre).(04.12.2011) |
| "Mike Finnigan" (Warner, 1976) |
Ein
gefragter Studio-Keyboarder (Jimi Hendrix,
Maria Muldaur, Dave Mason, Crosby,
Stills & Nash, etc.) mit einer seiner wenigen Veröffentlichungen
unter eigenem Namen. Stilistisch breit aufgestellt (Blues, Country, Gospel,
Jazz, ...) mit Liedern der unterschiedlichsten Autoren (Allen Toussaint,
Jesse Winchester, Billy Joel, ...). So was kann spannend
sein, aber auch völliger Murx, wenn überhaupt kein roter Faden
zu finden wäre, der alles zusammenhält. Bei vielen Musikern
aus der zweiten Reihe, die mal in's Rampenlicht dürfen, ist genau
das das Problem, aber Mike Finnigan hat eine wirklich tolle Platte gemacht,
auch wenn sie damals bei der veröffentlichung sicherlich kein großer
Erfolg wurde. Vier Dinge halten alles zusammen: zum einen natürlich das tolle Orgelspiel von Finnigan (das wußte ich ja schon von den Platten der o.g. Künstler), dann die gute Band (ich sag nur: Muscle Shoals!), dann die doch sehr gut zusammenpassenden Lieder aus den unterschiedlichen Genres (eine Dixieland-Nummer nach Billy Joels "New York State Of Mind"!), vor allem aber die tolle Stimme unseres Protagonisten! (09.06.2011) |
| Tim Rose: "Tim Rose (Morning Dew)" (Columbia, 1967) |
Kleiner Quiz: Ein amerikanischer Sänger, Gitarrist und Songschreiber
aus den späten 60ern, angesiedelt im Grenzbereich zwischen Rock,
Folk und Jazz, ohne den ganz großen kommerziellen
Erfolg, mit dem Vornamen Tim: da fällt Kennern der
Materie als dritter nach Tim Buckley
und Tim Hardin (deren Rangfolge
ist sicherlich Geschmackssache!) vielleicht noch Tim Rose ein,
der ehemalige Gesangspartner von Cass Elliott, bevor diese mit
den Mamas & Papas bekannt wurde. Obwohl ich ihn in allen drei
Kategorien (also Gesang, Gitarre, Songwriting) für schwächer
als die anderen beiden Tims halte, ist sein Debütalbum durchaus gelungen,
was aber hauptsächlich an drei Coversongs liegt: da wäre zuerst
"Morning Dew" von der obskuren kanadischen Folksängerin
Bonnie Dobson zu nennen. Leider wird immer wieder behauptet, das
Tim Rose (Co-)Autor des Liedes wäre, aber er hält sich
im Prinzip an die erste veröffentlichte Version des Liedes von Fred
Neil aus dem Jahre 1964 (von dessen Debütabum "Tear Down
The Walls"), hatte aber wohl als erster einen kleineren Erfolg mit
der Nummer und viele Bands zu weiteren Versionen inspiriert (u.a. Jeff
Beck und die Grateful Dead!) . Im
Jahr 1966, also noch vor Jimi Hendrix,
aber ebenfalls anscheinend nicht als erster (diese Ehre gebührt einer
Garagenband, deren Name mir gerade nicht einfällt), brachte er "Hey
Joe" als Single heraus. Immerhin soll aber seine sehr schöne
Version Chas Chandler darauf gebracht haben, von diesem Lied mit
Jimi die ultimative Version aufzunehmen.
Gut gefällt mir dann noch das Anti-Kriegslied "Come Away
Melinda", das ich bisher nur von Uriah Heep kannte,
deren Musik mich aber ansonsten recht wenig interessiert, weshalb ich
auch gar keinen Ehrgeiz habe herauszubekommen, ob Tims Version denn nun
wenigstens besser ist als die der Heeps. Trotz dieses ganzen Gemeckeres bleibt "Tim Rose" (oder "Morning Dew", wie das Album ab 1968, nach jenem Minihit, hieß) ein gutes Album. (15.04.2010) |
| Status Quo: "Ma Kelly's Greasy Spoon" (Pye, Sept. 1970) |
Nicht unbedingt meine Lieblinxplatte, aber als Teenie in den frühen
70ern fand ich Platte und Band eigentlich ganz gut. Auf jeden Fall hatten
sie davor nur unbedeutenden Pop produziert ("Pictures Of Matchstick
Man"), danach mit "Dog Of Two Heads" und "Piledriver"
noch zwei für meine Ohren gute Alben und anschliessend eigentlich
nur noch Schrott ...(26.02.2010) |
| Johnny Hartman: "I Just Dropped By To Say Hello" (Impulse!, 1964) |
Einer der wenigen Sänger auf dem Impulse-Label mit einem wunderbaren
Balladen-Album. Es gibt sogar vom März des gleichen Jahres noch eine
Duett-Platte mit John Coltrane, die ich aber nur in Auszügen
von einem Sampler kenne. Begleitet wird Hartman hier von den Brüdern
Hank Jones und Elvin Jones an Piano bzw. Schlagzeug. Dazu
kommen der Bassist Milt Hinton und bei einigen Titeln Tenorsaxofonist
Illinois Jacquet und die legendären Gitarristen Kenny Burrell
und Jim Hall. Wunderbare, schöne Musik.(31.01.2010) |
| Dinosaur Jr: "Green Mind" (Blanco Y Negro, Feb. 1991) |
Das erste Dinosaur-Album bei großer Plattenfirma (Blanco Y Negro
ist bzw. war das Sublabel von Warner für die etwas schrägeren
Töne, z.B. von The Jesus And
Mary Chain), das damals bei den Kritikern eher schlecht wegkam und
auch von mir nicht wirklich mit geduld gehört wurde. Jetzt habe ich
es bei diesem nervigen Hai-Vieh-Disskaunter für schlappe 4,44€
gefunden und finde es eigentlich doch gar nicht so schlecht. Damals ohne
festen Bassisten und dem "indisponenten" Trommler Murph
nur auf drei Liedern, ist das mehr oder weniger ein J Mascis-Soloalbum,
der im Übrigen einen ausgezeichneten Trommler abgibt! Zweimal gibt
es sogar putzige Flötentöne von einem Mellotron im Stile von
"Stairway To Heaven". Passt eigentlich nicht, ist aber trotzdem
schön.(19.07.2009) |
| Bobby Bland: "Dreamer" (ABC/Dunhill, 1974) |
Der Mann gilt schon seit den 5oern als einer der besten Bluessänger.
Ich habe ihn erst kürzlich für mich entdeckt, als ich im Internet
über die Nummer "I Wouldn't Treat A Dog" gegoogelt habe,
die ich bislang nur in der Coverversion der Nighthawks
kannte und bin dabei eben auf diese Platte gestoßen. Mit "Ain't No
Love In The Heart Of The City" gibt's sogar noch eine zweite bekannte
Nummer, die viele sicherlich von irgendwelchen Blues-Brothers-Imitatoren
von irgendwelchen Stadtfesten kennen. Die Band bringt diesen schönen Mitt70er-Sound, der noch ohne Digitalequipment auskam, allerdings setzt Keyboarder Michael Omartian schon einen monophonen ARP-Synthesizer ein, der aber nicht weiter stört. Die Gitarrenfraktion ist exquisit besetzt (Larry Carlton, Dean Parks und Ben Benay), ebenso die Rhythmusgruppe (Wilton Felder von den Crusaders am Bass und Ed Greene am Schlagzeug) (24.05.2006) |
| Charles Mingus: "The Black Saint And The Sinner Lady" (Impulse!, Okt. 1963) |
Ich bin war kein wirklicher Mingus-Kenner oder gar Jazz-Spezialist, doch
man kommt nicht daran vorbei festzustellen, dass Mingus einer der wichtigsten
Bassisten und Komponisten des Jazz ist. Bekanntester Mitspieler aus Sicht
eines "Jazz-Außenseiters": Charlie Mariano, den es Ende
der 60er nach Europa zog, wo er z.B. mit der deutschen Gruppe Embryo
und dem United Jazz & Rock Ensemble zusammenarbeitete. |
Eine
der besseren CTI-Platten von einem der besten Flügelhornspieler weit
und breit. Vier lange & relaxte Nummern, eingespielt mit den allerbesten
Jazzern: Jeremy Steig (Flöte), Steve Gadd (Schlagzeug),
Will Lee & George Mraz (Bass), Dave Grusin (Tasten)
und Eric Gale (Gitarre).
Ein
gefragter Studio-Keyboarder (
