Die Gründungsmitglieder von Mojave 3 sind Sänger/Gitarrist Neil Halstead, Bassistin/Sängerin Rachel Goswell und Schlagzeuger Ian McCutcheon. Die Band trat 1995 erstmals in Erscheinung, als ein Demo mit sechs Tracks 4AD so sehr beeindruckte, dass ihnen ein Plattenvertrag angeboten wurde - trotz des damals vorherrschenden musikalischen Klimas des selbstbewussten Britpop, der scheinbar völlig im Widerspruch zu dem stand, was Mojave 3 machten. Diese Unvereinbarkeit war kaum überraschend, wenn man bedenkt, dass Halstead, Goswell und McCutcheon zuvor Mitglieder der prägenden Shoegaze-Band Slowdive waren, während Gitarrist Simon Rowe zuvor bei den Dream-Pop-Verwandten von Chapterhouse gespielt hatte.
»Spoon and Rafter« folgte drei Jahre später und markierte erneut eine Veränderung für die Band. Zwar enthielt das Album weiterhin Anklänge an Singer-Songwriter und Alternative Country, doch stellte es zugleich eine farbenreiche Erweiterung ihres Klangspektrums dar, bei der Elektronik, Glockenspiele, Melodica und eine Beatles-artige Produktion zum Einsatz kamen.
Slowdive gehörten zu dem Besten, was die Gitarrenmusik der 90er hervorbrachte. Unwürdig aber war das Ende: Als Belohnung für das Ambient-Album Pygmalion wurde der Band seitens des Labels Creation der Vertrag gekündigt. Anstatt sich aber in sein Kämmerlein zu verkriechen und Klagelieder anzustimmen, komponierte Neil Halstead Lieder, die mehr auf Songstrukturen denn Sounds wie bei Slowdive basieren. Mojave wurde die neue Gruppe genannt, die 3 musste aus namensrechtlichen Gründen angehängt werden. Seine alter Weggefährte Ian McCutcheon und die bezaubernde Rachel Goswell folgten ihm und sind auch auf dem vierten Mojave-3-Album Spoon And Rafter dabei.
Die Mojave-Wüste beheimatet ausgetrocknete Salzseen und eine Steppenvegetation. Die Halstead-Songs würden dort gut hinpassen mit ihren tief im Country-Folk verankerten Wurzeln, den dezenten Neil-Young-Zitaten, einem spätnächtlichen Honky-Tonk-Feeling, lang gezogenen Slidegitarren-Riffs, bittersüßen Mundharmonika-Klängen und dem verträumt daherkommenden Glockenspiel. Manchmal rockt es auf Spoon And Rafter, doch zumeist sind die Stücke karg arrangiert und schleppen sich elegant voran. Trauervoll klingen sie und doch geht eine angenehme Wärme von ihnen aus. Wenn sich Mojave 3 überhaupt eine Kritik gefallen lassen müssen, dann dass Rachel Goswell nur als Backing-Sängerin auftaucht, anstatt Spoon And Rafter eine weitere wohl klingende Note zu verleihen. Das nächste Mal vielleicht ...
(Sven Niechziol, Amazon.de)
Three years on the heels of the Halstead-hybrid album Excuses For Travelers the fossils of Slowdive return with a new, evolved Mojave 3 record. The band has shaken things up a bit in order to get their house in order, replacing much of frontman Neil Halstead's acoustic guitar leads with Halstead's minimalist piano leads. The sparse melodies are wrapped in warm, dry currents of ambient lap steel, harmonica, banjo, cello, Moog, various keyboards and guitars, blowing in a soft howl. Bassist Rachel Goswell has been relegated to singing backups on this album, with Halstead taking the reins on his own to guide the band's meandering country/shoegaze freefall. Spoon and Rafter makes a powerful opening argument with the lengthy, lush nine-minute-plus "Bluebird of Happiness" shifting between languid yuppie pop and dusty Americana nuggets, setting the tone for the rest of the album. Mojave 3 have grown considerably as a unit since Excuses for Travelers and I must admit that the previous album has itself grown on me since I stiffly reviewed it years ago. It is that familiarity, that worn understanding between artist and listener that can only be achieved after long nights, long drives and general drunken longing together. It has been said that familiarity breeds monotony, and Halstead and company have a serious vice of sticking to the straight and narrow. The Londoners have proven themselves masters at mixing the swirling hyper-pop of Lassie Foundation with Canyon's psychedelic barbed-wire twang, but it would be nice to hear them crawl out on a limb every now and then. Mojave 3 employ the soft lyrical delivery and sultry melodic drone to what fans of Wilco, Grandaddy and Dylan would consider great effect, and in all honesty you probably won't hear a better soundtrack for your depressing old home movies this year.
(ERIC J. HERBOTH)